Iron Drift King 2026 – die Blechautos bei den Drift Masters
Vom 13. bis 15. August machte die Drift Masters Championship Station in Deutschland. Die sechste Runde fand im Rahmen des ausverkauften Iron Drift King Festivals in Ferropolis statt. Ferropolis, die Stadt aus Eisen, liegt auf einer Halbinsel im Gremminer See bei Gräfenhainichen. Eine feste Rennstrecke gibt es hier nicht – das Gelände ist sonst vor allem für Festivals wie Splash! oder Full Force bekannt. Für den Iron Drift King wird die Strecke jedes Mal komplett neu aufgebaut. Dazu werden Betonbarrieren als Streckenbegrenzung und Schutzzäune für die Zuschauer aufgestellt. Erst dann wird aus dem Festivalgelände eine Driftstrecke – eingerahmt von fünf stillgelegten riesenhaften Tagebau-Baggern.



Drumherum Wasser, Strände und Badegäste. Mir ist kein anderes Motorsport-Event bekannt, bei dem man zwischendurch schwimmen gehen kann. Aber genau das macht den Iron Drift King so besonders. Die Möglichkeit der Abkühlung wurde an diesem sehr heißen Wochenende auch intensiv genutzt – von Besuchern und auch von Fahrern und Teams.
Das Wochenende startete schon am Mittwoch mit einem Highlight: Während die DMGP-Teams und wir vom SXOC Skidclub e.V. noch die Camps aufbauten, konnte man eine Teil-Sonnenfinsternis bestaunen (mit etwa 85% Abdeckung die stärkste seit 1999). Später am Abend gab es auch noch die Gelegenheit für ein Fotoshooting auf der nun fertig aufgebauten Strecke.


Noch bevor die Fahrer des DMGP am Donnerstagmorgen ihre ersten Trainingsläufe absolvierten, durfte sich der SXOC an die Strecke herantasten. Warum der SXOC überhaupt da war? Wir durften die Pausen im DM-Zeitplan mit Showruns für die Zuschauer füllen. Im Vergleich zum letzten Jahr waren alle Fahrer spürbar entspannter. Es entwickelten sich schneller als erwartet (und eigentlich geplant!) erste längere Trains.







Im Anschluss übernahm der DMGP die Strecke.









Am späten Abend startete das Fahrerfeld der Drift Masters in das erste Nachttraining.










Freitag wurde fleißig weiter trainiert:





Während am Freitagabend die Pro-Fahrer ihre Autogrammstunde gaben…


… machten sich die SXOC-Fahrer für ihre erste H.A.T.E.-Show bereit. Ziel war es, den Besuchern eine großartige Show mit vielen schönen Trains zu bieten. Und der SXOC hat geliefert.





Gleich im Anschluss ging es bei Drift Masters in die Qualifikation. Und die hatte es in sich: Conor Shanahan legte einen 98-Punkte-Run hin und belegte den ersten Platz knapp vor Maschine James Deane. Hinter den beiden Iren schafften es Piotr Więcek und Jack Shanahan auf den dritten und vierten Platz. Damit standen ausgerechnet die vier härtesten Verfolger des im DMGP führenden Paweł Korpuliński auf den ersten vier Plätzen. Die Ausgangslage für einen spannenden Samstag hätte nicht besser sein können.






Der Samstag brachte uns dann noch mehr Hitze. Für das DM-Fahrerfeld hieß das: Veränderte Grip-Verhältnisse und entsprechende Anpassungen an den Setups. Nach den Battle-Trainings am Vormittag starteten am Nachmittag dann die Top 32, gefolgt von der Präsentation der Top 16 Fahrer. Angeführt wurden die Autos vom RWB (RAUH-Welt BEGRIFF) Artemis, welcher an diesem Iron Drift King Weltprämiere feierte.




Mit dem Sonnenuntergang hinter den Baggern verwandelte sich Ferropolis erneut. Die Strecke wurde wieder kühler und schneller. Dazu Scheinwerfer im Rauch, reichlich Pyrotechnik und die farblich beleuchteten Eisenriesen. Wer einmal Nachtdrift vor dieser Kulisse erlebt hat, versteht, was diese Runde im Drift Masters Kalender so besonders macht.


In der Top 16 traf Paweł Korpuliński auf Conor Shanahan – das zehnte Aufeinandertreffen der beiden. Nach einer abgerissenen Frontstoßstange in Pawełs chase run und einem langen Review durch die Judges ging der Sieg an Conor. Für Tabellenführer Korpuliński war das Wochenende damit frühzeitig beendet – und die Meisterschaft wieder offen.















Am Ende des Abends hieß der Sieger (und damit auch der Iron Drift King 2026) Piotr Więcek. Der Pole arbeitete sich durchs Bracket, schlug im Finale den Top-Qualifier Conor Shanahan und machte aus einem dritten Platz in der Quali ein 106-Punkte-Wochenende. Damit übernahm er die Tabellenführung – 22 Punkte vor Korpuliński.

Wir müssen noch über Jack Shanahan sprechen: Er war mit einer Fußverletzung und auf Krücken angereist und verpasste das Donnerstagstraining. Die Moderatoren Kevin und Shifty brachten es mehrfach auf den Punkt: „Jack kann mit dem Fuß eigentlich nur Vollgas geben“. Offenbar reicht das, wenn man Jack Shanahan heißt: Platz 4 in der Quali und am Ende Platz 3 auf dem Podium. Wobei das Podium bitter zustande kam: Im Kampf um P3 versagte bei Jason Banet (dem ersten Franzosen überhaupt in einem Final 4 bei Drift Masters) beim Start in das Battle die Kupplung. Jack und Jason (und auch wir Zuschauer) wurden hier eines wahrscheinlich genialen Battles beraubt.

Genug Drift Masters – kommen wir wieder zum SXOC. Der Verein versuchte an diesem Wochenende den Weltrekord für den längsten unterbrechungsfreien Drift-Train aufzustellen. Am Ende drifteten 26 Autos gleichzeitig auf der DM-Strecke. Das Publikum fieberte mit und feuerte uns ordentlich an. Ob es am Ende wirklich für den Rekord gereicht hat, wird noch ausgewertet. Unabhängig davon: Es war ein unglaubliches Gefühl vor so vielen Zuschauern auf einer so tollen Strecke mit so tollen Menschen driften zu dürfen. That’s all that matters.















Der finale Versuch:



Mittendrin im Train: zwei Fahrer, die als Wildcards bei Drift Masters am Start waren – local hero Max Heidrich aus der Rennstadt Schleiz und Axel Hildebrand aus Schweden. Max ging im Qualifying vor Heimpublikum all-in, landete aber leider in beiden Runs in der Wall. So bitter das frühe Aus war: Max gibt grundsätzlich immer 100 Prozent. Manchmal auch 105. Und dafür lieben ihn die Fans.


Über Axels Auto muss man ein paar Worte verlieren: ein Volvo 745 Kombi mit einem Triple-Rotor-Wankel von PPRE und einem Garrett G45-1500 Lader. Und als wäre das nicht genug, fährt bei Axel ein Hund im Fenster mit. Kein Witz! Beweisfotos anbei.


So viel zu den Fahrern. Ein Wochenende wie dieses funktioniert aber nur zusammen mit den Menschen, die auf keinem Actionfoto zu sehen sind. Teammitglieder, Mechaniker, Helfer, Media-Team und die ganze Vereinsorga. Einer von ihnen hat dabei ganz nebenbei die Herzen der Zuschauer gewonnen, indem er seins offen zeigte: Oskars übernahm den Vorstart, stellte unsere Autos auf und schickte uns auf die Strecke. Und er übernahm auch die Rolle des Stimmungsmachers. Immer wieder drehte er sich zu den Rängen um, riss die Arme hoch und forderte die Zuschauer auf, uns anzufeuern. Es funktionierte: Irgendwann fieberte das halbe Publikum mit ihm mit. Oskars war einer von vielen Helfern. Danke an alle, die dieses Wochenende zu dem gemacht haben, was es war.



Die SXOC-Autos sind eine andere Welt als die Autos der Drift Masters. Auch wenn wir durchaus einige Competition-fähige Autos im Verein haben: Unsere Autos sind regelmäßig eher street-style als Competition-Auto. Mehr Stahl, weniger Plastik. Und noch weniger Teile aus Carbon-Kevlar. Wie gut das beim Publikum ankam, zeigte eine Frage, die ein Zuschauer unserem Tonne stellte: wann denn „die Blechautos“ wieder fahren würden. Wir mussten erst lachen und dann kurz schlucken. „Blechauto“ wird ab sofort als Ehrentitel geführt.

Nicht alles lief rund an diesem Wochenende. Marcel aka Marschi setzte seinen E36 in die Mauer – Front verzogen, ein Federbeindom nicht mehr da, wo er hingehört. Das Auto ist nicht mehr zu retten. Was dann passierte, zeigt, was den SXOC ausmacht: Lexa und Lex starteten noch vor Ort eine Spendensammlung, die dann online weitergeführt wurde. Am Ende kamen über 1.500 Euro zusammen. Autos kann man ersetzen. Einen Marschi nicht. Und einen Verein, der so zusammenhält, auch nicht.



Die Afterparty stieg am Samstagabend im SXOC-Camp. Es gab ordentlich Lichttechnik und Musik in mehr als ausreichender Lautstärke. Nebelmaschinen und Laser, die den Nebel zerschnitten – und davor, angestrahlt, unsere Autos. Auch einige DMGP-Teams fanden den Weg zu uns ins Camp. Die Profis feiern bei den Blechautos. We like.






