Sakura Special #4 đ¸Fuji Speedway
Der Fuji Speedway: Japans wohl legendärste Rennstrecke, erbaut im Jahr 1966. Der schnelle Rundkurs mit Blick auf den Berg Fuji liegt in Oyama, Präfektur Shizuoka und war schon oft Schauplatz historischer Ereignisse, wie zum Beispiel dem nicht stattgefundenden Regen-Duell zwischen Niki Lauda und James Hunt 1976. Das Rennen, bei dem Lauda sich wegen der Wetterlage weigerte, zu fahren und so von Hunt im Kampf um die Weltmeisterschaft noch ßberholt wurde.
Mindestens ebenso wichtig und geschichtsträchtig war die Vorlage des berßhmten Schiftzugs am Eingang des Fuji Speedway fßr das Design des S-FEST 2023-Shirts:


Dieses berĂźhmte Tor auch einmal live und nicht nur auf unseren Shirts zu sehen, das hatten wir uns fĂźr unseren Japan-Trip fest vorgenommen. Und um keine falsche Spannung aufzubauen: hat auch prima geklappt.



Aber wie so oft, ist das, was man sich in Gedanken vorab als das absolute Highlight vorstellt (also vor dem Tor zu stehen und das Bild vom Shirt nachzustellen), am Ende doch anders oder wird sogar noch ßbertroffen. Und im Falle des Eingangs des Fuji Speedways, musste man nur einige Schritte zurßckgehen und bekam dann auch noch die ENEOS-Tankstelle auf dem Vorplatz mit auf die Linse. Und diese Kombination, sehr geehrte Damen und Herren, hat fßr mich dann endgßltig alle Haken gesetzt auf der imaginären JDM-Heaven-Liste:








Der abgestellte Cube in einer Farbe, die an Millenium Jade erinnert, der blĂźhende Kirschbaum hinter der Waschbox – der auch hier perfekte Tankservice fĂźr unseren Miet-Tiida (ja, kein GT86 und kein R34, wir haben Japan in einem Automatik-Nissan von 2011 erkundet) und einfach die perfekte Lage bei schĂśnstem Sonnenschein. Kann es noch besser werden? Entscheidet selbst…
Denn auch wenn wir nicht direkt an die Rennstrecke konnten, so hatte doch ein anderes Highlight fĂźrs Publikum geĂśffnet und nach Zahlung eines geringen Obolus‘ durften auch wir hinein: das Fuji Speedway Motorsports Museum!











Der Fuji Speedway ist seit dem Jahre 2000 ßbrigens im Besitz von Toyota. Das erklärt vielleicht die beiden GT und GR 86 vor dem Eingang, den GRMN GR86 auf der Rennstrecke und auch den LFR (LFA-Nachfolger), der dort seine Testrunden drehte:
Im Museum selbst kann man im Erdgeschoss zuerst einige besondere Exemplare der (hauptsächlich japanischen) Renngeschichte betrachten. Spannende Autos und eine tolle Historie, die in unserem egozentrischen Europa oftmals gänzlich unbekannt ist (ich schlieĂe mich da nicht aus). Japan dagegen zeigt auch den Stellenwert einer Marke wie Porsche.



















Wirklich beeindruckt, ging es dann im ersten Stock aber richtig rund. Der Anblick, wenn man die Rolltreppe zum ersten Mal hochfährt, ist wirklich ganz besonders…


HKS Supra MK V mit 2JZ-Umbau und 700 PS. Fahrer: Nobutero „Nob“ Taniguchi.






Lexus LFA und Toyota 2000 GT, jeweils in der Rennversion – die beiden Toyota Modelle mit der wahrscheinlich hĂśchsten Wertsteigerung ever. (LFA bis 1 Mio Euro, als NĂźrburgring Edition noch deutlich darĂźber, 2000 GT ab 1 Mio bis zu 2,5 Mio Euro)






HKS R32 GT-R mit der Startnummer 87 – fĂźr mehr Hintergrundinfos schaut bei Larry Chen vorbei.








Tom’s Supra MK3 und TRD AE86 N2 Levin Tourenwagen














Mazda 787B Vierscheiben-Wankel (Le Mans – Gewinner 1990) und Toyota GT One (Le Mans – Teilnehmer 1998 und 99). Im Display mit Soundkulisse. Gänsehaut.










Toyota Supra MKIV und Toyota 90C-V (1990)




Rallye-Abteilung mit Mitsubishi Lancer Evolution 3, Toyota Celica ST1985, Subaru Impreza WRX STI 1996, Toyota Celica Turbo Safari-Rallye 1986, Toyota 222D Gruppe-B Prototyp auf MR2-Basis und ein Mitsubishi Starion Rallye-Renner von 1984.

























Weitere Exemplare, alle besonders grĂźn, besonders selten, besonders schnell oder besonders erdnusshaltig:













Im 2. Stock gibt es dann ein hĂźbsches CafĂŠ mit der perfekten Aussicht auf die Strecke. Der Cappuccino ist auch wirklich sugoi.









Fazit:
Das Fuji Speedway samt Motorsports Museum ist ein Pflichtbesuch fĂźr jeden JDM-Fan, wenn er oder sie einen Japan-Trip plant. đ
Bonus Stage đ¸
Und jetzt kommt die Stelle, an der es kirschblĂźtenmäĂig so richtig klatscht: der Grund, warum wir die komplette Japan-Serie Sakura (KirschblĂźte) Special genannt haben. Wieso? Aufpassen und weiterlesen.
Auf dem Weg zum Fuji Speedway kamen wir an einer Kreuzung vorbei und rein zufällig schauten wir nach links, den Berg hinauf. Folgende Ansicht bot sich uns:



Eine mehrspurige PrachtstraĂe, gesäumt von Bonsai-Bäumen und vielen Kirschbäumen im Hintergrund. Wir konnten nicht anders und bogen einfach nach links ab. Wir hatten ja keine Ahnung, was uns erwartete.
Ein wahrer Ozean von KirschblĂźten, ein japanischer Friedhof gigantischen AusmaĂes, quasi keine Touristen, stattdessen ausschlieĂlich Japaner, die ihre verstorbenen AngehĂśrigen besuchen oder sich etwas Ruhe gĂśnnen mĂśchten. Oder mit anderen Worten: der Fuji Cemetery



































Muss man einfach gesehen und erlebt haben. NatĂźrlich am besten zur KirschblĂźtenzeit. Aber selbst wenn die Kirschen und Pflaumen schon FrĂźchte tragen und nicht mehr prachtvoll weiĂ-pink blĂźhen, ist der Fuji Friedhof sehenswert. Und manchmal auch hĂśrenswert, denn wenn der Wind richtig steht, kann man die Motorsportaction auf dem, mit dem Auto, nur 3 Minuten entfernten Speedway sehr eindrĂźcklich hĂśren. In Europa vorstellbar? Haha.
Oshino Hakkai
All die Touristen, die beim Fuji Cemetery nicht zu sehen waren, hielten sich stattdessen wohl alle in Oshino Hakkai auf. Einem kleinen, beschaulichen Ort mit vielen natßrlichen Quellwasserteichen und unterirdischen Wasserkanälen, die so vielfältig und beeindruckend sind, dass sie von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurden. Vollgepackt mit Menschen aus aller Herren Länder, darunter auch zwei USED4-Editoren aus Deutschland.

















Aber auch sonst ist der Ort wirklich nett anzusehen, insbesondere wenn vor der Kameralinse eine alte S-Klasse Ăźber eine BrĂźcke rollt. Sogar unser Tiida hatte hier einen Bruder (oder eine Schwester) gefunden. Geteiles Leid ist bekanntlich halbes Leid. Den PGC10 bekamen wir leider nur unscharf drauf, er war einfach zu schnell.




















Parkplätze mit Ehren-Parkgebßhr (nur wer Ehre hat, geht zum Kassenhäuschen und bezahlt. Alle anderen parken umsonst.) SchÜne Häuser, viel Vegetation, auch hier tolle Kirschbäume und eben die faszinierende Teichlandschaft. Auch wenn viele andere Menschen das gleiche Ziel haben: es lohnt sich auf jeden Fall.
Das war unser Sakura Special đ¸ #4 Fuji Speedway mit einer besonders groĂen Bonus Stage.
Wir hoffen, es hat euch gefallen und ihr schaut auch beim nächsten Sakura Special #5 wieder rein. Dabei kommen besonders die NISSAN-Fans auf ihre Kosten, denn es geht zu NISMO und der Omori-Factory.
Stay Kawaii.
Das Facebook-Album mit allen Bildern geht morgen online.
Text:
Bilder:
Yvonne Spilger – USED4.net
Niels Kreischer – USED4.net




