Allstedt 2018: All In (Achtung: Kein 56K)

Po Po Pokerface!

Bereits Lady Gaga wusste es:

Das ganze Leben ist ein (Poker-)Spiel.

Besonders anschaulich spiegelt sich dieser Umstand wider bei einem Event, wie dem SXOC Drift-Matsuri, stattfindend im allzeit aufstrebenden Allstedt (blühende Landschaften seit 1990).

Aber beginnen wir von vorn, also genauer gesagt, bei den Teilnehmern dieses Spiels:


Der König, der früher mal eine Fee war, mit seinem Pokerface, das sehr nach Bierdurst aussieht.


Bahlo, der Herz-Bube. Trägt Schwarz-Orange-Rot. Sowas kann nur Beauty-Bahlo.


Das Waibel (auf Hochdeutsch: die Dame)


Der Joker (Tobi, skeptisch, in der Mitte)

Das Ass (In Köln würde man auch sagen: Dat Ass. Martin mit Molly.)

Zu den Regeln:

Gespielt wird seit jeher auf einem ehemaligen russischen Militärflugplatz nahe der Stadt Allstedt, im Grenzgebiet zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Die Regeln sind entsprechend hart, aber gerecht:

Wer mitspielt, kann viel gewinnen…

Skills, Fame, 08/15-Ebay-Pokale:

… aber auch alles verlieren.

Motoren, Autos, Selbstbewusstsein:

Gespielt wird dabei in mehreren Varianten.

Freies Driften

Unterteilt in die Klassen:

“Can’t touch this” (Roter Aufkleber)

“Call me maybe” (Gelber Aufkleber)

“Gimme all your lovin’! (Grüner Aufkleber)

Drift – Limbo

(Leider keine Action-Bilder verfügbar, weil ich selbst mit meinem SX bei Start und Ziel stand und den Limbo-Teilnehmern beim Wegfahren zusah.)


Typisch Fotograf: Zur rechten Zeit am falschen Ort. Oder so.


Sorry dafür.

 

Hard Parking

Eine ganz besondere Form des Pokerns:

Viele Teilnehmer waren vor Ort und hohe Einsätze wären auch möglich gewesen, aber im Grunde genommen sind alle zu feige und behalten ihre Chips für sich.

Im Endeffekt ging es nur um die coolsten Parkplätze.

Schön anzusehen waren sie aber dennoch.

H.A.T.E. – Masters

Dabei handelt es sich natürlich nicht um eine Meisterschaft von Terroristen, sondern um eine besonders spektakuläre Art des gemeinsamen Drifts:

Tandem

Ausgeschrieben bedeutet H.A.T.E. daher auch:

Happy
Awesome
Tandem
Escalation

D.h. Driften mit möglichst wenig Abstand zwischen den Autos, gleichen Winkeln, ähnlichen Geschwindigkeiten und möglichst synchronen Bewegungen.

Verdiente H.A.T.E.-Sieger wurde Dominik in seinem R32 und der Kapitän zur See, David P. auf seiner Motorbarkasse Typ R33.

Zwei Skyline gewinnen ein Drift-Battle… Nomuken würde vor Stolz auf 2 Meter anwachsen, hätte er davon erfahren.

Diverse andere, nicht weniger wichtige Pokale wurden verteilt, wie z.B. für die Besten Schweizer (Phil, Dani und Amarin): “Foot da Vögt down”. Zudem wurden die lustigen Drei auch Zweite im H.A.T.E.n.

Die besten Low Power – Rangers (Jan mit seinem MX5 NA und Daniel im AE86)

Schönstes Auto und Best Entry (Pommes)

“Bestes Synchrones-Reifen-von-der-Felge-gezogen-bekommen” (Stefan und Niko)

Pokal für die Kategorie Vorher-noch-nie-einen-Pokal-bekommen (Bumfi)

Last and really least für das Beste Kostüm, das ich durch ein wenig Körpereinsatz erschleichen konnte.

Lauter Spinner in der Jury, ich sags euch.

Neben Egoschmeicheleien durch Preisverleihungen wurde aber selbstverständlich auch für das leibliche Wohl der Mitspieler gesorgt.

Und zwar in Form eines ausgewachsenen Linienbusses, der zu einem Food Truck samt Bar umgestrick wurde.

Hier konnte man die Runde Bier seines Kumpels spielend leicht mit einer Runde Jägermeister raisen, ohne zu bluffen.

Mögliche Royal Flushs aus dem Autofenster auf der Heimfahrt inbegriffen.

Kein Pokerspiel wäre komplett ohne die Zuschauer und das Team, das hinter dem Mitspieler steht.

Sie sind nicht nur Statisten, im Gegenteil, ohne Fans und Freunde wäre das Ganze nur halb so spaßig. Wenn überhaupt.

Aber auch Allstedt ist kein Spiel ohne Ende.

Und wie stets, muss am Ende aufgeräumt werden.

Natürlich bekommt man den pulverisierten Gummi nicht weg, aber die vielen großen Brocken und Trümmerstücke müssen runter von der Strecke.

 

Glücklicherweise fanden sich für diese mühselige Arbeit ausreichend Freiwillige. Man kann mit Fug und Recht sagen:

Alles Asse, jeder ging mit, keiner ging raus!

(Oceans) Eleven tons of used tires.

Wie sieht die Zukunft von Allstedt aus? Das ist derzeit offen, soviel sei schonmal gesagt.

Ein Split Pot, ein Flop, ein Cash Game oder das “d” aus Skidclub streichen? Alles ist möglich. Typisch Allstedt.

Aber egal wie, Driften ist nicht tot, dafür macht es einfach zuviel Spaß.

Ein leiser Vorgeschmack auf die Zukunft von der Zahnfee:

Das Motto 2019 lautet”Back to the Roots”.

Das Facebookalbum mit allen Bildern aus dem Artikel und vielen weiteren mehr, ab morgen auf unserer Facebook-Seite.

Schließen möchte ich mit einem schönen Wortspiel, das am Allstedt-Wochenende entstand und den Spirit des Events wunderbar wiedergibt, wie ich finde:

Club: Alle schmeißen, keiner fängt.

Bordell: Alle kauen, keiner isst.

Allstedt: Alle ballern, keiner stirbt.

In diesem Sinne: KDF

 

Niels Kreischer – USED4.net