Impreza 22B: Ein Einhorn am Gardasee

Anfang August, Gardasee, Italien, gegen 22 Uhr abends: Absolut entspannt in den Flitterwochen und in einem Opel Cascada unterwegs (unseren beiden S13 wollten wir die 3.000 km Ochsentour nicht zumuten), strömten wir mit offenem Verdeck gerade eine dunkle Straße im schönen Seestädtchen Peschiera entlang, als ich im Augenwinkel ein altbekanntes Blau-Gold-Schema wahrnahm.   In early August, Lake Garda, Italy, about 22 o’clock in the evening: Absolutely relaxed while on honeymoon and travelling in an Opel Cascada (we didn’t expect this 3.000 km trip of our two S13 ), we floated with the top down just a dark street along in the pretty seaside town Peschiera, as I perceived a well-known blue-gold scheme in the corner of the eye. Folgender innerer Dialog entspann sich in den nächsten Millisekunden: Retina an visuellen Cortex: “Subaru Impreza STi”. Cortex an Bewusstsein: “Lohnt es sich, deswegen extra zu halten? Ist viel Verkehr und ob der Hintermann aufpasst, wenn ich jetzt bremse?” Retina erneut: “Halt Stopp! Kein normaler Impreza, dieser ist irgendwie kürzer und zweitürig! Ein Coupé.” Cortex: “Impreza Coupé? Sieht man nicht ganz so häufig. Befehl an Beine und Arme, anhalten und Bilder machen.”   The following internal dialogue ensued in the next milliseconds: Retina to the visual cortex: “Subaru Impreza STi”. Cortex to Consciousness: “Is it worth it to stop, because there’s a lot of traffic and will the man behind us react, when I brake now?” Retina again: “Stop! It’s no normal Impreza, this is somehow shorter and a two-door coupe!” Cortex: “Impreza coupe is not quite as common, so instant order to legs and arms, stop and take pictures.“ Und da man ja meistens ausführt, was der eigene Wille einem vorgibt, hielt ich umgehend an und fotografierte diesen sonderbaren Impreza. And since one usually does what his own will commands, I stopped immediately and photographed this strange and fascinating Impreza. Am Heck fiel mir diese Plakette auf und spätestens da wusste ich, dass hier eine richtige Rarität vor mir stand. Subaru Impreza 22B : so etwas wie der Heilige Gral oder das regenbogenemittierende Einhorn im Scooby-Lager. Nur 424 Stück wurden 1998 von diesem Coupé mit WRC-Karosseriebauteilen gebaut, davon gerade mal 25 für den Export nach UK und Australien. Der Ursprung des Namens ist unklar, die wahrscheinlichsten Erklärungen sind: 2.2L und Bilstein-Fahrwerk oder 22B als Hexadezimalwert des damaligen Hauptsponsors 555 Besonderheiten dieser Pretiose sind der 2,2 Liter Motor EJ22 mit sehr sehr konservativ geschätzten 280 PS, ein serienmäßiges Bilsteinfahrwerk mit Eibach-Federn, die bereits erwähnten WRC-Verbreiterungen, ein bis auf die Höhe vollständig einstellbarer Heckflügel und das niedrige Gewicht von 1270 kg. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt tauchen die 22B so gut wie nie auf und wenn doch, sind Preise nordwärts von 80k € eher die Regel als die Ausnahme. Relativ überschaubare Situation also und die Chance, einem solchen Rallye-Einhorn im Alltag zu begegnen, tendiert wohl gegen Null. Umso schöner daher diese Zufallsbekanntschaft und flüchtige Begegnung am Straßenrand.     At the rear, I noticed this plaque and the latest since I knew that here was a real rarity standing right in front of me. Subaru Impreza 22B: something like the Holy Grail or the rainbowfarting Unicorn in the Scooby-Universe. Only 424 units were built of this coupe with WRC-body components in 1998, of which just 25 were made for export to the UK and Australia. The origin of the name is unclear, the most likely explanations are: 2.2L and Bilstein Suspension or 22B as a hexadecimal value of the then main sponsor 555 Special features of this preciousnesses are the 2.2 liter engine EJ22 with very very conservative estimate of 280 hp, a standard Bilstein suspension with Eibach springs, the aforementioned WRC-body parts, one (except for the height) fully adjustable rear wing and the low weight of 1270 kg. In the used car market, the 22B appears as good as ever and if so, the prices northbound of 80k € are more the rule rather...

Foolish Player Special MX5

Dennis Köhlers Mazda MX5 hat sich Niels im Jahr 2014 schon mal angesehen und ein paar Fotos dazu gemacht und diese dann mit den richtigen Buchstaben zusammengebracht. Damals bin ich selber MX5 gefahren und fand die Karre von Dennis extrem heiß. Heute fahre ich leider keinen MX5 mehr, finde den Wagen aber immer noch gut und hab mich im Rahmen des letzten Hockenheimring Besuchs gefreut, ein paar Fotos vom aktuellen Stand der Dinge machen zu können. “Der ist ja noch gar nicht fertig und wird auch nur zum Übergang so aussehen” sagt der Dennis, während wir uns den Mazda ansehen. Das Design finde ich dabei aber echt cool, da es aussieht wie das Formel 1 Design von Ayrton Senna aus dem Jahr 1985, welches er auf seinem Renault T72 (Lotus) durch die Gegend fuhr. Aktuell ist Dennis fast nur mit Schrauben beschäftigt und nachdem er letztes Jahr noch mit einem 1.8l Mazda-Motor mit Zwangsbeatmung unterwegs war, setzt er dieses Jahr auf natürliche Respiration und einen 1UZFE Toyota-Motor mit 4l Hubraum, der aus dem Toyota LS400 stammt. Somit ist der MX5 der nächste Wagen in der Reihe der Fahrzeuge, die mit einem Toyota-Motor ausgestattet sind. Schön, dass es dabei mal kein 1JZ/2JZ aus der Toyota Supra ist, welcher bekanntlich das gängigste Aggregat für die meisten Drifter ist. Wirklich spannend wird es, wenn man sich die Herkunft und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten ansieht, die Dennis verbaut hat. Kraftübertragung: Wenn Dennis beim Schalten das Mazda MX5 Kupplungspedal drückt, betätigt er dadurch einen Nissan S14-Zylinder, der einen BMW-Zylinder am BMW Getriebe bedient. Der Kraftschluss erfolgt dann über eine Kardanwelle die zur Hälfte von BMW und zur Hälfte aus einem Mazda RX7 kommt. Ebenfalls aus einem RX7 ist das Differential und die Antriebswellen an denen auf 4-Loch umgeschweißte Radnaben hängen. An diesem irren Antriebsstrang hängt der vorhin schon erwähnte Toyota V8, den es so nie als Handschalter gegeben hat. Gelenkt wird der Miata mit der Servolenkung aus einem Opel Corsa C und die Vorderachse wird demnächst mit Teilen vom Toyota Prius umgebaut. Das Spannungssystem des Motors wird von einer Lichtmaschine aus einem Toyota 2JZ-Motor gespeist und nur das Kühlwasser hat tatsächlichen Kontakt mit MX5-Tunigteilen und zwar einem Mishimoto-Wasserkühler, der aber ebenfalls individuell angepasst wurde. Richtig lustig für Dennis wird es dann, wenn es darum geht, von unterschiedlichsten Herstellern Ersatzteile zu beschaffen. “Hier wird man schon mal schräg angesehen, wenn man bei BMW etwas für sein Getriebe braucht und keinen Fahrzeugschein vorzeigen kann!” Drift-Alltag und Herausforderungen die in der Szene nicht nur Dennis kennen wird. Derzeit sind es hauptsächlich Kleinigkeiten, die Dennis auf- und vom Fahren abhalten. Alles was er dabei will, ist wieder auf die Füße kommen, sein früheres fahrerisches Level wiedererlangen und die beiden vergangenen Jahre mit den vielen Rückschritten hinter sich lassen. Neben dem Miata wird Dennis sich übrigens in nächster Zeit auch auf den Aufbau einer Nissan S14 konzentrieren. Ein über 20 Jahre optimiertes Chassis kann keine schlechte Wahl sein und wir sind sehr gespannt, was er da am Ende auf die Beine stellt. Einen Fahrer wie Dennis, der mit wenig Leistung eingestiegen ist, kann ich mir in einem solchen Chassis sehr gut vorstellen. Trotzdem gilt es zunächst den Mazda fit zu machen, um darin noch ein bisschen Spaß zu haben. Im Juni sind wir bei King of Europe in Anneau du Rhin zu Gast und hoffen den MX5 mit Dennis am Lenkrad dann in Aktion sehen zu können. Bisher hatte er mit dem Track leider wenig Glück und jedes mal gab es unangenehme Ausfälle zu beklagen.  Wir drücken fest die Daumen, dass es dieses Jahr läuft! “foot down, fun up!“ Stefan Brencher –...

Cars & Coffee München...

Die Idee der “Cars & Coffee Reihe” ist es, gleichgesinnte Fahrer von Sport- und Supersportwagen zusammenzubringen, damit sich neue Freundschaften formen und sich über die neuesten Trends im exklusiven Sportwagen-Markt ausgetauscht werden kann. Heute fand dazu das erste Treffen in München statt und der P4 Drivers Club lud ins Autokino-Aschheim zum hochpreisigen Stelldichein. Nachdem Aschheim nur wenige Kilometer von mir entfernt ist und das Wetter gepasst hat, bin ich hingefahren und habe mir angesehen, wie der noble Gedanke denn in der Praxis aussieht.  Schon am Eingang ist mir dieser schöne Lamborghini Diablo (spanisch: Teufel) aufgefallen. Der von 1990 – 2001 gebaute Nachfolger des Countach kam damals mit unterschiedlichen Motoren die etwa 500 PS und 500 Nm leisteten. Vom Diablo gibt es unzählige Variationen, die sich im Wesentlichen am Motor und an den zwei Buchstaben nach dem Namen “Diablo” unterscheiden. Scheint mir zumindest so. Es gibt da den SV, VT, VT-R, GT und auch noch einen Roadster. Roadster sind zwar mehr als zwei Buchstaben, aber dem Namen nach verfügt diese Variante nicht über ein Dach und ist daher leicht von den anderen zu unterscheiden. Die schwerste Variante bringt dabei 1.695 Kg auf die Waage, was im Vergleich zu heutigen Fahrzeugen schon fast “leicht” ist. Vom italienischen Traktoren-Bauer gab es wirklich viele Exemplare vor Ort zu sehen. Oben die neueste Variante der flachen Italiener, der Huracán (italienisch: Hering). Dieser wird seit 2014 gebaut und kommt mit einem 5,2l Motor und etwa 620 PS daher. Dazu ist er mit 1.422 Kg auch noch deutlich leichter als der Diablo und sieht richtig schneidig aus. Die meisten Informationen über diese Autos habe ich mir, wie vor Ort geheißen, von Wikipedia geholt. Das war die Rückmeldung eines der Lamborghini-Fahrer auf meine Frage hin wie schwer der Wagen denn ist. Austausch...

Mrz27

Workx Lowstern

Ostern, für viele die erste besinnliche Zeit im neuen Jahr,  in der man seine Familie trifft, Eier sucht und Osterlämmer vertilgt. Doch in der Autoszene hat sich über die Jahre hinweg das Osterwochenende als Beginn der Tuningsaison etabliert. Angefangen mit dem “CAR”-Freitag, gibt es fast jeden Tag ein Treffen in den Weiten Deutschlands. So hat das Team des “Workx” Tuningclubs aus der Aschaffenburger Gegend am Ostersonntag beschlossen, ein Treffen im beschaulichen Rodgau auf dem Parkplatz der Selgros abzuhalten. Auch ich habe meinen Weg dorthin gefunden und ein paar Photos machen können, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Die Crew von Workx hat sich wirklich Mühe gegeben, so gab es nicht nur Pokale für die hübschesten Autos in verschiedenen Kategorien, auch Carlimbo und ein DB-Contest waren geboten… Alles was das Tunerherz begehrt. Die verschiedensten Autos und Stile waren vertreten, sodass wirklich jeder etwas finden konnte das ihm zusagt. Natürlich waren grade im VAG Feld (Das ein Gros des Treffens stellte) viele mit Airride unterwegs, frei nach dem Motto des Treffens “Lowstern” Auch die Hotrod bzw. USDM Szene war mit einigen Perlen vertreten. Ansich ein ruhiges, familiäres Treffen, das trotz durchwachsenen Wetters guten Anklang fand. Viele verschiedene Stile und Trends, friedlich und harmonisch vereint, das passt zu Ostern, dem Fest des Friedens. Man kann es nicht oft genug betonen: Es kommt nicht darauf an, welche Marke man fährt, ob Sleeper oder VIP, Static oder Airride, verchromte Achsen oder Ratlook, die Liebe zum Automobil eint uns. Deshalb denkt daran: Gegenseitiger Respekt und Achtung vor dem Geschmack des anderen, das bringt unsere Szene viel weiter als Hate und Markenapartheid. In diesem Sinne: Frohe Lowstern! Arndt –...

300ZX – 80er Ikone aus Fernost

Die Z-Reihe aus dem Hause Datsun bzw. Nissan ist unangefochten die meistverkaufte Sportwagen-Reihe weltweit. Das muss man auch in Zuffenhausen, Maranello, Bowling Green oder Sant’Agata Bolognese neidlos anerkennen. Das war nicht nur ausgesprochenen Schönheiten wie dem Datsun 240Z oder seinen beiden Nachfolgern 260Z und 280Z zu verdanken, sondern auch Nissans Streben nach Innovation und dem Verbauen von Technologie, die die Japaner oftmals Jahre vor der deutschen und amerikanischen Konkurrenz zum Standardequipment machten. Der VG30ET Turbomotor führt z.B. schon 1983 eine elektronische L-Jetronic Einzelzündung ein und schob im ganzen Modellzeitraum den Z mit bis zu 208ps – ohne Kat sogar bis zu 228ps – über die Schnellstraßen. Während dessen presste man bei der deutschen Konkurrenz noch einen M20 Motor aus und war von Turbos noch nicht so überzeugt. Für den Komfort und sportliche Fahrwerte sorgte schon damals achtfach elektrisch verstellbare Sitze und ein in drei Stufen elektrisch verstellbares Fahrwerk. Über die Schalter  S, N und F (Soft, Normal, Firm) in der Mittelkonsole ließ sich das Fahrwerk von Schiffsschaukel bis hart wie Asphalt verstellen. Zur Erinnerung: 1983! Beim Design folgte man wiederum ganz den 80ern. Das bedeutet, dass aufklappbare Scheinwerfer ein schnelles Autos erst richtig schnell machten. Den verschlafenen Blick der sogenannten “Sleepy Eyes”-Mods der S13 bringt der Z31 von Haus aus mit. Dank T-Bar war halbes Cabrio Feeling angesagt und die Heckpartie macht den 300ZX erst recht zum wahren Klassiker. Für michpersönlich gehören die klassischen Z-Felgen einfach zum Besten was man kriegen kann. Nichts da mit 3-teilig-Tiefbett-Speichen Krims Krams. Gullideckel mit Turbineneffekt geben den Ton an. Hier sieht die Bereifung einfach erwachsen und zweckmässig aus. Kein Schnickschnack, sondern einfach Fahren. Für den Fahrer beitet der Z alle nötigen Infos.  Öltemperatur, Öldruck und Ladedruck finden sich zusätzlich zu den gewohnten Tachoanzeigen im Armaturenbrett. Hier passiert nichts unverhofft und überraschend, sofern man ein Auge drauf hat. Für die richtige Wohlfühlatmosphäre sorgten anno 1983 schon zahlreiche serienmäßige Extras. Dazu gehört neben der gut dimensionierten Heiz- und Kühleinstellungen auch die schon zuvor genannten achtfach elektrisch verstellbaren Sitze. Bei so viel Ausstattung, den Fahrleistungen und der technischen Innovation war der Erfolg des 300ZX im Nachhinein keine Überraschung. Auch wenn laut Zulassungsstatistik heute noch ca. 100 Fahrzeuge auf deutschen Straßen  unterwegs sein sollen, war der Z31 in seinem Produktionszeitraum ein Verkaufsschlager. Über 329.900 Exemplare liefen vom Band, was spätestens zum Produktionsende die USDM- und EDM-Konkurrenz aufgescheucht haben dürfte. Im Motorsport tat der Z31 dies bereits schon zuvor. Das ging so weit, dass man beim Nachfolger Z32 nach Siegen der 24 Stunden von Daytona und der GTS-1-Klasse bei den 24 Stunden von Le Mans seitens der amerikanischen IMSA kurzerhand den VG Twin Turbo nach 1994 für zukünftige Veranstaltungen verbot. Schlechte Verlierer halt. Kurioserweise gingen die Siege nach 1995 mit einem Nissan V8 aus der VH-Reihe einfach weiter, aber das ist eine andere Geschichte. Das Ende jener Geschichte ist das aber noch lange nicht. Nach dem Z32 und dem beliebten Z33 350Z, kann man heuzutage den Urenkel namens 370Z beim Händler finden. Sicher dürfte auch sein, dass Nissan diese erfolgreiche Reihe in Zukunft weiter führt. In der heutigen Zeit womöglich leider mit Hybrid und Elektro Firlefanz, aber dafür wie gehabt mit Innovation. Schließlich ist es das, was den Z immer ausgemacht hat. Stets das Neueste vom Neuen. Und das noch lange vor der Konkurrenz. Robert Kwiecien – USED4.net...

240Z – Fairlady statt Göttin...

Eine Sache, die ich in der Autowelt nie wirklich verstanden habe, ist die Citroen DS-Begeisterung der KFZ-Journalisten bei den üblichen Verdächtigen der hiesigen Autoblätter. Überall nur “Oh, die Göttin” hier, “DS, die Göttin” dort. Ich mag da vielleicht als Ignorant gelten, aber in meinen Augen ist die einzig wahre Schönheit, die den – Pardon – “die” Citroen DS von ihrem vermeintlichen Thron stößt, schlichtweg der Datsun 240Z. Dies gilt für den 260Z ebenso und auch den 280Z. Die klassische “Fairlady” ist eine atemberaubende Schönheit, egal wie man es dreht und wendet. Sorry, da kann auch kein Hydropneumatik-Franzose Parolie bieten. Wie es das Glück 2015 so wollte, hatte ich die Chance, ein absolut unangetastetes Original vor die Linse zu bekommen. Kein Widebody, kein Slammen, einfach nur H-Kennzeichen und Originalzustand, als wäre der Z erst vor einigen Wochen aus dem Werk gefahren. Und so gut wie neu läuft der alte Nissan OHC -Sechszylinder auch noch. 130 PS und knappe 200 Newtonmeter Drehmoment aus ganzen 2,4 Litern. Keine schlechte Nummer für ein Auto aus den 70ern. Damit stand man damals auf Augenhöhe mit Porsche, während die anderen deutschen Autohersteller nur so etwas wie den Karmann Ghia auf den Markt geworfen hatten, wo leider schon bei 50 PS das Ende der Fahnenstange erreicht war. Dennoch hat es der 240Z laut Zulassungsstatistik leider nur zu 303 verkauften Exemplaren auf deutschem Boden gebracht, was aber auch an der späten Markteinführung liegen mag. Der 240Z wurde erst ab 1973 in Deutschland angeboten, als bereits der Nachfolger 260Z auf dem Tokyo Auto Slaon präsentiert worden war. Zumindest ist dem 240Z so der Exotenstatus unter den Oldtimern gesichert. Wer sich nun diesen Exoten genauer anschaut, findet im 240Z viele kleine Details, die man sich sogar heute bei modernen Autos wünschen würde. Sei es...

SNAPSHOT: support your local car club...

REISBRENNEN, sport1 Trackday, Drift United – diese und weitere Events pflasterten meinen Kalender dieses Jahr und sie alle hatten eins gemeinsam: lange Autofahrten. Als Auto-Enthusiast macht mir das natürlich nicht wirklich etwas aus, aber hin und wieder denke ich mir dann doch: “Wie geil wäre irgendwas mit Autos in meiner Nachbarschaft!” Die BMW Welt (viele teure und nutzlose Fahrzeuge) kenne ich schon und viel mehr bleibt einem auch im Umland von München nicht…  Parkplatztreffen und Saisonabschluss des Tuning Club Erding – Ein Selbstversuch!    Wer mich besser kennt, der weiß, wie gut ich auf ein solches Treffen passe und so waren meine Erwartungen an diese Veranstaltung auch entsprechend gering. Sonntagnachmittag, großer Parkplatz in Erding, einer beschaulichen Kleinstadt östlich der schönsten Stadt der Welt gelegen. Berühmt für das Erdinger Weißbier (das dort niemand trinkt) und für die Therme Erding mit all ihren Rutschen und Wellenbädern (die nie funktionieren). Vor Ort angekommen, erwartete mich das vermutete VAG-Kaspertheater und unzählige Autos, die direkt vom Rummelplatz auf die Straße geschleudert wurden. Sinnlos tief, sinnlos bunt, sinnlos verklebt, sinnlos lächerlich und einfach überhaupt gar nicht nach meinem eigenem Geschmack reihten sich die Karossen aneinander. Ein Trauerspiel aus nicht schnellen und nicht seltenen Fahrzeugen des 20. Jahrhunderts. Aber alle waren gut drauf und hatten ihren Spaß… Wie kommts? Gute Stimmung in allen Reihen von Block A bis D? Fröhliches Lachen und “Fachgespräche” zwischen schleifenden Golfs und bis zur Unkenntlichkeit zusammengebauten Seats? Auf jeden Fall, denn was wirklich zählt, ist die Gemeinschaft! Man kann über die jeweiligen Fahrzeuge sagen was man will, aber man darf sich nicht gegen die Sache stellen, denn die ist in der Summe ihrer Teile wirklich bedeutender, als unbedingt den eigenen Geschmack befriedigt zu sehen. Gleichgesinnte tauschen sich miteinander über gleiche Interessen aus. Klar, nicht jedes Herz...

Lotus Esprit – 80er mit Stil

“80s/90s-Kids will remember” heißt es im Internet immer. Egal ob alte TV-Serien, große Nokia-Knochen, Modemgeräusche etc., stets packen wir Dinge aus, die die heutigen Erwachsenen in ihrer Kindheit geprägt haben. Mich persönlich haben als Kind in Sachen Autos zwei Dinge geprägt. Da war einerseits der weiße Lotus Esprit aus James Bond, der auch als U-Boot abtauchen konnte sowie die Amiga Spielreihe “Lotus Esprit Turbo Challenge”. Mit letzterem habe ich mit meinem besten Freund etliche Stunden vor dem Amiga verbracht und wir drehten unzählige Runden mit dem Lotus in der unnachahmlichen Keilform. Schon damals stand für uns Kinder fest: Der Esprit ist ein Traumwagen. Gut, das war damals in den 90ern, aber nachdem ich kürzlich die Gelegenheit hatte, ein tolles Exemplar der X180 Baureihe vor die Kamera zu kriegen – eines von nur 252 Vergaser Turbo Modellen – war die frühere Begeisterung sofort wieder zurück, als wäre sie nie weg gewesen. Das von Peter Stevens gestaltete Modell setzt hier die ursprüngliche Linie von Giugiaro fort ohne zu stark von den Wurzeln abzuweichen. “Konsequente Weiterentwicklung” oder “Evolutionäres Facelift” würde man es neumodisch nennen. Sportwagen der 80er und 90er hatten ein einfaches Rezept: Kein Hybridantrieb und kein Laserlicht, sondern einfach nur einen starken Motor vorne oder im Heck und eine flache, schnittige Form. Die obligatorischen Klappscheinwerfer durften nicht fehlen, denn wie alle 80s/90s-Kids wissen, bedeutete Klappscheinwerfer = schnell. Kurz und simpel. Den Esprit schnell zu nennen, ist auch nicht übertrieben. Die Briten quetschen hier mit Vergasertechnik und Turbolader ganze 220 PS und 298 Nm aus dem 2,2L Vierzylinder. Für 1988 eine beachtliche Leistung, die dafür sorgt, dass das 1268kg Leichtgewicht den Spurt auf 100 in gerade mal 5,3 Sekunden schafft. Das kann sich immer noch mit heutigen Sportlern messen. Doch den Fan eines Lotus Esprit begeistert vor allem das geringe Gewicht. Ein Rahmen mit aufgesetzter Kunststoffkarosserie drückt die Kilos richtig weit herunter und ein Schwerpunkt eines Fahrzeugs kann kaum tiefer liegen als es beim Esprit der Fall ist. Wer hier über fehlende Sicherheit in Form von Airbags und ESP klagt, gehört ohnehin nicht hinter das Steuer eines solchen Sportwagens. Wer im Übrigen genauer hinschaut, findet die vielen kleinen Details, die den Briten etwas schrullig und gleichzeitig auch liebenswert machen: Seien es die vom AE86 geliehenen Rücklichter, die beiden Tanks mit komplexer Rohrführung, das einfache, aber starke Triebwerk und das laute Zischen des Blow-off-Ventils. An allen Ecken und Enden gibt es in dieser Ikone der 80er Jahre etwas Charmantes zu entdecken. Schade nur, dass es nie allzu viele Exemplare des Esprit auf die Straße geschafft haben. Der Lotus blieb stets ein Exot und war bis zur seinem Produktionsende im Jahre 2004 auch noch mit einem V8 unterwegs. Dieser katapultierte das Chassis noch vehementer nach vorn und machte den Sportwagen zu einer Art Lenkrakete. Flotte Passstraßen sind eher das Revier des Esprit und nicht die Autobahn. Man will Kurven schneiden, das Auto mit dem Heck anschieben lassen und mit der Pedalerie arbeiten wie es früher üblich war. Ganz ohne elektronische Helferlein. Lotus wäre gut beraten den Esprit wiederauflebenzulassen. Da aber heute eher Stückzahlen, die finanzielle Gesundheit des Konzern, das nächste Fiskaljahr und der Shareholder Value im Vordergrund stehen, werden die Fans der Marke zunächst wohl einen SUV verpasst bekommen, statt eines neuen Sportwagens. Damit bleibt der Esprit weiterhin ein legendärer Sportler, der keine moderne Fortsetzung oder neudeutsches “Revival” erhält. Vielleicht ist das aber auch gut so. Ikonen und schöne Erinnerungen sollten vielleicht auch nicht angerührt werden und uns so im Gedächtnis verbleiben wie sie am schönsten waren oder auch sind. Auch im hohen Alter. Zeitlos schön eben. 80s/90s-Kids will appreciate that. Robert Kwiecien – USED4.net...