Don’t mess with Essen

Essen Motor Show – Drei Worte wie Donnerhall Die größe Tuningmesse Deutschlands mit regelmäßig über 360.000 Besuchern, den glitzernden Stars der Szene und auch vielen Autos, die man sonst nur aus dem Internet kennt. Auch dieses Jahr machten wir uns also auf den Weg zur EMS, zugegebenermaßen mit einer gewissen Routine auf der Route. Bereits seit 2012 habe ich mir ununterbrochen jede Essen Motor Show angesehen und ich stelle fest, dass es zwei Konstanten gibt: Konstante Nr. 1 ist der Umstand, dass der Stand von JP Performance analog zur Popularität von JP wächst und wächst… Kreativ, beeindruckend und toll für die vielen Fans, die extra wegen Jean Pierre und Co. nach Essen kommen.   Die beiden deutschen Automotive-Youtube-Stars unter sich: JP und Daniel Abt. Und das meistgekaufte Tuningteil auf der Messe war vermutlich der JP-Kalender: Leicht erschöpfter Fan, aber stolz auf die Trophäe. Im Gegensatz zu anderen vertickt er das Teil auch sicher nicht mit Gewinn bei Ebay, sondern hängt es an die Wand und freut sich über die Bilder. Guter Mann.   Konstante Nr. 2 ist die Tatsache, dass der KW-Stand immer die mit Abstand größten Hostessen am Start hat. Ob Methode oder Zufall, aber beeindruckend sind die Damen durchaus. Die Umdeutung von “KW”, die einem Kumpel einfiel, soll hier aber kein Thema sein. Ich bin 1.86m und war auf Kinnhöhe. Übrigens auch in guter Trick, um die Autos tiefer wirken zu lassen.   Ansonsten unterliegt eine Messe wie die EMS einem steten Wandel: Firmen entstehen, expandieren, andere gehen pleite oder werden geschluckt, neue Ideen werden auf den Markt gebracht oder alte aufgefrischt. Rotiform bringt beispielsweise die Wheel Disc wieder. Ein Rennsportrelikt aus vergangenen Zeiten, jetzt wieder hip.   Tief ist dagegen immer Trend. Im Trend sind leider auch die Kontrollen rund um das Messegelände. So mancher Besucher oder sogar Aussteller (wie dieser belgische Tigra mit Audi und Peugeot-Lichtern) schaffte es entweder gar nicht oder nur über den Umweg DEKRA/TÜV-Prüfstelle zur Messe. Dicke Rechnung selbstverständlich inklusive. Da fragt man sich schon nach der Verhältnismäßigkeit und ganz besonders auch nach der Differenzierung, die oftmals überhaupt nicht stattfindet: Tuner = gefährlicher Raser und Chaot, basta. Die Hürden für Eintragungen werden immer höher und selbst wenn man dann eine Eintragung hat, zweifelt sie der Polizeibeamte vor Ort an und legt das Auto gerne trotzdem still, was automatisch erheblichen Zeitaufwand und beträchtliche Kosten nach sich zieht. Hier wird eine ganze Gruppe pauschal verurteilt und kriminalisiert, wegen einiger unverbesserlicher Idioten, die (auch mit komplett serienmäßigen Autos) rasen oder möglichst laut durch die Innenstadt posen müssen. Ich bin gespannt, welche Richtung diese Entwicklung nehmen wird. Wenn es so weitergeht, wird der negative Einfluss auch auf Urgesteine des Tunings wie die EMS, größer werden. Auf der Messe selbst war die Stimmung aber wie immer gut und gelöst. Das gilt besonders für den Previewday, wenn alle Messemenschen noch frisch und ausgeruht sind. Wie hier auf dem Stand bei Sidney Industries.   Was mir an Essen seit jeher ganz besonders gut gefällt, ist die Bandbreite der vorhandenen Autos… Neben den (bereits oben geposteten) modernen Straßenwagen, gibt es noch viele andere Segmente: Zum Beispiel Renn- oder Driftwagen aus allen Jahrzehnten: Nur für den einen Zweck gebaut und trotzdem sehen sie superheiß aus. Form folgt Funktion – Fan folgt Form   Kurzer Blick hinüber zu den Driftern: Welcher ist mittlerweile auch in Deutschland wohl der wohl beliebteste Motor? Beyoncé kennt die Antwort: One JayZ.   Aber nun zurück zu den Menschen, die ihre Reifen höchstens durchdrehen lassen, weil die Auffahrt so steil ist und ein Rad in der Luft schwebt: Die Kreatiefen. Und beileibe nicht nur aktuelle Modelle werden auf den Boden der Tatsachen gelegt. Auch der Seniorenfraktion wird mit Eifer die Luft aus den Radkästen gelassen. Für jedermann sichtbar, auch die Old-  und Youngtimerszene lebt und atmet. Vom absolut serienmäßigen und sündhaft teuren 2000 GT, über den bösen Manta B, bis hin zum geslammten Ferrari 308 GTB: Oldie...

Jubiläumsessen: Die EMS wird 50!

Die junge Dame zeigt es an: Die Essen Motor Show feiert in diesem Jahr bereits ihr 50. Jubiläum. Das bedeutet, bereits seit dem Jahr 1967 werden in Essen Autos ausgestellt, die tiefer, breiter, schneller, exklusiver und edler gemacht wurden. Einige Beispiele der 2017er EMS gefällig? Typisch Essen: Eine große Bandbreite an Umbauten wird geboten. Ob BMW, Audi, Nissan, Toyota, Porsche, Mercedes oder Honda. Alles ist da, für jeden Geschmack ist was dabei. Auffallend war die große Präsenz des aktuell erfolgreichsten deutschen Tuners: J.P. Krämer mit seiner stark expandierenden Marke JP Performance Der JP Performance-Stand nahm in diesem Jahr enorme Dimensionen an. Wirklich beeindruckend und offenbar unaufhaltsam. Die Auswahl der präsentierten Wagen entsprach dem jeweiligen Youtube-Hype: Ob R8, TT Clubsport Turbo, R34, 964 oder auch der spektakuläre Neuzugang M3 Turbo. Sie alle waren da und für Jedermann erreichbar. Respekt vor so viel Vertrauen in die Vernunft der Besucher. Trotz des ganzen Erfolgs stets sympathisch, freundlich, neugierig und geduldig. Nicht nur USED4 gegenüber, sondern allen seinen Fans. Ist das vielleicht sogar sein Geheimrezept? Aber nicht allein am JP-Stand waren JP-Autos zu sehen, über die ganze Messe verteilt findet man Projektautos aus seiner Hand. Ein weiterer Name, den man sich merken sollte, ist die Firma Tofugarage von Alex Bettag. Bei USED4 bereits Anfang des Jahres vorgestellt, scheint der Aufstieg der ultrabreiten Rocket Bunnies in Deutschland raketenhäschengleich zu sein: Steil nach oben.   Ein kontroverser Punkt ist und bleibt das Thema “Legalität”. Die rührige Aktion “Tune it Safe” der Polizei, die jedes Jahr mit einem anderen Projekt aufwartet und zu legalem Tuning aufruft, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Schlinge für Liebhaber getunter Autos in Deutschland immer weiter zuzieht. Wir haben es bei der Anfahrt nach Essen selbst erlebt, als ein dezent tiefergelegter Golf III von einer Autobahnstreife aus dem fließenden Verkehr gezogen wurde. (Ein Golf, bei Weitem nicht so tief wie der diesjährige TiS-Golf, dessen Reifen beim Rangieren schon an den Radläufen geschliffen haben muss und der so niemals einer Kontrolle durch die reguläre Polizei standhalten könnte.) Man wird bei solchen Aktionen das Gefühl nicht los, dass Events wie die EMS von der Polizei genutzt werden, um gezielt umgebaute Autos zu erwischen. Selbstverständlich gibt es nicht “DIE Polizei”, genausowenig wie es “DIE Tuner” gibt. Beide Gruppen sind heterogen, es existieren jeweils unterschiedliche Charaktere und Pauschalisierungen sind immer fehl am Platz. Aber genau solche Pauschalurteile werden momentan in der deutschen Gesellschaft gefällt: Jeder, der sein Auto umbaut, wird automatisch verdächtigt, damit auch zu rasen, Gesetze zu ignorieren und sich und andere gefährden zu wollen. Dabei kann man auch mit einem vollkommen serienmäßigen Auto massiven Schaden anrichten und oft sind es sogar die Tuner, die eher bedächtig und vorsichtig fahren, weil ihr Auto für sie nicht nur materiellen, sondern auch einen immensen ideellen Wert darstellt. Diese Verallgemeinerungen und Verurteilungen kriminalisieren einen nicht unerheblichen Teil der Autofahrer, die jedes Jahr eine Summe beträchtliche Summe an Steuergeldern erzeugen, Arbeitsplätze in der Tuningbranche sichern und ihr Geld lieber in ihr Hobby stecken, statt in Alkohol und Glücksspiele. (Ja, auch ein Tuningprojekt ist ein Glücksspiel und ein umgebautes Auto kann besoffen vor Glück machen, aber man versteht hoffentlich, was wir meinen.) Wie geht es also weiter mit dem Tuning? Die Hersteller bieten mehr und mehr eigene Kits an und grasen so den klassischen Tunern spürbar Marktanteile ab. Aber ist das dann eigentlich noch Tuning? Ist der eigentliche Reiz an der Individualisierung nicht gerade diese Entscheidung für etwas Spezielles, eine ganz bestimmte Marke, eine besondere Farbe, ein edles Material, ein exklusiver Look, eine außergewöhnliche Fahrzeugttiefe? Kann das ein Tuningkit “von der Stange” auch bieten? Wird das Thema E-Mobilität mit seinem großen Anteil an Modularität (Antriebe, Plattformen, Elektronik) auch Einfluss auf den Tuningsektor haben? Fragen über Fragen. Ob die 51. EMS darauf schon Antworten bieten wird? Wir sind jedenfalls sehr gespannt, wie sich das Tuning in seinen vielen Facetten weiterentwickelt. Die EMS läuft noch bis zum 10. Dezember. Wer...

Vorschau: Essen Motorshow 2015

Motorshow Essen oder Essen Motorshow, wie auch immer. Hier waren wir in den letzten Jahren auf jeden Fall schon öfter vertreten und freuen uns immer wieder auf diesen angenehmen Saisonabschluss im Ruhrgebiet. Bis zum 06.12.2015 habt ihr noch die Gelegenheit, euch den Jahrmarkt der Fahrzeug-Modifikationen anzusehen. Vorab einige Eindrücke von uns für euch…  Freilich geht es bei mir mit den feschen Schnitten von KW automotive los, die wie jedes Jahr umwerfend aussahen und dazu auch noch richtig gut aussahen. Am Stand von KW automotive gab es zudem wie immer gute Gespräche und Beratung zu Fahrwerken und Rennsporttechnik. Ein Stand, der mehr als einen Besuch wert ist. “Sack und Asche, der Rusty Slammington auf der Essen Motorshow!” – so ging es mir, als ich den aufs niedrigste reduzierten BMW E28 sah. Bekannt aus allen einschlägigen Fachforen ist dieser E28 ein echtes Highlight für alle Stance- und Hellaflush-Kids. Die Story zu dem Wagen ist auch nicht ohne und kann HIER nachgelesen werden. Auch Jean Pierre von JP Performance ist vor Ort, was enorme Freude bei Allstar Niels und Youngster Alex auslöste. Dass die Jungs sich nach dem Foto noch jeder ein Autogramm von JP geholt haben, sollte ich für mich behalten, aber gut… JP hat auch seinen mächtigen Nissan GT-R mitgebracht. Dazu gibt es demnächst mehr. Geliebt und gehasst, die geilen Umbauten von RAUH-Welt Begriff aus Japan. Wenige Tuner polarisieren so wie Nakai mit seinen extremen Verbreiterungen und aggressiven Heckspoilern. Wir haben Nakai San vor Ort getroffen und sind von seiner Arbeit begeistert. It’s a rough world! Racepoutin’s heißer 1er BMW e82 auf goldigen VIP Modular Wheels VR15 und äußerst wenig Luft im Radkasten.   Das Autohaus Brömmler präsentiert den VR38DETT seines R35, ohne die Haube zu öffnen. Ziemlich gewitzt, diese Brömmlers.   Alles neu im Amazon. Dieser Volvo Amazon aus dem Jahr 1968 wurde radikal modernisiert: Innenraum, Antrieb, Elektrik, Fahrwerk…   Porsche 918 Spyder bei Autoweiland in der Klassiker-Halle: Das Hybrid-Monster mit 887 PS zoomt sich in 2,6 Sekunden auf 100 und in 6.57 Min um die Nordschleife. So viel für den Moment von der Essen Motorshow 2015. Ein weiterer und umfangreicherer Artikel steht bereits in den Startlöchern. Uns hat es wie immer gefallen und wer die Gelegenheit hat, den Hallen einen Besuch abzustatten, sollte diese nutzen und sich ausgiebig umsehen. Ein einziger Tag reicht mittlerweile schon fast nicht mehr, um sich einen echten Überblick über das gebotene Spektakel zu verschaffen. Aber man kann es natürlich versuchen. Niels Kreischer & Stefan Brencher...