Fear of Unloading in Messel

Wir können hier nicht anhalten, das ist Fledermausland! Es hilft aber nichts, wir müssen kurz stoppen, um die “Reserven” aufzuladen. Aber den AE86 abladen? Niemals! Egal, was der Anwalt sagt. So reicht es nur für ein paar schnelle Bilder im Staub der Straße. Schließlich haben wir ja immer noch einen Auftrag. Da muss man durch. Form follows function. Aber die Bude hat trotzdem mehr Style als alle Wannabees zusammen, Mann. Das ursprünglich aus dem Mutterland Japan stammende Levin Coupé ist ein ’85er mit einer ganzen Armada an feinen Leckereien. Zitat: “Wir haben 2 Recaro Speeds, ein Sperrdiff (LSD), getönte Facelift-Rückleuchten, damit man die roten Pupillen nicht sieht, einen wilden Mooneye-Hupenknopf, dessen Augen einem permanent folgen, einen stabilen Käfig für den Fall der Fälle, extrabreite Steelies und einen 4AGE Smallport aus einem AE92 Corona … nein, Corolla. Nicht, dass wir das alles für unsere Tour brauchten, aber wenn man sich erst mal vorgenommen hat, `ne ernsthafte Wagensammlung anzulegen, dann neigt man dazu, extrem zu werden.” Besonderes Bonbon ist dabei die verdellte Advan A3A-Felge im Kofferraum, die aber wohl nur noch zur gelegentlichen Stimmungsaufhellung dient. Aber jetzt schnell weiter, bevor die Fledermäuse kommen! Oder noch schlimmer: die Drogen aufhören zu wirken. “Als dein Anwalt rate ich dir, mit Höchstgeschwindigkeit zu fahren!” Fear of Unloading in Messel.   Niels Kreischer – USED4.net   Specs: Late ’85 Toyota Corolla Levin Coupé AE86 AE92 Smallport Motor, auf Längseinbau geändert Fächerkrümmer 4:1 14×8.5 14×9.5 Stahlfelgen TRD Fahrwerk Recaro Speeds Sitze OEM Style GFK-Haube Zenki Front Facelift Redline Rückleuchten Cusco Käfig Ölkühler hinter dem Wasserkühler KMH-Anzeige nachgerüstet (TÜV) Umbau des Tachos auf mittigm DZM, Öldruck und...

Mein Jahr 2018 für USED4: Die Zeit rast(et nicht)

Die Jahre fließen zügig an mir vorbei wie der Rhein bei Hochwasser: Voller Leben, immer aufregend, manchmal mitreißend und von Zeit zu Zeit die eine oder andere hohe Welle schlagend. Und je älter ich werde, desto mehr und mehr habe ich das Gefühl, dass die Zeit immer schneller fortschreitet. Nur ein Gefühl? Langsam glaube ich das fast nicht mehr, denn wir schreiben schon beinahe Februar 2019 und ich veröffentliche erst jetzt meinen USED4-Jahresrückblick für 2018! Die Zeit rast, einen eindeutigeren Beweis gibt es doch nicht. Aber genug philosophiert, hier meine Highlights des Jahres 2018 für USED4.net. Den Jahreswechsel verbrachte ich mit meiner Frau Yvonne in Trumps Wochenendfrische: Florida. Ich sammelte dabei derart viele Eindrücke, dass ich den Artikel darüber in zwei Kapitel splitten musste: Von Krokodilen und Klischees Teil I und Teil II Nach dem Florida-Trip folgte eine eigentlich nicht geplante, längere Schaffenspause, die erst Anfang Juni mit meinem ersten eigenen Auto-Event ein Ende fand: Dem S-Fest. (Die Vorbereitungsarbeiten hierfür waren auch ein Grund für die Abstinenz bei USED4.) Das S-FEST fand statt am 2. Juni 2018 in Groß-Zimmern bei Darmstadt und war Sammlungspunkt vieler heißer Nissan S-Chassis aus ganz Deutschland und der Schweiz. Nicht zuletzt Dank der vielen Helfer wurde die Veranstaltung ein Erfolg und die sehr gute Resonanz durch die Teilnehmer und Besucher bestätigte mich in meinem Entschluss: 2019 wieder! Und zwar heftiger, heißer, wilder. Am 1. Juni 2019 steigt die Party erneut. Dieses Mal unter dem absolut bescheidenen Motto “MAKE STYLE GREAT AGAIN!”     Gerade mal eine Woche darauf stand schon das nächste Großereignis mit >100 Autos an: Das US-Car-Treffen in Eppertshausen Nachdem ich 2017 zum ersten Mal vor Ort war (selbstverstänlich nur als Besucher und nicht als Teilnehmer) und es mir richtig gut gefiel, wollte ich 2018 unbedingt auch wieder das ganz besondere Flair der US-Szene erleben. Ganz anders, aber deswegen kein bisschen weniger gut. Und kaum verging eine weitere Woche, der nächste Brecher: Allstedt! Dieses Jahr stand es für mich unter dem Motto: Das ganze Leben ist ein (Poker-)Spiel und wir sind nur die Kandidaten. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf schrieb ich den Artikel über das vielleicht wildeste Grassrootdrifting auf deutschem Boden: Allstedt – All in!   Ein Einzelfeature brachte ich in Allstedt auch noch unter, genauer gesagt ist es sogar ein doppeltes Einzelfeature: Running in the 90s Zwei R32 Skyline, beide geschmackvoll gestaltet und hart rangenommen. Es war mir ein Fest.   Ein Fest ganz anderer Art stellt das Jacatu dar: Nicht ganz so wild, aber dafür sehr facettenreich und immer für eine Überraschung gut – Jacatu 2018 – Der Mix machts   Come to the K-Side: We have Coolness – Der Name des diesjährigen K-Side-Features. Heiß wars und das lag nicht nur am Wetter. Top Autos, tolle Menschen, super Orga, klasse Stimmung. Danke an Chris Kappenberger und sein Team. <3   Anders als alle anderen war der Artikel über Tobias’ Wolf im Golfpelz :#Gegramelt – Golf Turbo extrem  Das hat gleich mehrere Gründe: 1. Wir haben grundsätzlich (leider) viel zu wenig VW-Content bei USED4 2. Tobias’ hat mir die wahrscheinlich längste Sprachnachricht aller Zeiten geschickt, als ich ihn bat, mir alles über seinen Golf zu erzählen 3. Kein einziges Bild im Artikel stammt von mir, stattdessen von meinem Kollegen Christian Farkas und den Fotografen Tom Bauer und Norbert Danisch (vielen Dank nochmal für die Bereitstellung) 4. Der Golf ist ein absolutes Unikat, steckt voller Eigenbauten und technischer Raffinessen und macht jedem Auto-Enthusiasten den Mund wässrig, wenn er nur die Markenbrille abnehmen kann 5. Ich habe ein neues Verb gelernt: grameln. Es bedeuet soviel wie “nicht aufgeben, sich gegen Widerstände durchsetzen, ein Ziel verfolgen und dabei möglichst konsequent und gewissenhaft sein.”   Anfang September stieg die 6. Ausgabe der Messel Motor Klassik. Eine Old- und Youngtimerveranstaltung in meinem Wohnort. Klassiker, so weit das Auge reicht. Toleranz für andere Marken und Geschmäcker und viel Fachsimpelei. Einfach wunderbar.     Als das erste Nürmeet stattfand,...

SPS-Motorsport – Built to drive

Das neue Jahr startete für USED4 gleich mit einer geballten Ladung Roadster und Rennsport: Wir besuchten am 2. Januar den bekannten Madza-Tuner SPS-Motorsport in Altendiez an der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen. Chef und Namensgeber Jan Spies (Spies Performance Series) hat hier eine mittelständische Firma aufgebaut, die in erster Linie eine Aufgabe hat: MX5 schneller und schöner zu machen. Als Spross einer Familie, die im benachbarten Diez seit Jahrzehnten ein Mazda- und  Suzuki-Autohaus betreibt, lag es für ihn nahe, sich auch in diese Richtung zu entwickeln. Seine ersten Schritte im Bereich Tuning machte er im elterlichen Betrieb, dann folgten aber einige auswärtige Stationen… Nach der Kfz-Mechatronikerausbildung bei einem Betrieb in Wiesbaden, bekam er ein Suzuki-Stipendium für ein BWL-Studium, das er als Diplom-Kaufmann abschloss. Während dieser ganzen Zeit fuhr er bereits Bergrennen in einem Mazda 323 GTR und handelte zusätzlich mit Teilen, um dieses Hobby auch auf solide finanzielle Füße zu stellen. An den Kaufmann hängte Jan dann noch einen Kfz-Meister in Dresden dran, wo ihn dann aber vorerst die Lust auf die Rennfahrerei im Speziellen, aber auch das Thema Autotuning im Allgemeinen verließ. Stattdessen schwenkte er auf zwei Räder um und begann, Motorräder zu fahren und zu modifizieren. Der Wiedereinstieg in die Autowelt geschah schließlich über den Teilehandel, der nach und nach immer größere und professionellere Ausmaße annahm und mitunter gar in eine offizielle Teileversorgung von Flyin’ Miata-Parts für Mazda Deutschland mündete. So entstand dann auch schließlich SPS. Als Standort war schnell das, ursprünglich für die Oldtimer-Sammlung seines Vaters, errichtete Gebäude im benachbarten Altendiez gefunden. Wie man auf den Bildern gut erkennen kann, platzt diese Location aber bereits aus allen Nähten und so steht eine Erweiterung ganz groß auf der To-Do-Liste für die nächste Zeit. Jan definiert seine Firma so: SPS ist ein spezialisierter Allrounder. Das heißt, sie machen wirklich alles an und in einem Auto, sofern es sich dabei um einen MX5 handelt. Egal ob Felgen, Fahrwerke, Motoren, Auspuffanlagen, Turboumbauten, Käfige, Steuergeräte und Mapping, aber auch Lackierungen und Folierungen (zusammen mit Partnerbetrieben): Bei SPS bekommt man mit seinem MX5 auf Wunsch die Komplettversorgung. Diese Spezialisierung ist beabsichtigt und quasi Jans Mantra: Hohe Wiederholungsraten und extreme Detailtiefe gelingen nur, wenn man sich auf ein bestimmtes Modell konzentriert. Auch die Mitarbeiter bei SPS besitzen privat fast alle ein MX5-Projektauto, das sie umbauen und fahren. Das Ziel ist es, dem Kunden ein Auto zu übergeben, das von den Mechanikern mit so viel Leidenschaft und Herzblut getunt wurde, als wäre es ihr eigenes. SPS lehnt daher Modelle anderer Fabrikate freundlich aber bestimmt ab und empfiehlt den Besitzern stattdessen befreundete Tuner. Aber keine Regel ohne Ausnahme: In der Halle und auf dem Hof finden sich noch einige andere, sehr interessante Modelle. Wie zum Beispiel dieser RX7 FC Turbo in einem sagenhaft guten Zustand. Oder auch diese beiden Mazda B200 in unterschiedlichen Stadien der Fertigstellung. Der weiße Pickup ist ein echter REPU (Rotary Pickup), also einer von nur ca. 15.000 für die USA und Kanada gebauten B-Pickups mit Wankelmotor. Also Brap Brap mit Platz auf der Ladefläche. Der Rote ist ein neuerer B2200 und aktuell noch im Aufbau. Wohlige Erinnerungen an Tamiya-Modelle aus meiner Jugend schwappen in mir hoch… Weitere Wankelmodelle wie dieser RX7 FB in Rennausführung, mit dem Jans Eltern an Oldtimerrallyes teilnehmen und RX7, ebenfalls ein FB, der gerade zum Rennwagen umgebaut wird: Das vermutlich größte Highlight in den SPS-Hallen stammt aber ausnahmsweise nicht aus Fuchū oder Hiroshima. Dieser Ferrari F40 GTE wird von der extra gegründeten Abteilung SPS-Classic für den Renneinsatz gewartet und im Falle eines (Un)falles auch wieder repariert. Wie viele Kinderzimmerwände dieses Modell in den 80er und 90er Jahren schmückte, ist kaum vorstellbar und auch heute hat die Faszination F40 nichts an ihrer Kraft verloren: V8-Twinturbo, Kohlefaser und das Vermächtnis von Enzo Ferrari persönlich, der den F40 als sein letztes Auto mitentwickelt hatte. Bellissima macchina! Der Besitzer ist ein Freund des Hauses und er vertraut SPS aufgrund der über...

Don’t mess with Essen

Essen Motor Show – Drei Worte wie Donnerhall Die größe Tuningmesse Deutschlands mit regelmäßig über 360.000 Besuchern, den glitzernden Stars der Szene und auch vielen Autos, die man sonst nur aus dem Internet kennt. Auch dieses Jahr machten wir uns also auf den Weg zur EMS, zugegebenermaßen mit einer gewissen Routine auf der Route. Bereits seit 2012 habe ich mir ununterbrochen jede Essen Motor Show angesehen und ich stelle fest, dass es zwei Konstanten gibt: Konstante Nr. 1 ist der Umstand, dass der Stand von JP Performance analog zur Popularität von JP wächst und wächst… Kreativ, beeindruckend und toll für die vielen Fans, die extra wegen Jean Pierre und Co. nach Essen kommen.   Die beiden deutschen Automotive-Youtube-Stars unter sich: JP und Daniel Abt. Und das meistgekaufte Tuningteil auf der Messe war vermutlich der JP-Kalender: Leicht erschöpfter Fan, aber stolz auf die Trophäe. Im Gegensatz zu anderen vertickt er das Teil auch sicher nicht mit Gewinn bei Ebay, sondern hängt es an die Wand und freut sich über die Bilder. Guter Mann.   Konstante Nr. 2 ist die Tatsache, dass der KW-Stand immer die mit Abstand größten Hostessen am Start hat. Ob Methode oder Zufall, aber beeindruckend sind die Damen durchaus. Die Umdeutung von “KW”, die einem Kumpel einfiel, soll hier aber kein Thema sein. Ich bin 1.86m und war auf Kinnhöhe. Übrigens auch in guter Trick, um die Autos tiefer wirken zu lassen.   Ansonsten unterliegt eine Messe wie die EMS einem steten Wandel: Firmen entstehen, expandieren, andere gehen pleite oder werden geschluckt, neue Ideen werden auf den Markt gebracht oder alte aufgefrischt. Rotiform bringt beispielsweise die Wheel Disc wieder. Ein Rennsportrelikt aus vergangenen Zeiten, jetzt wieder hip.   Tief ist dagegen immer Trend. Im Trend sind leider auch die Kontrollen rund um das Messegelände. So mancher Besucher oder sogar Aussteller (wie dieser belgische Tigra mit Audi und Peugeot-Lichtern) schaffte es entweder gar nicht oder nur über den Umweg DEKRA/TÜV-Prüfstelle zur Messe. Dicke Rechnung selbstverständlich inklusive. Da fragt man sich schon nach der Verhältnismäßigkeit und ganz besonders auch nach der Differenzierung, die oftmals überhaupt nicht stattfindet: Tuner = gefährlicher Raser und Chaot, basta. Die Hürden für Eintragungen werden immer höher und selbst wenn man dann eine Eintragung hat, zweifelt sie der Polizeibeamte vor Ort an und legt das Auto gerne trotzdem still, was automatisch erheblichen Zeitaufwand und beträchtliche Kosten nach sich zieht. Hier wird eine ganze Gruppe pauschal verurteilt und kriminalisiert, wegen einiger unverbesserlicher Idioten, die (auch mit komplett serienmäßigen Autos) rasen oder möglichst laut durch die Innenstadt posen müssen. Ich bin gespannt, welche Richtung diese Entwicklung nehmen wird. Wenn es so weitergeht, wird der negative Einfluss auch auf Urgesteine des Tunings wie die EMS, größer werden. Auf der Messe selbst war die Stimmung aber wie immer gut und gelöst. Das gilt besonders für den Previewday, wenn alle Messemenschen noch frisch und ausgeruht sind. Wie hier auf dem Stand bei Sidney Industries.   Was mir an Essen seit jeher ganz besonders gut gefällt, ist die Bandbreite der vorhandenen Autos… Neben den (bereits oben geposteten) modernen Straßenwagen, gibt es noch viele andere Segmente: Zum Beispiel Renn- oder Driftwagen aus allen Jahrzehnten: Nur für den einen Zweck gebaut und trotzdem sehen sie superheiß aus. Form folgt Funktion – Fan folgt Form   Kurzer Blick hinüber zu den Driftern: Welcher ist mittlerweile auch in Deutschland wohl der wohl beliebteste Motor? Beyoncé kennt die Antwort: One JayZ.   Aber nun zurück zu den Menschen, die ihre Reifen höchstens durchdrehen lassen, weil die Auffahrt so steil ist und ein Rad in der Luft schwebt: Die Kreatiefen. Und beileibe nicht nur aktuelle Modelle werden auf den Boden der Tatsachen gelegt. Auch der Seniorenfraktion wird mit Eifer die Luft aus den Radkästen gelassen. Für jedermann sichtbar, auch die Old-  und Youngtimerszene lebt und atmet. Vom absolut serienmäßigen und sündhaft teuren 2000 GT, über den bösen Manta B, bis hin zum geslammten Ferrari 308 GTB: Oldie...

Sensation White am Black Friday

Weiß ist die hellste aller Farben. Es ist, wie Schwarz und Grau, eine unbunte Farbe. Weiß ist keine Spektralfarbe, sondern entsteht durch ein Gemisch aus Einzelfarben, das den gleichen Farbeindruck hervorruft wie Sonnenlicht. – Quelle Wikipedia Das ist die wissenschaftliche Definition von Weiß. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Interpretationen, Deutungen und leider auch Missbräuche. Aber als Autofarbe ist und war Weiß schon immer sehr beliebt, in Europa, aber auch in Asien, hier besonders in Japan, wo Weiß noch deutlicher Unschuld und Reinheit bedeutet, als in unserem Kulturkreis. In früheren Zeiten war es auch die Grundfarbe für Polizei- und Krankenwagen und auch bei anderen Behörden und Pflegediensten durchaus beliebt, da Weiß als Standardfarbe ohne jegliche Effekte meistens keinen Aufpreis kostete. Irgendwann wandelte sich diese Farbdefinition der reinen Basisaustattung aber hin zum Lifestyle-Farbton. Hip, fresh, trendy, offen und eben anti-bunt. Das Weiß begann daraufhin bei manchen Herstellern metallisch zu schimmern, wurde frostig-matt oder nur für bestimmte Sondermodelle angeboten, kurz gesagt: Von der ehemaligen Sparfarbe entwickelte es sich zum aufpreispflichtigen und begehrenswerten Extra. Und exakt an dieser Stelle setzen wir ein: Zwei BMW in weiß, drei S-Chassis in der gleichen Farbe und obwohl sie sich nicht am gleichen Ort befinden, sind sie symbolisch verbunden. Bevor es aber zu esoterisch wird, kommen wir zu den harten Fakten: BMW e36 320i Eigentlich schwarz, wurde dieses Cabrio Bj. 96 von seinem Besitzer Tim als sein Gesellenstück für die Lackiererprüfung in Perlweiß (A96) umlackiert. Die Specs: Baujahr: 1996 Im Besitz seit: 21.06.2018 Besonderheiten zur (serienmäßigen) Ausstattung: Nichts Motor/Getriebe: 2L 150PS Schaltgetriebe Fahrwerk/Achsen: H&R Gewindefahrwerk härteverstellbar Bremse: Original Interieur: Original (außer nachträgliches Bluetooth Radio) Exterieur: (Bodykit, Lackierung): M-Paket, perlweiss ( A96 ) Felgen: Falken-FK 452 mfs ( 225/40R18) Sonstiges: Alles original Grund für den Kauf des Autos : Der Grund für den Kauf meines e36 ist ganz einfach mein Traum, den ich mir nun endlich selber erfüllt habe Positives/Negatives: Positiver Punkt: Die Form von der Karosserie, 6 Zylinder, Optik Negativer Punkt: Spritverbrauch, Beschleunigung Weitere Pläne/Zukunft: Mein weiterer Plan ist es meinen e36 komplett auf M3 umzubauen – natürlich alles mit Originalteilen –   BMW F30 328i Bj. 2011 Sportline 2L TwinScroll-Turbo mit 245 PS Z-Performance-Felgen in 8,5×19 ET 35 mit 225/40 R19 und 9,5×19 ET 35 mit 255/35 R19 H+R-Federn 40-45mm BMW-Sportbremse mit 4-Kolben Aluminium-Festsattel an der VA und 2-Kolben Aluminium-Festsattel an der HA Gelochte und genutete, innenbelüftete BMW Leichtbau-Sportbremsscheiben mit genietetem Aluminiumtopf in 370 x 30 mm (Durchmesser x Dicke) an der VA und 345 x 24 mm an der HA Auspuff optimiert Streut leistungsmäßig stark nach oben Im direkten Vergleich fällt auf, wie sehr sich die Dimensionen des Mittelklassemodells “BMW 3er” im Laufe der Jahrzehnte geändert haben. Liegt es daran, dass die Menschen immer größer werden? (Sowohl vertikal als auch horizontal) Liegt es an den gestiegenen Sicherheitsanforderungen für Insassen aber auch Fußgänger? Oder ist das “Bigger is better”-Grundprinzip die Hauptursache? Vermutlich spielt alles eine Rolle, aber man fragt sich schon, wohin das noch führen soll, wenn ein neuer 8er BMW bereits stramme 1,90m breit ist und so jede linke Baustellenspur und auch so mancher Tiefgaragenparkplatz tabu ist. Wird es eine Gegenbewegung durch die Elektrifizierung und den Forschritt bei den Materialien geben? Weniger Platz für die Antriebstechnik, besserer Insassenschutz bei gleichbleibenden oder sogar schrumpfenden Abmessungen? Schau’n mer mal. Aber eins steht fest: Schöne Mittelklasseautos konnte BMW schon immer. Daran hat sich nichts geändert. Und in Weiß kommen die Konturen ganz besonders gut zur Geltung. Nun wird es japanisch-weiß… Die Autos von Alex (S13), Moritz (S14a) und Patrick (S15) sind allesamt originale Modelle aus Japan, d.h. rechtsgelenkt und mit erweiterter Ausstattung gegenüber den europäischen Modellen. Für die S15 trifft das nicht ganz zu, denn sie wurde in Europa erst gar nicht angeboten. Die Farbe Weiß hat, wie bereits erwähnt, in Japan einen besonders hohen Stellenwert und dementsprechend oft gibt es auch weiße Lackierungen. Im Falle eines Sportcoupés wie dem S-Chassis macht man damit alles richtig,...

Nürmeet 2018: Sonnenschein und S-Chassis

Das Leben ist schön! Begründung? 1. Die Sonne scheint. 2. S-Chassis, soweit das Auge reicht: S12, S13, S14, S15, alles da. Und durchweg schick, schön, schnell. Manchmal sogar alles auf einmal. 3. Sympathische Menschen mit offenen Herzen und den gleichen Interessen wie man selbst. Einfach wunderbar. Dazu die Möglichkeit, die Eifel zu erkunden und selbst nach dem 16. Nürmeet in Folge noch neue Orte zu entdecken. Wunderschöne Orte wie die Kasselburg mit ihrer Greifenwarte und der Adlershow. Auch schön: Auf dem Weg zur Burg vollkommen überraschend eine alte Bekannte wiederzutreffen, die am Straßenrand stand: Diese S13 hatte ich das letzte Mal 2003 auf dem allerersten Nürmeet in Bonn gesehen. Damals allerdings noch in einem deutlich besseren Zustand, sofern man das Mustang-Schild ignorieren kann. Wer die Standortdaten haben möchte, Mail an mich. Auch wenn manche Ausfälle wie diese zu beklagen sind, kann man insgesamt doch mit Bestimmtheit sagen: Die S-Chassis-Szene lebt, unter anderem auch durch viel frisches Blut aufgrund der Importe. Außerdem lohnt sich die Restauration aufgrund der steigenden Preise auf dem Gebrauchtmarkt sogar bei früher als hoffnungslos beurteilten Fällen. Von daher hat vielleicht auch die weinrote S13 mit Rallye-Streifen noch ein zweites Leben vor sich, wer weiß? Ältere Autos werden grundsätzlich immer beliebter, das ist ein Trend, der seit Jahren anhält und immer stärker wird. Entsprechend gehen die Preise für Young- und Oldtimer durch die Decke, diese Tatsache ist nicht allein auf S-Chassis beschränkt und bei anderen Modellen teilweise noch deutlich extremer. Gründe dafür: Wenig anfällige Elektronik, man kann viel selber machen, die Autos haben oftmals eine tolle Optik, da die Designer noch größtenteils ohne gesetzliche Reglementierungen gestalten konnten, die Wagen haben in der Regel ein gutes Leistungsgewicht und viele Hersteller haben erkannt, wie wichtig es für die Pflege der eigenen Fanbasis sein kann, auch für 30 Jahre alte Modelle noch Teile zu liefern. Also Quo Vadis S-Chassis? So lange  Fahrer von aktuellen 911 beim Überholen einen Blick riskieren, mache ich mir um die Zukunft eigentlich wenig Sorgen. Wir sehen uns beim Nürmeet 2019, wenn es wieder heißt: Das Leben ist schön.   Text und Bilder: Niels Kreischer – USED4.net Zusätzliche Bilder: Nightrun Alle diese Bilder und noch einige mehr ab morgen 26.09. auch auf unserer...

#Gegramlt: Golf Turbo extrem

Einen großen Traum zu haben ist erstmal leicht. Er kostet nichts und da die Gedanken (noch immer) frei sind, ist es ein Traum selbstverständlich auch. Kompliziert wird es dann, wenn dieser Traum in die Realität umgesetzt werden soll. Denn hier ist es nicht nur das eigene Gehirn, das alles bestimmt, sondern Faktoren wie Zeit, Geld, Wissen, Fähigkeiten, Beziehungen und nicht zuletzt auch etwas Glück. Umso höher zu schätzen sind daher Projekte wie das von Tobias Graml. Er hat aus einem serienmäßigen 2006er Golf V R32 ein turbogeladenes Tracktier gebaut und dabei viele individuelle Lösungen und Eigenkreationen ersonnen. Ein Golf? Diese Frage beantworten jedes Jahr Millionen von Menschen mit einem lauten Ja! Die Gründe sind dabei so vielfältig wie die Modellvariationen, die es gibt. Für Tobias war es eine Mischung aus “Der Wagen gefällt mir” und “Das Klischee vom Felgen-Fahrwerk-Folie-Golf kann ich widerlegen”, die ihn zum Kauf dieses allradgetriebenen VR6-Saugers bewegten, dazu kamen Rallye- und Trackgedanken, die ihm im Hinterkopf rumschwirrten. Woher diese Ideen kommen, mag man ahnen, wenn man hört, dass in Tobias’ Nachbarschaft niemand Geringeres als Walter Röhrl residiert. Anfangs noch mit Ideen von extremem Saugertuning spielend, änderte Tobias im Laufe der Zeit seine Meinung und präferierte mehr und mehr eine Zwangsbeatmung. Am Ende setzte er dann auf effizienteste Art, Motorabgase zur Leistungssteigerung zu nutzen: Einen Turbolader. Natürlich wurde es dann ein ganz besonderes Exemplar nicht von der Stange: ein gleitgelagerter, rein ölgekühlter Lader mit Billet-Turbine und Inconel-Abgasrad von Ettl Motorsport, der konstanten Druck von 2.500 – 7.500 Umdrehungen liefert. Kein High End-Teil, aber dafür robust und haltbar, auch bei Rennstreckenbetrieb. Mit dem Turbo allein ist so ein Umbau aber selbstverständlich nicht getan und da Tobias mit vielen Standardlösungen auf dem Markt nicht zufrieden war, entwickelte er auch dort manches selbst. Beispiele gefällig? Insgesamt drei Pumpen (2x Deatschwerks 65v, 1x Bosch 044)  stellen die Benzinversorgung sicher, möglich gemacht durch einen modifizierten Tank, der im Falle eines Defekts einer Pumpe noch genügend Sprit zum Motor nach vorne liefern kann Eine SL55 (ja genau, der Mercedes) – Zusatzwasserpumpe, die die ohnehin verstärkte Serienwasserpumpe mit dem vierfachen Durchsatz unterstützt. Das bedeutet, der Wärmeabtransport ist auch bei ausgeschaltetem Motor immer gewährleistet Hubraumreduktion auf 3 Liter (BUB-Motorblock) durch eine geschmiedete VR-Kurbelwelle (Typ AAA) und eine Verdichtung von 9:1 Kopfbearbeitung von Ettl Motorsport, Inconel-Auslassventile, Ventildeckel vom Golf IV R32 BFH für mehr Blow By-Durchsatz GUM-Getriebe mit einem (fast) geradeverzahntem SQS-Radsatz verstärkt, dazu wurden die Lagersätze ausgefräst und mit Lagermessing ausgegossen EMU-Steuergerät mit CAN-BUS-Anschluss. das ABS, ESP und auch der Allrad funktioniert weiterhin (letzterer sogar variabel verteilbar) Eigenbau Abgasanlage mit Rothe Motorsport Turbokrümmern und einem großen 200 Zeller HJS-Metallkat K-Sport Bremsanlage VA 8 Kolben, HA 4 Kolben mit Stahlflexschläuchen und einer adaptierten Bremsenkühlung vom Astra H OPC Tobias’ Fokus liegt auf Fahrbarkeit, Zuverlässigkeit, Kurvenwilligkeit, Restkomfort bei aller Sportlichkeit und viel Spaß am Fahren. Sekundär sind Dinge wie Tiefe, Aussehen, Felgen oder maximale Motorleistung. (530 PS und 710 NM sind in der R32-Turbo-Liga eher konservativ.) Gegen etwas mehr Optik hat aber auch Tobi nichts und so steht auch eine Verbreiterung der Karosserie sowie der Achsen auf der To-Do-Liste: Gruppe B lässt grüßen. Außerdem möchte er das Leistungsgewicht von der Gewichtsseite her angreifen und mit Carbonteilen wie z.B. einer originalen VW-Motorsport-Carbonhaube oder auch Kevlar-Kotflügen, die derzeit noch die stramme Summe von 1.550 Kilo um einige tausend Gramm erleichtern sollen. Die Motorleistung sieht Tobi dagegen als vollkommen ausreichend an (USED4 nickt mit dem Kopf), nur etwas mehr Drehzahlfreude durch schärfere Nocken samt härteren Federn soll noch hervorgezaubert werden. Ein größerer Heckflügel wird zukünftig für mehr Downforce sorgen und Alu-Querlenker dafür, dass der Golf leichter ums Eck geht. Tobias ist es besonders wichtig zu betonen, dass er sich zwar für einen VW entschieden hat, dass das aber nicht gleichbedeutend damit ist, er wäre jetzt auf Volkswagen und seine Produkte fixiert und würde nicht über den Tellerrand schauen. Ganz im Gegenteil, ihm ist absolut bewusst, dass andere Marken für bestimmte...

Come to the K-Side: We have Coolness

Die Zutaten für ein gelungenes Carmeet? Ist doch eigentlich ganz einfach:   Die richtigen Autos Die richtige Location Die richtigen Menschen Das richtige Team Und selbstverständlich auch das richtige Wetter   Hmmm, so aufgelistet wirkt es auf einmal doch nicht so simpel, ein gelungendes Autotreffen zu veranstalten, oder? Chris Kappenberger hat es zusammen mit seinem K-Side-Team aber erneut geschafft, auch 2018 wieder ein Meeting auf die polierten Dreiteiler zu stellen… …das sich gewaschen hat: Da wären zuerst die richtigen Autos… BMW aus allen Baureihen, einige besondere Benz’, heisse Audis, heftige VW, kreative und coole Opel, eine Renn-Corvette, ein geslammter Subaru Impreza und auch mein Nissan 200 SX mit BMX auf dem Dach: Ein bunter, toleranter Mix, viele Inspirationen und tolle Gespräche über Ideen und Umsetzungen: So wie das Carlife eben sein soll.   Die richtige Location… Der Kappenbergersche Hof bietet Platz ohne Ende, eine tolle Kulisse für die Autos und ist ein entspannter Rückzugsort, fernab jeder Straßenkontrolle und Stilllegungsgefahr.     Die richtigen Menschen… Gechillt, relaxed, offen, entspannt, fröhlich und froh, dabei sein zu können. Darf ich vorstellen? Das booty shakende K-Side-Publikum.   Das richtige Team… Engagierte, selbstständige Helfer, die mit einem Lächeln dafür sorgen, dass alles glatt läuft. Vielen Dank.     Das richtige Wetter. 2017 war das K-Side unfassbar heiß und endete in der Nacht mit einem heftigen Wolkenbruch. 2018 dagegen tröpfelte es immer wieder mal (siehe Scheibe), es war angenehm warm, aber nicht zu heiß und so konnte man es prima aushalten. Auch fotografierend in der Hocke. Nachts wurde der Regen dann wieder etwas stärker, aber dieses Jahr war vorgesorgt: Zeltdisco FTW Aber zu einem richtigen Meeting gehört auch eine Überraschung. Dazu hatte Chris sich ein ganz besonderes Bonbon überlegt: Ein waschechter Hubschrauber bot die Möglichkeit, den inneren Apokalypse Now-Monolog, A-Team-Vorspann oder eine ganze Trio mit vier Fäusten-Folge abspielen zu lassen. Super Sache. Nur eins habe ich mich gefragt: Wie schafft es ein Hubschrauber mit einer Borussia Dortmund-Liebesbezeugung durch die bayerische Flugabwehr? Es wird wohl ein Rätsel bleiben.   Weniger rätselhaft ist dagegen die Tatsache, dass ich auch 2019 wieder beim K-Side antreten werde. Denn gelungene Autotreffen sollte man unterstützen. Und zwar richtig. Come to the K-Side: We have Coolness   Niels Kreischer –...