RWB Artemis P1

Bereits zum diesjährigen ÜBERfest erfuhr ich über den Buschfunk, dass ein weiteres RWB- (wie den Meisten von euch sicherlich bekannt, aber für alle anderen noch einmal ausgeschrieben RAUH WELT BEGRIFF) Projekt in Deutschland in den Startlöchern steht. Andy Füllborn,  DER MANN hinter den legendären XS Events, entwickelte bereits seit geraumer Zeit die Idee im Kopf. Viele von euch werden jetzt sicherlich aufhorchen und erstaunt das Projekt hinterfragen, da es nicht über Sidney Hoffmann lief. Die Erklärung: Andy stand seit dem letzten Jahr in persönlichem Kontakt mit RWB Los Angeles. Die Mehrheit unter euch wird vermutlich nicht wissen, dass die XS bereits über den großen Teich geschwappt ist und gar in Long Beach ihren Einstand gefeiert hat. Zusätzlich und nicht zuletzt auch aufgrund des enormen Wertewandels, welches Dank der FLGNTLT-Crew in Deutschland stattgefunden hat, konnte einmal mehr Andy seinen Geschmack unter Beweis stellen und ließ in der Folge davon Nakai San einfliegen. Das Projekt sollte pünktlich zur XS-Classic fertig werden und so wurde Nakais Aufenthalt bereits lange im Vorhinein geplant. Von alldem wusste ich natürlich nichts und so rief Andy mich am Montag dieser Woche vollkommend überraschend an und weihte mich in den straffen Zeitplan an: von Mittwoch bis Donnerstag sollte die Magie stattfinden und ich war dabei. Solch eine Chance ist es mir sogar wert gewesen, zwei Tage meines Jahresurlaubs (die eigentlich geplanten 14 Tage und die gebuchte Reise nach Italien mussten abgesagt werden) für dieses Projekt abzuknapsen. Kurzerhand wurde der Alltags-ML gegen den GTR getauscht und ab ging es durch etliche Staus und dichten Verkehr nach Freital, wo ich mit großer Verspätung eintraf. Aber es war noch nicht zu spät und so kann ich euch schon einmal vorab sagen…es hat sich gelohnt. Und wie! Im Gegensatz zu vielen anderen RWB-Aufbauten und wie zuletzt ja auch bei Sidney (dies ist keinesfalls als Kritik zu verstehen, ich fand es bewundernswert, dass er wirklich allen die Chance gab, diesem Event live oder virtuell beizuwohnen) hielt Andy es in einen sehr kleinen und familiären Rahmen. Nur Freunde, Kollegen und eben auch meine Wenigkeit bekamen Ort und Zeit mitgeteilt und versammelten sich rund um Nakai San und den Porsche 964. Die Stimmung war großartig, relaxt und familiär. Die Menschen allesamt offen, in Gesprächs- und Diskussionslaune und das Wetter wie es Ende August sein sollte. Unglaublich warm. Zu RWB gibt es natürlich viel mehr zu sagen, daher werde ich alsbald in einem weiteren Feature (ich schaffe es einfach nicht, alles in einen Artikel zu verpacken) einen detaillierteren Blick auf diese seltsame japanische Firma mit dem deutschen Namen werfen. Aber zurück zum Projekt: Akira Nakai war wie immer virtuos und schnitt, schliff, klebte und schraubte an Andys Porsche wie ein Künstler. Ich würde soweit gehen zu sagen, dass Nakai San eine Art Auto-Andy Warhol unserer Zeit ist. Seine Projekte sind mehr als ein einfacher Umbau. Hinter jedem Namen eines seiner Autos stecken mehr als nur GFK-Anbauten und ein einfacher Porsche. Natürlich könnte man meinen, hinter jedem eigenen Projekt steckt auch mehr der eigenen Seele, doch in diesem Fall ist dies etwas komplexer. Nakai Sans Projekte sind automobile Skulpturen. Das Auto wird zu Anfang zwar mit dem Besteller abgestimmt, dennoch verpasst Nakai einem jedem Auto den gewissen Feinschliff ganz allein. Jeder RWB ist ein Unikat und wird selbstredend signiert! Darauf hat der zukünftige Besitzer ebensowenig Einfluss wie auf den Namen des Autos, welcher erst nach Abschluss des Umbaus und beim Anbringen des Windshield Banners verkündet wird. Jeder Handgriff am Porsche sitzt und Maßbänder gibt es für Akira nicht. Ein RWB mag nicht perfekt sein, ist aber dennoch auf extrem hohem handwerklichen Niveau umgesetzt und ist gerade wegen den individuellen Details so besonders. Eben weil er nicht zu 100% perfekt ist! Es gibt selten wirklich schöne Bodykits, doch ein RWB wirkt stets wie aus einem Guss. Als hätte es diesen Porsche nie anders gegeben und auch die Materialanmutung ist mit heimischen Teilen nicht vergleichbar. Nakai Sans Charakter...

ÜBERfest 2k16: Circuit Soul

ÜBERfest ist zurück! Nach der kreativen Pause im letzten Jahr gab es nun ein Wiedersehen mit alten Freunden und der exklusiven Location im Fahrerlager des Sachsenrings, der damit auch gleichzeitig Namensgeber der diesjährigen Ausgabe „Circuit Soul“ ist. Was genau macht aber die „Seele“ einer solchen Veranstaltung aus? Da ist in erster Linie das Thema das Treffens, im Falle des Überfests: „Markenoffenheit, Qualität und Exklusivität“. Aber auch die Organisation und der reibungslose Ablauf spielen eine große Rolle dabei, wie man als Besucher im Endeffekt eine solche Veranstaltung empfindet. Und bei diesen Punkten hat die 2016er Auflage nochmals einen deutlichen Fortschritt gegenüber 2014 gemacht. Dafür Respekt, meine Damen und Herren. Dass zur Teilnahme am Überfest grundsätzlich eine bebilderte Bewerbung und ein Auswahlverfahren gehörten, sorgte im Vorfeld bisweilen für Diskussionen. Aber ohne diese Vorauswahl würde die Qualität der Fahrzeuge einfach nicht das gewünschte „Jedes Auto ein Hingucker“-Niveau erreichen. Dabei geht es aber niemals um persönliche Sym- oder gar Antipathien, stattdessen zählt nur das Konzept des Wagens, die Umsetzung sowie die optische und technische Qualität. Dass das Überfest mit diesem hohen Anspruch in Kombination mit der vollkommenen Markenoffenheit in Deutschland nur sehr wenige Nachahmer hat, ist so schade wie verwunderlich. Ist denn wirklich so abwegig, sich als Fahrer eines 90er Jahre-Nissan neben einen Airride-Golf VI mit 20″  BBS und Bentley-oder Lamborghini-Bremsen zu stellen? Und wieso gibt es eigentlich Animositäten zwischen Audi-Turbo-Quattro- und BMW-Sauger-RWD-Besitzern? Weshalb existiert nochmal dieser bereits legendäre Zwist zwischen Opel- und VAG-Veredlern? Im Prinzip verfolgen wir doch alle das gleiche Ziel: Autos schneller, schöner oder einfach individueller machen. Dass einem nicht automatisch alles gefallen kann, ist selbstverständlich und liegt in der Natur der Sache (damit sind ausdrücklich nicht dieser Ascona C oder der Audi 200 gemeint). Aber das muss es ja im Endeffekt auch überhaupt nicht. Respekt vor der geleisteten Arbeit, der aufgewendeten Zeit und manchmal eben auch „nur“ vor dem finanziellen Einsatz kann man dennoch haben. Denn mir ist jemand, der sich für das geerbte Geld von Opa einen fetten Schlitten kauft, immer noch lieber als jemand, der automobile Indivualität generell als unnötigen Quatsch abtut und Tuner für Verrückte hält. Gerade bei markenoffenen Treffen ist die Inspiration für das eigene Projekt doch besonders hoch. Im eigenen „Lager“ bleibt man trendmäßig doch oftmals unter sich und versucht eher, sich durch besondere Ausführungen des ähnlichen Themas von der Masse abzuheben. Schaut man stattdessen auch ab und zu mal über den Tellerrand und sieht sich die Konzepte und Ideen der „anderen“ an, kommt man meiner Meinung nach viel eher zu neuer Inspiration. Selbst wenn die Umsetzung auf dem Modell eines anderen Herstellers vielleicht nicht ganz so gefällt, könnte der gleiche Mod am eigenen Auto ein richtiger Volltreffer sein. Glücklicherweise war die Vielfalt beim diesjährigen Überfest erneut hoch und das Auge bekam wieder große Abwechslung geboten. Auch die Ohren wurden dank des erstklassigen DJs mit einem astreinen Mix gestreichelt und kulinarisch war mit dicken Burgern und fantastischem Softeis (mein erstes seit gefühlt 15 Jahren!) ebenfalls für zufriedene Gesichter gesorgt. Alles prima, also? Ja absolut. Bis auf das Wetter. Aber hey, wir haben 2016 und dass dieses Jahr so ziemliches jedes Outdoor-Event mindestens einmal nass wird, ist ja schon die Regel und nicht die Ausnahme. Sah der Morgen noch sommerlich und ganz nach Ende Juli aus, zogen die Wolken gegen Mittag immer weiter zu und am Nachmittag regnete es dann auch etwas. Die Gelegenheit für Bilder von nassen Autos auf feuchten Straßen. Aus diesem Grund wurde die Pokalverleihung (in Form der Sachsenringrennstrecke) auch leicht vorgezogen, was aber nichts am starken Applaus für die Sieger änderte. Das sind sie: Mercedes Benz S-Klasse W109 Ford Escort Cosworth BMW 328i e36 Toyota Corolla AE86 BMW e30 mit M3-Motor aus dem e46 Porsche Carrera 911 (997) BMW e46   Im Anschluss an die Auszeichnungen konnten wir am USED4-Stand noch den einen oder anderen Kunden glücklich machen und ließen danach das Überfest langsam ausklingen… Wir bedanken uns mit einem virtuellen...

Allstedt – Ein Märchen wird wahr

Once upon a time… Die Zahnfee: ein Fabelwesen, das kleine Kinder für seine verlorenen Zähne entschädigt. Aber auch Märchentanten wie sie, müssen mit der Zeit gehen. Aus diesem Grund hat sie kürzlich ihr Berufsbild auch stark modernisiert. Statt Goldmünzen für ausgefallene Milchzähne unter Kissen zu legen, liefert sie mittlerweile für ein paar Euro ausgefallene Driftevents für Milchbubis und Goldmädels. Daran könnte sich übrigens auch der Sandmann mit seiner ausgelutschten Schlafsandnummer gerne mal ein Beispiel nehmen. Aber zurück zum eigentlichen Kern dieser Geschichte: Driften in Allstedt. Nachdem es 2015 den ersten und direkt erfolgreichen Anlauf gegeben hatte, zogen die Zahnfee und ihr Orga-Team (vielen Dank an dieser Stelle für die tolle Arbeit) das Ganze noch etwas größer und beeindruckender auf. Im Januar diesen Jahres wurde aus diesem Zweck im Schwäbischen extra ein Motorsportverein gegründet, der SXOC e.V. Vorsitzende: die Zahnfee (keine Zauberei) Als eingetragener Verein fällt das Mieten und Versichern einer solchen Veranstaltung deutlich leichter und auch die Aufgaben verteilen sich auf mehrere Köpfe. Diese Aufstockung war allerdings auch dringend nötig, denn die Teilnehmerzahl wuchs dieses Jahr massiv und so war auf der Strecke auch immer ganz schön was los. Streckenweise waren aber auch schöne Teile ganz los. (Nein, es ist eigentlich weiterhin ein S-Chassis-Treffen der Foren SXOC und SXCE, aber E36 sind halt so schön günstig, im Vergleich zu S13 und S14) Ob Privatmann oder Profifahrer, ob S-Chassis oder Fremdprodukt, hier hatte einfach jeder seinen Spaß. Der bereits für den Tag vorhergesagte Regen ereilte das Treffen erst gegen Samstagabend, dann allerdings durchaus heftig.Um im Märchenthema zu bleiben: Es blies derart wild über den Platz, dass man meinen konnte, der böse Wolf stünde vor der Tür. Größere Schäden waren zum Glück zwar nicht zu beklagen, aber die angesetzte Mitgliederversammlung des SXOC e.V. musste bis auf Weiteres verschoben werden. Aber Allstedt ist bei Weitem nicht nur Driften, Allstedt ist auch Reparieren, Diskutieren, Reifen montieren und hart Parkieren. Übersetzt heißt das, auch der Parkplatz bietet für den Besucher (Eintritt kostenlos) ein großes Spektrum an schönen und faszinierenden Wagen. Beispiele gefällig? Schön. Faszinierend. Schön. Faszinierend. Schön. Faszinierend. Schön. Faszinierend. Schön und faszinierend. Der ehemalige russische Militärflugplatz Allstedt ist aber auch ohne Drift-Event jederzeit einen Besuch wert. Mit seiner Abgeschiedenheit, den gewaltigen Dimensionen und der beeindruckenden Infrastruktur, die durch die erhaltenen und verfallenen Gebäuden gleichermaßen geprägt wird, ein wirklich geschichtsträchtiger Ort.   Ihr findet, Drift wird am besten durch bewegte Bilder dokumentiert? Dann freut euch, wir haben auch von diesem Event feines Videomaterial mitgebracht. Hier das tolle Video unseres Medienpartners NIGHTRUN. Das Onboard-Video von Stefan Brencher, unserem USED4-Editor und zertifiziertem Driftexperten („Driften ist Monstertrucks“). In den nächsten Tagen sollte noch ein weiteres Video folgen, also schaut hier ruhig mal wieder vorbei.   Fazit: Allstedt 2017 ist schon jetzt dick und rot im Kalender markiert und das, obwohl der Termin derzeit noch gar nicht feststeht. Warum? Endlich hat Deutschland einen großen Grassroots-Drift-Event von Driftern für Drifter und das feiern wir und unterstützen es, wo wir nur können. Die Stimmung ist super, die Teilnahmebedingungen und -kosten äußerst human und die Strecke ist zwar talentfordernd und reifenmordend, aber eben auch lang, breit, abwechslungsreich und einfach märchenhaft schön. Die Zahnfee hat offensichtlich ihren neuen Platz in der Welt gefunden: Vom Fabelwesen zur Managerin von Driftevents. Und wenn sie nicht gestorben ist, organisiert sie auch 2017 Driften in Allstedt.   USED4.net – Where the magic happens.   Bilder und Video: Stefan Brencher – USED4.net Text und Bilder: Niels Kreischer – USED4.net Video: Sahand Fujiyama –...

King of Europe – Anneau du Rhin

In Europa gibt es immer noch viele Könige, wie zum Beispiel Philippe aus Belgien, mit seiner föderalen und konstitutionellen Monarchie oder Carl XVI. Gustaf, der schon seit 1973 die parlamentarische Erbmonarchie in Schweden feiert. Letztes Wochenende ging es in Frankreich aber um ganz andere Qualitäten als seinen Hofstaat im Griff zu haben oder zu überlegen, zu welchem Anlass man als nächstes den kompletten Weinkeller ausräumen kann. Es ging um das Driften eines schnellen und anspruchsvollen Streckenlayouts auf einer der schönsten Rennstrecken Europas – Anneau du Rhin! Das Layout hierbei hat aber nicht irgendwer aufgemalt, sonder der „Drift-King“ Keiichi Tsuchiya höchstpersönlich! Dieser nahm die weite Reise aus Japan auf sich, um als Judge den zweiten Lauf des diesjährigen King of Europe Championship zu bewerten und um zu sehen, was die Europäer so aus seinem schönen Sport machen. Enttäuscht wird er nicht gewesen sein, denn das Niveau war sowohl auf, als auch an der Strecke sehr hoch und so wurde oft anerkennend genickt, was im zurückhaltenden Land der aufgehenden Sonne vermutlich schon was heißen will. Als Teil des GT RADIAL Drift Teams habe ich das große Glück, dieses Jahr drei King of Europe Läufe besuchen zu können (Anneau du Rhin, Greinbach und Oschersleben) und war vor Anneau du Rhin sehr aufgeregt, da ich bereits im Jahr 2011 das Vergnügen mit dem aufregendem Asphaltband im Dreiländereck Frankreich, Deutschland und der Schweiz hatte. Damals lief hier ein JDM Allstars Lauf und ich hab mich sehr gefreut, einige bekannte Gesichter wieder zu sehen. Eines davon ist Maxime Castanié vom Team D-Famous in seiner Nissan S13.5 (S13 Chassis mit S15 Front). Im Jahr 2011 schickte ich ihm ein Foto seines Nissans, welches er dann für seine Business-Card nutze. Eine davon habe ich von ihm am Wochenende als Andenken erhalten – mercie mon amie! So einen Lauf des King of Europe kann man Außenstehenden auf jeden Fall gut erklären, indem man das Wochenende mit einem Festival vergleicht. Musik gibt es zwar keine und es fließt auch sehr viel nur manchmal sehr wenig Alkohol, aber dafür gibt es aufregenden Extremsport und spannende Zweikämpfe auf dem Track. Fahrer von Driftautos muss man sich dabei ein wenig wie die Gladiatoren von damals vorstellen. Sie treten im KO-System gegeneinander an und am Ende bleibt nur der Eine übrig, der sich gegen alle anderen durchsetzen konnte. Das hat schon etwas martialisches und macht in meinen Augen einen großen Teil dieses Sports aus. Wer da am Ende gegen wen ausscheidet und warum, bestimmt dabei eine Jury, die in der Qualifikation Punkte für Linie, Geschwindigkeit und den Driftwinkel vergibt. Den Punkt „Style“, der ebenfalls gewertet wird, finde ich persönlich ein bisschen unnötig, bin mir aber sicher, dass der auch irgendwie seine Daseinsberechtigung hat. Oben sieht man Keiichi auf dem Aussichtsturm mit einwandfreier Sicht auf die Arena. Im Briefing zu Beginn des Events erklärte Keiichi Tsuchiya, was er gerne sehen würde und welche Erwartungen er an die Fahrer hat. Später konstatierte er, dass es bei dieser Runde durchaus fünf bis sechs Fahrer gab, die sich auch auf internationalen Events beweisen könnten. Als Drifter kann es wohl keine größere Ehre geben, als das von diesem Mann gesagt zu bekommen. Den Freitag verbrachte ich damit, die Strecke während des Trainings abzulaufen und mir anzusehen, welche Blickwinkel sich für Fotos am besten eignen. Das Foto oben von der Nissan S13 der Street Racing Garage entstand kurz vor Ende des Trainings und wurde mit einer Zehntelsekunde aufgenommen. Von diesem Nissan gibt es noch einige Fotos im Fotoalbum, da mir der Style des Wagens sehr gut gefallen hat. Später im Fahrerlager war es dann erneut ein Nissan S13 zu sehen. Hier musste ich an meinen Freund Alexander Prey (Nation Zero, fiese Bande) denken, der mit seiner Leidenschaft für die Nissan S-Chassis schon mehrmals zu Gast bei USED4.net war. Bei diesem Modell hier, würde er vermutlich die eingestellte Fahrwerkshöhe bemängeln und freundlich darum bitten, dass Chassis etwas näher an den Asphalt zu bringen. Aufregendes Detail sind die Sitze...

Wild Wild East

Nach dem großen Erfolg unserer Wörthersee-Tour im vergangenen Jahr, hatten wir uns für 2016 auch wieder etwas besonderes vorgenommen. Es sollte dieses Mal allerdings nicht nach Österreich, sondern in den Osten der Republik gehen, genauer gesagt nach Sachsen. Dort hat USED4-Editor Philipp seine Basis und wer jetzt denkt, dieses Bezeichnung klingt eher nach James Bond-Bösewicht und wäre eventuell etwas übertrieben – ist es nicht! In seiner NISSAN-Garage fand dann auch der erste Abend statt. Es wurde gegrillt, getrunken, gefachsimpelt, gelacht und gestaunt. Ein Auszug der vertretenen Modelle: Honda NSX und Mitsubishi Lancer RalliArt Honda Integra DC2 Willis famoser Toyota Chaser JZX100, der bei USED4 bereits das eine oder andere Mal präsentiert wurde. Und natürlich auch die beiden Nissan von Philipp und mir, sein mit NISMO-Parts verwöhnter R32 GT-R und mein(e) schmutzige S13. Am darauffolgenden Tag fuhren wir dann nach Leipzig zum JDM Season Opening, über das wir bereits mit einem FB-Album berichtet hatten. Das Wetter war über das ganze Wochenende eigentlich wie seit Weihnachten schon: Wechselhaft, aber oft kalt, nass und windig, also nicht wirklich angenehm, sobald man aus dem Auto stieg. Wie hier auf dem Fichtelberg, dem höchsten Punkt unseres Trips, gut zu sehen: Schneefall, Sicht keine 20 Meter und so kalt, dass die Heizung im Auto auf mollig stand. Aber das Wetter wechselte ständig und so hatten wir auch warme, sonnige Phasen, wie hier auf dieser Brücke. Eine Gelegenheit, die Philipp sich selbstverständlich nicht entgehen ließ. Weitere Bilder, die unterwegs entstanden. Aufgrund einiger technisch oder krankheitsbedingter Ausfälle und des teilweise wirklich deprimierenden Wetters waren die Voraussetzungen vielleicht nicht ganz so gut wie im vergangenen Jahr, aber für ein wenig Spaß hat es dann doch gereicht… Bilder: Philipp Berndt – USED4.net Text: Niels Kreischer – USED4.net...

sport auto High Performance Days 2016

Jedes Mal wenn ich meine Arme mit der Kamera in der Hand anhebe, um ein Foto zu machen, rinnt mir kalter Regen unter dem Ärmel meiner Jacke langsam den Arm herab. Schuhe und Socken sind bereits seit einer halben Stunde komplett durchnässt und die Kälte kriecht unaufhaltsam in mir hoch. Meine Beine beginnen zu zittern und ich verkürze die Verschlusszeit meiner Kamera auf mehr als eine Zweihundertstel-Sekunde um trotzdem scharfe Fotos zu produzieren. Es wird immer dunkler (f/4 1/200 ISO800) und der Regen lässt einfach nicht nach. Wie nass der Rucksack mit den anderen Objektiven auf meinem Rücken zu dem Zeitpunkt ist, will ich gar nicht wissen. Ich lasse ihn einfach auf und hoffe das Beste. „Warum nur finde ich Larry Chen so gut?“ – wäre es nämlich nicht so und hätte es diesen Artikel nicht gegeben, wäre ich bei den ersten Tropfen abgehauen. Gleichgültigkeit. Der Drang, es wissen zu wollen ohne Rücksicht auf Verluste, lässt mich an Ort und Stelle stehen bleiben und weiter Fotos machen. „Ist das jetzt weit genug außerhalb dieser Comfort-Zone von der immer alle reden?“ denke ich – keine Ahnung! Wo bin ich eigentlich?  Hockenheimring, Ostkurs! Schauplatz der 24. Auflage der „sport auto High Performance Days“ und mein eigener Everest. Warum? Vor sechs Jahren habe ich hier mein erstes Driftevent fotografiert. Damals habe ich die Fotos noch in einem regionalen Social-Network hochgeladen und keinen Menschen hat es interessiert. Die letzten Jahre hat Niels diese Veranstaltung begleitet, da er aber dieses mal keine Zeit hatte und ich ohnehin zusammen mit dem GT RADIAL Drift Team vor Ort war, freue ich mich, meine Sicht auf dieses ereignisreiche Wochenende mit euch teilen zu können. Nachdem ich vor Ort aufgrund mangelnden bis nicht vorhandenen journalistischen Fähigkeiten keine Akkreditierung erhalten habe, musste ich alle Fotos von den Tribünen und Zuschauerbereichen aus aufnehmen. Die Driftchallenge ist seit Jahren fester Bestandteil dieses Wochenendes und hat schon so manchen herausragenden Fahrer hervorgebracht. Damals 2010 staunte ich schon über die Entrys von Uwe Sener, Axel Mack und Markus Militzer in ihren BMW E36. Zu dem Zeitpunkt waren die Jungs der Smoking Bastards vermutlich noch nicht auf dem Drift-Trip und wenn doch, dann wurde maximal mit alten Ford Sierras durch Thüringens Wälder geballert. Oben beweist Andy Wischneswki, dass man potentiell mangelnde Erfahrung mit Mut kompensieren kann. Mut wurde an diesem Wochenende nämlich mehr als sonst gebraucht. Der Grund hierfür ist einfach, diese Runde ging rückwärts. Wurde sonst von der Mercedes-Kurve in Richtung Spitzkehre, die dann in die Parabolika übergeht, gedriftet, ging es diesmal mit Spitzengeschwindigkeiten von 200 km/h+ von der Spitzkehre kommend in Richtung Mercedes-Kurve. In der Praxis hieß das sehr viel Arbeit für die Streckenposten vor Ort, die mit dem Schwenken der Gelben Fahne manchmal gar nicht aufzuhören brauchten, da bereits der Nächste zu schnell in die Mercedes-Kurve flog. Am Ende qualifizierten sich dann nur 17 der genannten 52 Fahrer für die Finals, was auf jeden Fall mit dem anspruchsvollen Streckenlayout zusammenhing, da es unter den Startern des Wochenendes nur einige wenige Nasenbohrer gab. Das Feedback der Fahrer zum Layout aus der Feder von sport auto Fahrer Uwe Sener war aber durchweg positiv und die Starter tasteten sich nach und nach an den schmalen Grenzbereich des Tracks. Leider gar nicht positiv war das Feedback zu den am Samstagmorgen aufgestellten Reifenstapeln (oben zu sehen) im Außen- und Entrybereich der Mercedes-Kurve. Was hat man sich hierbei nur gedacht? Wollte man die Wiese, die manche Fahrer aufgrund des Regens am Freitag für den Entry mitnutzen schützen? Mir hat sich diese unnütze Ansammlung von Altreifen nicht erschlossen und am Samstag forderten sie dann ihren Tribut… Im Battle gegen den BMW E46 von Van Hoorick, den beim Umsetzen der Mut verlassen haben muss, zog Rene Portz vom GT RADIAL Drift Team in seinem Lexus IS200 den Kürzeren. Es galt abzuwägen, ob man sich in den vorausfahrenden BMW drücken oder die Wiese nutzen sollte. Rene entschied sich zur Schadensbegrenzung für die Wiese und räumte alle...

Cars&Coffee Frankfurt: Edel und teuer, aber auch gut?...

Ein „Cars & Coffee“: für mich der Inbegriff der automobilen Entspanntheit. Verschiedene Marken, unterschiedliche Philosophien, automobile Konzepte und Ansichten, alle friedlich vereint an einem Ort. Dazu kostenloser Eintritt für das interessierte Publikum, Fachsimpeln und Staunen aus nächster Nähe, mit einer Tasse duftendem Kaffee in der einen und dem Partner/Smartphone/Kind in der anderen Hand. Besonders die Vielfalt macht in meinen Augen den Reiz eines solchen Treffens aus, die Geschmäcker sind nunmal verschieden, sei es bei der Wahl des Lieblingsautos oder bei der Sorte des Kaffees. Und so ist es am Ende eben diese Mischung aus edel und volksnah, aus exklusiv und dieTaschenwarennichtsotief, technisch anspruchsvoll und simpelabertrotzdemtoll, die den Geist eines solchen Treffens ausmacht Und hier hat das Cars&Coffee – Frankfurt, erstmalig veranstaltet von  den Ride-Along-Verantwortlichen Peter van Dongen und Alen Vasic aus den Niederlanden, eindeutig noch etwas Verbesserungspotenzial für das nächste Jahr. Denn die strikten Auswahlkritierien, die vorab bei Facebook veröffentlicht wurden, schränkten das Teilnehmerfeld auf neue Sportlimousinen, Sportwagen und Supersportwagen ein. Und das, obwohl auf dem Gelände ausreichend Platz auch für Modelle mit weniger finanziellem, aber dafür umso mehr automobilem Wert gewesen wäre. Diese freiwillige Selbstbeschränkung fand ich persönlich so schade wie unnötig und die Atmosphäre litt in meinen Augen ebenfalls darunter. Eine sehr ähnliche Erfahrung hatte auch bereits Kollege Stefan Brencher Anfang April beim C&C in München gemacht. Denn wenn ein Gallardo Spyder Performante neben dem Audi R8 parkt und direkt daneben ein brandneuer AMG GT S, setzt beim Publikum trotz aller Faszination auch schnell eine gewisse Sättigung ein. Denn dann gibt es neben teuer eben nur noch teurer und die meisten Modelle kennt der Autofan bereits aus dem Internet oder Zeitungen. Für mich fehlten Autos, die zwar alt, aber trotzdem faszinierend oder schlicht historisch wertvoll sind. Traumwagen der eigenen Jugend, kultige Liebhaberfahrzeuge aus dem Alltag vergangener Jahrzehnte, aber auch aktuelle Exoten, die vielleicht nicht ganz so pricey, aber dennoch cool sind. Wer jetzt persönliche Enttäuschung vermutet, hat absolut recht: Mein eigener Nissan 200SX wurde ohne weitere Begründung abgelehnt. Das Treffen hatte aber selbstverständlich auch positive Aspekte: Beeindruckende Autos, eine erstklassige Kulisse, den bereits erwähnten freien Eintritt und glücklicherweise auch perfektes Frühlingswetter: Petrus ist PS-Fan. Und ab und zu mogelte sich doch ein etwas älteres Modell in die Reihen der Supersportler, wobei dieser 190er EVO preislich wohl selbst auch vorne mitspielt. Dieser 964 Turbo S parkte im sprichwörtlichen Hinterhof, aber ein derart schönes, offensichtlich stark modifiziertes Schmuckstück hat jederzeit einen Platz in unserem Artikel verdient. Dazu bot die Klassikstadt in Frankfurt als Ort des Geschehens nicht nur ein passendes Panorama, sondern selbst auch viele automobile Köstlichkeiten, die dank ebenfalls kostenlosem Zugang wohlbekömmlich und leicht verdaulich waren. McLaren P1 GTR: Die Rennversion vom Hybrid-Supersportler. Cool. Ferrari FXX: Zwar keine Straßenzulassung, aber dafür waren Rennstreckenbesuche und offizielle Werksunterstützung mit dem 800 – 860 PS starken Carbonflitzer im damaligen Preis von 1,5 Mio € inbegriffen. Porsche 964 RS in Blütengelb und mit lückenloser Historie der bisherigen 72tkm. Preis? Schlanke 289.000 €. Viel Geld für Gelb, aber sicher jeden Cent wert. Aber auch solche Autos haben ihren Platz in der Geschichte verdient. BMW e21 315, 190er Mercedes 1.8 und Seat 131 Supermirafiori. Währenddessen lief das Meeting auf dem Hof natürlich weiter und so versuchte ich, noch einige der Schätze vor die Linse zu bekommen. Der i8 ist immer noch ein seltener Anblick auf unseren Straßen. Leider oder zum Glück? Die Meinungen driften da auseinander. Noch ein gelber Porsche, dieses Mal aber „nur“ ein S. Der aber trotzdem deutlich schneller sein dürfte als sein Großvater. Konzernbrüder: Alfa 4C und Ferrari 488. Vierzylinder-Turbo und V8-Bi-Turbo. Italian Boost, sozusagen. C63 AMG. Hubraum ist durch nichts zu ersetzen. Außer vielleicht durch Hubraum + Ladedruck. (Siehe z.B. den aktuellen Nachfolger C63 AMG mit Bi-Turbo-V8) SLS AMG, sponsored by DA DY? Nein, das wollen wir gar nicht unterstellen, jedem sei sein Erfolg gegönnt und ein tolles Auto ist so ein SLS definitiv. Viele bunte Farben…Da kann sich der...

Nürburgring Drift Cup Rd. 2 Big Entry

Der Mai ist jedes Jahr ein echt irrer Monat, da sich hier die Auto- und Driftevents nur so aneinanderdrängeln und kaum Zeit für irgendwas anderes wie zum Beispiel ein Vollzeitjob in einer der teuersten Städte Deutschlands bleibt. Wasser und Brot habe ich seit Wochen nicht mehr im Haus, die Wäsche wird nachts im „Leise-Modus“ gewaschen, wo der Staubsauger ist weiß ich gar nicht mehr genau und ohne das Wirtshaus die Straße runter ging gar nichts mehr. Trotz der Strapazen und der vielen Autobahnkilometer ist es für mich einer der schönsten Monate des Jahres, da es endlich wärmer ist, die Saison noch ganz frisch ist und man endlich wieder viel Zeit mit den Leuten verbringen kann, bei denen man sich als Autoenthusiast wirklich verstanden fühlt.  Nach dem Car Throttle Treffen vorletzte Woche stand letztes Wochenende die zweite Runde des Nürburgring Drift Cup auf dem Plan und einmal mehr durfte ich das GT RADIAL Drift Team auf seinem Weg zu Ruhm und Ehre begleiten. Nachdem der erste Lauf ziemlich spektakulär ins Wasser fiel, beobachtete ich die Wettervorhersage für den zweiten Lauf umso gespannter. Zum Wochenbeginn standen alle Zeichen für sehr gutes Wetter und genau so kam es auch. Bisher habe ich kaum ein so stabiles Wochenende am Nürburgring erlebt und Sonnenschein sorgte für viele Zuschauer, Freude bei Teams und Fahrern und einer echt angenehme Stimmung. Die zweite Runde stand diesmal ganz im Zeichen des „Big Entry“, also bergab, sehr schnell und mit sehr hohem Anspruch an die Fahrer. Wird sonst ab dem Michael-Schumacher-S eingeleitet, ging es diesmal mit viel Anlauf von der Ford-Kurve durch die Dunlop-Kehre. Andy Jaenen, Veranstalter der Serie und Mustang-Fahrer, erklärte bereits beim Briefing, dass er super schnelle und frühe Entrys sehen will. Ganz im Ernst, das Gefälle ab der Ford-Kurve lässt sich nur aus dem Fahrzeug wirklich einschätzen und wenn wir an dem Wochenende von schnellen Entrys gesprochen haben, dann sind damit Geschwindigkeiten von 140 Km/h+ gemeint. Hierzu gehört schon eine ziemlich große Portion Mut und ich hab Achtung vor jedem, der sich das gibt! Mit so vielen dicht aufeinanderfolgenden Events ist es nicht immer leicht alles wirken und Revue passieren zu lassen, aber ein paar Eindrücke bleiben immer hängen und ich möchte die wenigen, an die ich mich erinnern, kann mit euch in diesem Artikel teilen. Während des Aufbaus am Donnerstag bin ich leider umgeknickt und habe mir den Fuß ein bisschen verstaucht. Genau weiß ich das nicht, aber mittlerweile geht es eh schon wieder ziemlich gut. Mit dem dicken Fuß habe ich mich dann aber am Freitag zum Training erst mal nur an den Rand der Strecke getraut und durch den Zaun fotografiert. Im Foto oben einer der abgefahrenen Niederländer vom  Sense of Speed Drift Team. Die Burschen haben das ganze Wochenende für extrem aggressive Entrys und den ein oder anderen Ausritt ins Kiesbett der Dunlop-Kehre gesorgt. Wenn ich alles richtig mitbekommen habe, dann hat einer der Jungs seine Karre am Freitag sogar aufs Dach gelegt. Weniger im Kies und deutlich mehr auf dem Track war der ex D1-AE86 von den Chickenhill Drifters aus der Schweiz. Spaß an der Sache und Konzentration verschafften Simon Wüttrich am Ende den begehrten Titel „Most Exciting Driver“. In den Battles lief es für ihn auch ziemlich gut und er konnte sich am Ende auch einen ansehnliche Platzierung sichern. Welche das nun war, kann ich gegenwärtig nicht sagen, da noch keine offiziellen Ergebnisse vorliegen. Neben der Lieblings S14 von Marco Menke gehört auch die S14 von Alain Thomet zu den heißesten Kisten im Starterfeld. „Der Brencher ist halt nichts gewöhnt“ könnte man jetzt sagen, aber ganz ehrlich, so eine S14 Zenki hat in meinen Augen mehr Drift-Spirit im Tankdeckel als mancher E36 im ganzen Auto. Für den GT RADIAL Drift Team Fahrer Alain lief es am Wochenende leider alles andere als rund. Nachdem das Lenkgetriebe Probleme bereitete und wir am Freitag Ersatz aus Siegen ranschaffen mussten (Danke an dieser Stelle an Martin Reinsch),...