Jubiläumsessen: Die EMS wird 50!

Die junge Dame zeigt es an: Die Essen Motor Show feiert in diesem Jahr bereits ihr 50. Jubiläum. Das bedeutet, bereits seit dem Jahr 1967 werden in Essen Autos ausgestellt, die tiefer, breiter, schneller, exklusiver und edler gemacht wurden. Einige Beispiele der 2017er EMS gefällig? Typisch Essen: Eine große Bandbreite an Umbauten wird geboten. Ob BMW, Audi, Nissan, Toyota, Porsche, Mercedes oder Honda. Alles ist da, für jeden Geschmack ist was dabei. Auffallend war die große Präsenz des aktuell erfolgreichsten deutschen Tuners: J.P. Krämer mit seiner stark expandierenden Marke JP Performance Der JP Performance-Stand nahm in diesem Jahr enorme Dimensionen an. Wirklich beeindruckend und offenbar unaufhaltsam. Die Auswahl der präsentierten Wagen entsprach dem jeweiligen Youtube-Hype: Ob R8, TT Clubsport Turbo, R34, 964 oder auch der spektakuläre Neuzugang M3 Turbo. Sie alle waren da und für Jedermann erreichbar. Respekt vor so viel Vertrauen in die Vernunft der Besucher. Trotz des ganzen Erfolgs stets sympathisch, freundlich, neugierig und geduldig. Nicht nur USED4 gegenüber, sondern allen seinen Fans. Ist das vielleicht sogar sein Geheimrezept? Aber nicht allein am JP-Stand waren JP-Autos zu sehen, über die ganze Messe verteilt findet man Projektautos aus seiner Hand. Ein weiterer Name, den man sich merken sollte, ist die Firma Tofugarage von Alex Bettag. Bei USED4 bereits Anfang des Jahres vorgestellt, scheint der Aufstieg der ultrabreiten Rocket Bunnies in Deutschland raketenhäschengleich zu sein: Steil nach oben.   Ein kontroverser Punkt ist und bleibt das Thema “Legalität”. Die rührige Aktion “Tune it Safe” der Polizei, die jedes Jahr mit einem anderen Projekt aufwartet und zu legalem Tuning aufruft, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Schlinge für Liebhaber getunter Autos in Deutschland immer weiter zuzieht. Wir haben es bei der Anfahrt nach Essen selbst erlebt, als ein dezent tiefergelegter Golf III von einer Autobahnstreife aus dem fließenden Verkehr gezogen wurde. (Ein Golf, bei Weitem nicht so tief wie der diesjährige TiS-Golf, dessen Reifen beim Rangieren schon an den Radläufen geschliffen haben muss und der so niemals einer Kontrolle durch die reguläre Polizei standhalten könnte.) Man wird bei solchen Aktionen das Gefühl nicht los, dass Events wie die EMS von der Polizei genutzt werden, um gezielt umgebaute Autos zu erwischen. Selbstverständlich gibt es nicht “DIE Polizei”, genausowenig wie es “DIE Tuner” gibt. Beide Gruppen sind heterogen, es existieren jeweils unterschiedliche Charaktere und Pauschalisierungen sind immer fehl am Platz. Aber genau solche Pauschalurteile werden momentan in der deutschen Gesellschaft gefällt: Jeder, der sein Auto umbaut, wird automatisch verdächtigt, damit auch zu rasen, Gesetze zu ignorieren und sich und andere gefährden zu wollen. Dabei kann man auch mit einem vollkommen serienmäßigen Auto massiven Schaden anrichten und oft sind es sogar die Tuner, die eher bedächtig und vorsichtig fahren, weil ihr Auto für sie nicht nur materiellen, sondern auch einen immensen ideellen Wert darstellt. Diese Verallgemeinerungen und Verurteilungen kriminalisieren einen nicht unerheblichen Teil der Autofahrer, die jedes Jahr eine Summe beträchtliche Summe an Steuergeldern erzeugen, Arbeitsplätze in der Tuningbranche sichern und ihr Geld lieber in ihr Hobby stecken, statt in Alkohol und Glücksspiele. (Ja, auch ein Tuningprojekt ist ein Glücksspiel und ein umgebautes Auto kann besoffen vor Glück machen, aber man versteht hoffentlich, was wir meinen.) Wie geht es also weiter mit dem Tuning? Die Hersteller bieten mehr und mehr eigene Kits an und grasen so den klassischen Tunern spürbar Marktanteile ab. Aber ist das dann eigentlich noch Tuning? Ist der eigentliche Reiz an der Individualisierung nicht gerade diese Entscheidung für etwas Spezielles, eine ganz bestimmte Marke, eine besondere Farbe, ein edles Material, ein exklusiver Look, eine außergewöhnliche Fahrzeugttiefe? Kann das ein Tuningkit “von der Stange” auch bieten? Wird das Thema E-Mobilität mit seinem großen Anteil an Modularität (Antriebe, Plattformen, Elektronik) auch Einfluss auf den Tuningsektor haben? Fragen über Fragen. Ob die 51. EMS darauf schon Antworten bieten wird? Wir sind jedenfalls sehr gespannt, wie sich das Tuning in seinen vielen Facetten weiterentwickelt. Die EMS läuft noch bis zum 10. Dezember. Wer...

Supras in Vegas – Wie man sich einen Lebenstraum zwei Mal erfüllt (Teil 2)...

Supras in Vegas – Teil 2 Supras in Vegas – Part 2   Die Prüfstandsläufe am Freitag wurden auf dem Gelände des in Las Vegas ortsansässigen Tuners Virtual Works Racing durchgeführt. Dieses eignete sich hervorragend dafür, liegt es doch etwas außerhalb in einem Industriegebiet. Somit stören 800 PS Supras, die mit 4″ Straight Pipe auf einem Prüfstand die Erde zum Beben bringen, absolut niemanden. Das ganze Flair ist einmalig, die Szenerie mit einer kompletten Straße voller hochmodifizierter Fahrzeuge, hunderten PS-Verrückten, abgerundet mit coolen Beats eines Live-DJ´s, könnte einem bekannten Film-Franchise entnommen sein. Hollywood 2001? Nein, Las Vegas 2017.  Die nächtliche Kick-Off Party steuerte ihr übriges bei. The Dyno Run Event is being held on the premises of the Las Vegas local tuner Virtual Works Racing. That’s the best location for such an event, being a little bit outside of Vegas in an industrial area. Hence, 800hp Supras, that make the dyno rumble with their 4″ straight pipes, are no cause for complaints by any irritated residents. The flair is unique, imagine a scenery with a street full of highly modded vehicles, hundreds of power junkies, everything surrounded by beats by a DJ…might sound like borrowed from a certain movie franchise. Hollywood, 2001? Nope, Las Vegas, 2017. The Kick-Off Party was all part of the atmosphere, too. Normalerweise ist dies der entspannteste aller Event-Tage: Man relaxt, schaut sich ein paar Prüfstandsläufe an, Usually this is the most relaxing out of all the Event Days: You chill out, watch a couple of dyno runs, genießt ein einmaliges Barbecue, führt ein paar Gespräche enjoy a marvellous BBQ, discuss everything car-related und nimmt die Autos im Detail unter die Lupe. and scrutinize every single car. Es gibt alles zu sehen, was das Supra-Herz begehrt…und zwar wirklich alles: Ein MK 2 in Erstbesitz eines 85jährigen, regelmäßigen Besuchers von SIV? Aber klar doch. Ein MK 2 oder MK 3 Supra mit Umbau auf 1JZ oder 2JZ? Natürlich. You get to see everything a Supra Enthusiast’s heart longs for…literally E-V-E-R-Y-T-H-I-N-G: A MK2 Supra still owned by it’s first owner, a 85-year old gentleman, who frequently visits SIV for years? Sure! A 1JZ- or 2JZ-converted MK2 or MK3? Yes Sir! MKIV Supras mit gigantischen Singleturbos oder als Sauger mit Einzeldrosselanlage? Aber selbstverständlich. MKIV Supras with gigantic single turbos or naturally aspirated with ITB’s? Absolutely! Aber auch Originalitätsfanatiker kommen auf ihre Kosten. Ein MK3 in Zweitbesitz mit Auslieferungspapieren aus dem Werk? Selbstverständlich vor Ort. Ein makelloser 6Gang MKIV mit 20 000 Meilen? Klar, ist da! Also for OEM enthusiasts there’s a lot to see: A MK3 owned by it’s second owner with all the original manufacturing documents from the factory? Yep, it’s been there. An immaculate 6-Speed MKIV with 20.000mls? Of course it’s there! 90 % aller Fahrzeuge sind zudem auf Showcarniveau, egal ob innen, außen oder Motorraum. And the best thing about all the cars: 90% of them are in showcar condition, on the outside, the inside and in the engine bay. Normalerweise ist dies also der entspannteste aller Event-Tage. Normalerweise? Ja, genau, jedoch sollte sich dies in den Abendstunden ändern, als ich von einem Freund, den ich am Vorabend bei einer Partytour über den Strip kennengelernt habe, gefragt wurde, ob wir nicht seine beiden 1JZ MK3´s (ein Trackfahrzeug mit Käfig, ein Showcar mit Singleturbo, welches am Folgetag den Award für die beste modifizierte MK 3 gewann) zu dem Event fahren wollen. Bin ich jemals MK 3 oder etwas mit 1JZ vorher selbst gefahren? Nein! War das geil? Ohja! Entjungferungscounter: 2 So, usually this is the most chilled out of all days you are saying? Typically, yes. But this should change once dusk kicked in, when a friend, whome I met the day before during a party trip on the Las Vegas Strip, asked us whether we’d like to drive both of his 1JZ MK3s to the event (a track tool with a rollcage and a showcar with Single Turbo, that later won the event for the best modded MK3...

The Wetter, The Wilder: Steißlingen reloaded

Wet and Wild in Steißlingen again. Yeah! Aber die Einschläge kommen näher und näher: Das Driften in Steißlingen wird zukünftig zwischen April und Oktober nicht mehr am Wochenende möglich sein, ab sofort gibt es nur noch eintägige Veranstaltungen an normalen Wochentagen. Dafür ist an einem Montag auch der Preis entsprechend niedriger. Für Locals weiterhin ein super Deal und eine tolle Gelegenheit, das Heck heraushängen zu lassen. Für mich persönlich bedeutet das aber auch gleichzeitig, dass sich die knapp 400km Anfahrt für eine Eintages-Veranstaltung wohl nicht mehr rentieren werden. Daher lief ich am Drift-Wochenende vom 13.-14. Oktober auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge durch die Gegend. Eigentlich gab es aber überhaupt keinen Grund für Traurigkeit, denn es herrschte herrlichstes Oktoberwetter und die Stimmung war entsprechend ausgelassen. Das Wetter war sogar so gut, dass das Wasser der Sprinkleranlage teilweise nicht ausreichte und nachgefüllt werden musste. Veranstalter wie eh und je war der SXOC e.V., also der deutsche Motorsportverein, der sich das organisierte Grassroot-Driften auf die Fahnen geschrieben hat. Wie immer vertreten in Person durch die Zahnfee, die auch hier wieder ihren Zauberstab schwang und die wilde Sause gewohnt souverän koordinierte. Fee halt, die können das. Der Mix der angereisten Fahrzeuge war ebenso wild wie die angesprochene Sause, wenn auch die BMW-Dominanz mittlerweile unübersehbar geworden ist. (Oder war sie das nicht schon immer?) Einige S13 waren aber auch im Einsatz. Manche clean, andere mean. Zwei S14 hatten es auch nach Steißlingen geschafft, beide eher im Used-Zustand. Hier das Driftmobil der Zahnfee… Wie man sieht, können Feen nicht nur organisieren. Aber besonders diese S14 aus der Schweiz hatte Style und Power im Überfluss. Bitch Please? Lower than your average framerail…   Die BMW-Meute bestand hauptsächlich aus diversen e36 in den unterschiedlichsten Ausbau- und Verfallstadien. Besonders aus der Masse heraus stach meiner Meinung nach dieser japanisierte e36. Ein echter Schürzenjäger. Jeweils ein cleaner e30, ein wilder e34 im Kuh-Look sowie ein wunderschöner e46 330Ci waren ebenfalls vertreten. Wo die Exoten bleiben? Bitteschön… Der Lexus LS, bestens bekannt aus dem Frühjahrsfeature, war ebenfalls wieder am Start. V8, Fender Flares, fette Felgen, männliche Tiefe und Sticker, die selbstverständlich nur auf der Scheibe kleben, um den Lack zu schonen.   Schönes Bild. Direkt neben der Driftstrecke ist auch ein Fahrsicherheitstrainingsgelände. Und jeder nutzt sein Auto eben so, wie es ihm gefällt (USED4…) Wo unser Fokus liegt, lässt sich aber auch leicht erkennen. Die GT86/BRZ sind eigentlich prädestiniert fürs Driften im Nassen, was dieser 86er von Igor mit sauberen Linien bewies.   Auch die Rumpelgrummel-Fraktion der Z33 ließ von sich hören. Last but not least war auch wieder Jan Pawelczyk am Start und hielt gleichzeitig sowohl die Mazda-, als auch die MX5-Fahne hoch. Wie er dabei auch noch lenken und schalten konnte, ist mir ein Rätsel. Ganz nebenbei zauberte der Tausendsassa auch wieder ein feines Stück Film.   Zum Abschluss noch ein wenig Parkplatz-Eyecandy…Type-Rrrrrrrr Ob sich das Motto auf den Bösen Blick bezieht? Immerhin aus Metall.  +1 für die Window-Visors und +5 für die Felgen. Wenn man aus Tuttlingen kommt, ist man meiner Meinung nach mit dem Kennzeichen schon schwer gestraft. Der Besitzer dieses Impreza Kombis hat dennnoch das Beste daraus gemacht. ja. Ja. JA! (Nur noch ein wenig tiefer vielleicht, eventuell, möglicherweise?) Bereits aus dem 2016er-Feature bekannt, hat dieser e30 nichts, aber auch gar nichts von seinem grandiosen Auftritt eingebüßt. Schmidt Felgen, Hella, Sparco, Momo: Sehet her, staunet, froholocket und sponsoret ihn anschließend.   S15 Spec-R mit Automatik als Daily. Mittlerweile hat sie spürbar an Höhe verloren und die AVS stehen jetzt besser in den Radhäusern. Eine Politur ist ebenfalls geplant. Dieses zwiespältige Gefühl…. GT3 996, vermutlich noch aus der ersten Baureihe mit 360 PS. Bald hab ich dich. Zumindest längsdynamisch. Am Ende sind aber immer die Menschen am wichtigsten. Das gilt für diesen Artikel, wie auch überhaupt.   In diesem Sinne. Niels Kreischer – USED4.net   Das Facebook-Album mit allen diesen und vielen weiteren...

Supras in Vegas – Wie man sich einen Lebenstraum zwei Mal erfüllt (Teil 1)...

Wie man sich einen Lebenstraum zwei Mal erfüllt – Supras in Vegas 2017 (Teil 1) How to fullfil a Lifetime Dream – twice: Supras in Vegas 2017 Wer, wie ich, in den späten 80ern geboren ist, als 6Jähriger zum Fan des Supra wurde und Ende der 90er/Anfang der 2000er Jahre das Internet nach Supra-Input durchkämmte, der kam in dieser Zeit an den Redline-Videos nicht vorbei. Anyone who has been born in the 80s, like I do, who became a fan of Toyota Supras at the age of 6 and who scoured the internet for Supra content, couldn’t get pass the Redline videos.   Redline 3 Unzählige Male habe ich sie geschaut und mich als Jugendlicher in die Situation hineinversetzt, einmal in den Staaten der Supras wegen zu sein. Die nordamerikanische Supra-Szene ist etwas besonderes. Zum einen liegt es an den unheimlich sauberen und perfekten Autos, zum anderen am unheimlich guten Geschmack der Amerikaner, was Modifikationen angeht. Für mich war also klar: So unfassbar unrealistisch es auch immer für mich im Jugendalter und bis noch vor gar nicht so langer Zeit klang, aber einmal muss ich das größte Supratreffen der Welt besuchen: Supras in Vegas! I watched these videos endless times in my teenage years and dreamed of driving a Supra in the States. The North-American scene is something truly special. It’s not only the high quality and cleanliness of the cars, it’s also the US-American great taste in modifying cars. It seemed unreachable as a teenage boy and even not too long ago, but the urge to visit the world’s greatest Supra meet was huge: Supras in Vegas! In den folgenden Jahren lernte ich jemanden kennen, der in großer räumlicher Entfernung eine erschreckend ähnliche Kindheit wie ich verlebt hat, was 90er Jahre Musikgeschmack, Videospiele und vor allem Autogeschmack betrifft. Auch er verfolgte das Ziel, einmal die US-Szene kennenzulernen. Wir wurden älter, wir verdienten Geld, kauften uns beide unsere Traumsupras und uns beiden wurde klar, dass man sich Lebensträume erfüllen muss, solange man die Möglichkeit dazu hat und vor allem gesund ist. So flogen wir 2016 in die USA mit dem Ziel, die amerikanische Supra-Szene beim berühmt berüchtigten Supras In Vegas Event kennenzulernen. Natürlich konnten wir keinem erzählen, dass wir nur wegen ein paar knapp 20 Jahre alten Toyotas in die Staaten fliegen, also haben wir dies mit einem 2wöchigen Kalifornien-Urlaub verbunden. In the following years I got to meet someone living very distant from my place, nevertheless sharing the same biography when it comes to 90s taste in music, video games and of course, taste in cars. And he also dreamed the dream of one time meeting the US Supra scene. We became older, we earned our money, bought our dream Supras and both of us were certain that lifetime goals need to be achieved as long as you have the possibilities and especially the physical capabilities. Eventually we flew out to the US in 2016 with one aim in mind: Getting to know the US scene during the infamous Supras In Vegas event. Of course we couldn’t explain to anyone we were flying out to the States only for the sake of seeing some 20 year old Toyotas, hence we combined it with a 2 week holiday in California. Da in den USA bekannt war, dass wir anreisen, wurden wir „leider“ mit offenen Armen empfangen und wir lernten innerhalb von 3 Tagen über 300 unheimlich nette Menschen kennen. Aus Fremden wurden Freunde und wir ein Teil der US-Szene. Schnell wurde uns aber auch klar: eine „once in a lifetime opportunity“ bleibt das mit Sicherheit nicht, denn alle wollten, dass wir im darauffolgenden Jahr wiederkommen. And the US was already waiting for us as we announced our trip loudly: The welcome was more than warm-hearted and we got to know some 300 people within only 3 days. Strangers became friends and we found ourself embraced by the US Scene....

FinalBoss 2017 – Go Hard or Go Home

Am Ende war der Anfang: Kurz vor Weihnachten 2016 kam sie zum ersten Mal auf, die Idee “FinalBoss 2017”. Zuerst klang es allerdings noch wie eine der üblichen WhatsApp-Spinnereien. At the end there was the beginning: Shortly before Christmas 2016 the idea of FinalBoss 2017 came up. First it sounded like a typical WhatsApp-Bullshit. Aber spätestens nachdem alle das Video gesehen hatten, wurde es dann schnell konkret: Flüge gecheckt, Urlaub geprüft, Unterkünfte gesucht. At least since everybody had watched the video, the plans became serious: flights were booked, vacations were checked and hotels were searched. Am Ende waren wir dann sieben Zwerg… Jungs, die sich auf den Weg nach Schottland machten, Schneewittchen ließen wir dieses Mal zu Hause. Finally seven dwar… dudes made their way to Scotland, leaving Snow White at home this time. Spätabends in Edinburgh angekommen, ging es am nächsten Tag direkt zum ca. eine Autostunde entfernt gelegenen Lochgelly Raceway, von dem das Driftland ein Teil des Geländes einnimmt. Arriving in Edinburgh late at night we were heading the next day to the approximately one hour away Lochgelly Raceway, which Driftland is a part of. Driftland –  Einen passenderen Namen hätte man nicht finden können für eine Driftstrecke, die nur für diesen einen Zweck gebaut wurde, dabei vergleichsweise preiswert ist (z.B. kostete das komplette FinalBoss-Wochenende die Fahrer nur 250£ inkl. Camping), relativ laxe Geräuschlimits (103dB) hat und ein für die Zuschauer zu 100% einsehbares, sehr abwechslungsreiches Layout bietet. Klingt wie ein Traum. Ist aber die Realität. Driftland – a more appropriate name would’nt have been possible for this drifttrack, solely built for this purpose, relatively cheap (the weekend charge for drivers incl. camping was only 250£), lax noise emission limits (103db) and an really varying layout, for the viewers nearly 100% accessible. Sounds like a dream. Is reality though.   Das Layout der Strecke ist ein Mix aus diversen japanischen Kursen The layout of the track is a mix of diverse japanese courses Selbstverständlich gibt es eine Wall zum Tappen und viel Platz für schnelle und ausgedehnte Drifts Of course there is a wall for tapping and a lot of space for fast and extended drifts Die Streckenbelag ist glatt und eben, perfekt für die, vom Veranstalter FinalBoss geforderte, heftige Tiefe der Autos Tiefe, Felgen, Sticker, JDM: Möglichst genau den Style der japanischen Drifter Anfang der Nuller Jahre zu treffen, ist eine Besonderheit der Veranstaltung The road surface is smooth and even, just perfect for some crazy lowness of the cars, which was requested by the promoter FinalBoss Lowness, wheels, livery, JDM: The urge to meet the original style of the JDM drifter scene at the beginning of the century is one speciality of the event. Teams wie Low Origin, Dori Labs oder Bustin Loose, aber auch Einzelfahrer wie zum Beispiel der e30 mit SR20 und männlicher Tiefe vermittelten dabei die Botschaft: Egal wie gut du auch fahren kannst, du musst dabei cool aussehen. Teams like Low Origin, Dori Labs and Bustin Loose but also single drivers for example the e30 with an SR20 engine and a manly lowness communicate the message: No matter how good you may drive, you definitely have to look cool while doing it. Aber nicht nur auf der Strecke gab es viel zu sehen, auch der Besucherparkplatz war voll mit automobiler Hotness But not only on track there was a lot to see, also the visitors car park was filled with motorized hotness Der Parkplatz diente gleichzeitig auch als Fahrerlager und Boxengasse, in der repariert und instandgesetzt werden konnte Dass das Ganze auf einem Kiesplatz ohne jegliche Versiegelung gegen Öl und anderen Flüssigkeiten ablief, verwunderte (offenbar nur) uns Deutsche 😀 The parking space not only served as a visitors parking lot but also as a paddock for the drivers and their machines to relax and repair All that happening on an unsealed surface, where oil and other fluids can ooze away, was...

Reisbrennen 2017: Reis, Reis, Baby!

Vom 4.  bis 6. August war es soweit, das Reisbrennen am Lausitzring fand endlich wieder statt. Wer von uns schraubt für dieses Treffen nicht bis zur letzten Minute noch an seinem Auto und wartet mit bangem Blick zur Uhr auf die letzten Teile per Post? Mir selbst erging es nicht anders mit meiner Bastelbude, wie ich den Integra so gerne nenne. Allein schon auf dem Weg zum Lausitzring ist die Chance nicht gering, anderen Pilgern des beliebten Importtreffens zu begegnen. Bereits hier zeigt sich für mich ein gewisser Zusammenhalt der Szene. Nicht selten wird man freundlich angehupt und wird mit einem Peace Zeichen oder einen Daumen hoch gegrüßt. Für mich war dieses Jahr auf der Hinfahrt ein 33er Skyline das Highlight! Von Weitem erkannten wir den Skyline durch seine typischen Rückleuchten schon, aber als wir dann neben ihn fuhren und hupten, drehte sich älterer Mann mit weißem Haar (geschätzt 50-60 Jahre alt) zu uns und erwiderte unser Peace Zeichen. Der Anfang von Reisbrennen, für die meisten die obligatorische wilde Jagd nach dem besten Stellplatz auf dem Campinggelände. Jeder hat seinen persönlichen Favoriten, was die vier Bereiche angeht. Sei es die VIP Area mit der perfekten Anbindung zur Party und Händlermeile, das Infield mit seinen breiten Straßen zum Cruisen, der Silent Hill oder das Speedway Camp, wo man seine Ruhe hat und Chillen kann. Ich habe mir alle angeschaut und jedes hat seine Vorteile. Die erste Anlaufstelle war für mich dieses Jahr die “Waschstation”, wo viele ihrem kleinen Liebling nach der langen Reise eine Dusche gönnten. Dort traf ich mich mit meinem Kumpel Denis, um gemeinsam unsere Autos für die Hot Import Area vorzubereiten. Hier waren wieder einmal jede Menge wirklich schöne Exemplare zu begutachten. Wie beispielsweise der Turbocivic von “Baumi” oder die Rocket Bunny S13 von “EMPERADOR” und vielen weiteren mehr…     Aber man sollte auch einen Blick in die anderen Areas werfen, der weite Weg ins Infield, Silent Hill und Speedway Camp lohnt sich zu garantiert. Das Programm beim Reisbrennen bietet jede Menge Spaß und Abwechslung. Von der Viertelmeile über Time Attack bis hin zum Driften, wird eigentlich alles geboten, was das Autofahrerherz begehrt. Mich persönlich reizt am meisten immer das freie Fahren. Die Tickets sind limitiert und man sollte sich besser vor dem Event für eines bewerben, da diese meist recht schnell ausverkauft sind. Es ist für mich ein riesiger Unterschied auf der Strecke oder auf der normalen Straße schnell zu fahren und es macht hier einfach viel mehr Spaß. Man versucht alles aus seinem Auto zu holen und die perfekte Linie zu finden. Auch empfindet man (zumindest geht es mir so) eine gewisse Verbundenheit mit den anderen Fahrern. Es tut einem in der Seele weh, wenn man mitbekommt, dass für manches Auto die Belastung wohl zu groß war. Als ich in die Box fuhr und einen roten GT86 Rocket Bunny mit Warnblinklicht davor sah, blutete mir das Herz. (Falls der Besitzer das hier liest, ich hoffe, die Schäden halten sich in Grenzen und das gute Stück fährt bald wieder.) Auch traf man hier alte und neue Bekannte. Beispielsweise war ich kurz zu Besuch in der Box bei RHD Speedmaster, um dort den neuen GT Wing einmal in Natura anzuschauen, mir Infos zum Preis und der Eintragbarkeit zu besorgen und selbstverständlich auch einen netten Plausch mit Chris zu führen. Merx-Tuning stattete ich dagegen einen Besuch ab, um mir eine neue Anzeige für mein Auto zu kaufen und auch im Infield bei den Jungs von Yakin Autolab schaute ich vorbei, um ein paar richtig coole Sticker im authentischen Japan-Style zu ergattern. Auch die Pokaljäger kommen hier nicht zu kurz, es gibt jede Menge Kategorien im Show and Shine Bereich, dB-Contest und Sonderkategorien wie dem Beleuchtungscontest. Auch ich habe für 10€ mein Glück versucht, leider ohne Erfolg. Doch so schön das Reisbrennen auch war, so schnell ging es leider auch wieder zu Ende. Auf dem Nachhauseweg wurde mir...

Allstedt 2017: Und alle so Yeah!

Ist Hype planbar? Eigentlich nicht, sollte man meinen. Ein Hype entsteht normalerweise spontan und aus dem Bauch heraus. Bei Allstedt ist das anders. Jeder, der in den vergangenen beiden Jahren zum Driften in Allstedt war, wusste im Prinzip bereits, was ihn 2017 erwarten würde. Und auch die Frischlinge, für die das Ausrasten auf Allstedter Asphalt eigentlich neu sein müsste, ahnten nicht zuletzt auch durch unsere Berichterstattung über die Events der Jahre 2015 und 2016,  was auf sie zukommen würde. Dass die Facebook-Seiten des SXOC e.V. und die WhatsApp-Gruppen in den Tagen nach dem Event trotzdem vor euphorischen Danksagungen und Jubelarien geradezu überlaufen, lässt nur einen Schluss zu: Die Zahnfee hat wieder gezaubert. Das Programm vollgepackt mit Leckereien wie dem Nachtdriften, einer Walltap-Competition, der Eskalation in drei Stufen (Anfänger/Allzeitbereit/Amok)… … und einer mitternächtlichen Mitgliederversammlung, die alles bot, was die deutsche Vereinsordnung eigentlich nicht vorsieht. Und auch wenn niemals alles zu 100% glatt laufen kann und sich bei einigen wenigen Teilnehmern der grundsätzliche Gedanke “Menschenleben > Driftspaß” erst noch manifestieren muss, war das “Wochenende” (dehnbarer Begriff, die Strecke war bereits ab Donnerstag freigegeben) im Endeffekt doch eine permanente Aneinanderreihung von Höhepunkten. Ein Beweis für die Qualität der SXOC-Veranstaltungen ist dabei sicher die hohe Zahl der Wiederholungstäter. Und auch der Parkplatz bot wieder massenhaft menschliches und automobiles Eye Candy. Seien es (zu) wartende Drifter…   …oder parkende Prinzessinnen, die sich ihren frischgewaschenen Lack zwar niemals auf der Strecke schmutzig machen würden, aber dennoch beim coolsten deutschen Grassroot-Driftevent ganz vorne dabei sein wollten. Ein besonderes Highlight war schließlich das Nachtdriften, das in drei aufeinanderfolgenden Nächten abgehalten wurde. Eine ganz spezielle Atmosphäre im gleißenden Licht der Strahler, die Natur bereits verstummt und… …die Drifter entweder äußerst spärlich oder… …massiv illuminiert. Dominic Toretto hätte sein Muscleshirt for Freude zerissen. Ein beeindruckende Szenerie, selbst wenn man nur am Streckenrand stand und den Auslöser drückte. Es ging aber nicht um Style und Optik allein. Nein Nein, in erster Linie wurde das Können bewertet. Und so sieht die Reihenfolge der Könner aus: Platz Martin Weigmann (S14, White Smoke Driftteam) Platz Dennis Köhler (MX5 NA, Foolish Players Special) Platz Jan Skala (R33, Noname Heroes) Zur Feier des Tages (und der Nacht) gab es dann noch eine Überraschung in Form eines Feuerwerks. Fanden alle ausgesprochen gut. Sogar Katy Perry stand kurzzeitig der Mund offen. Die Zahnfee möchte die Gelegenheit nutzen und folgenden Personen ausdrücklich danken: Tobi&Caro, Jay, Martin, Lukas, Ata, Andi aka Loki, Benni, dem Aufbau- und Abbauteam, Jens & Co, Marius und Dennis, Matthias, Flo und Nico, Markus Flecki, File 404, Jan, Sahand, Sebastian, Georg, Niels, Brencher und viele, die ich jetzt vergessen habe – DANKE! Es ist demnach nicht fair, wenn nur mir gedankt wird, dutzende Mitglieder rissen und reissen sich den A**** auf. Jedes Jahr. Kommen früher, bleiben länger, arbeiten härter. Euch allen noch einmal ein RIESIGES DANKESCHÖN! Allstedt hat sich damit in kürzester Zeit: Zu einem Festival der fliegenden Fetzen Einer Party der posierenden Parker Einem Happening der Heftigen Einem Vollgasabenteuer der Videofilmer Einem faszinierenden Fokus für Fotografen Und zu einem beispiellosen Beisammensein der besonders Blöden entwickelt. <3 Allstedt 2018 wird noch größer, schöner und besser, da bin ich mir sicher. Aber wenn nicht, also wenns genauso bleibt, ists auch gut. Because Keep Drifting Fun. Text und Bilder: Niels Kreischer – USED4.net Zusätzliche Bilder: Stefan Brencher – USED4.net Das Album mit diesen und vielen weiteren Bildern erscheint morgen auf unserer...

Drift: Saisonstart in Steißlingen

Comeback für den den SXOC e.V. am Bodensee. Am letzten Aprilwochende 2017 startete die Saison auch endlich für die Grassroots- & Spassdriftfamilie des kleinen Vereins. Ja, eine Familie erwächst mittlerweile aus dem bunten Haufen, dem im Laufe des letzten Jahres über 200 Personen aus ganz Europa beigetreten sind. Für das kleine Südtreffen musste jedoch die Teilnehmerzahl stark auf knapp über 20 begrenzt werden, um den Lärmschutz- und Fahrzeitansprüchen gänzlich gerecht zu werden. Die kleine Gruppe unterstrich zumindest die familiäre Stimmung, die mittlerweile ein Markenzeichen der SXOC-Veranstaltungen ist – Jeder hilft Jedem und nimmt Rücksicht. „SX“-OC war hierbei mal wieder ein leichter Etikettenschwindel, bestand doch die Fahrzeugflotte v.a. aus E36-BMW-Gerät, die offenkundig dem S-Chassis-Gott regelmäßig geopfert werden müssen, damit er beim, aktuell im Aufbau befindlichen, SX zu Hause in der Garage Gnade walten lässt. Aber Hauptsache man hat Spass am Driften, denn darum geht es eigentlich bei uns: Bei herrlichstem Frühlingswetter bot die gewohnt fein bewässerte Strecke für jeden Teilnehmer eine Herausforderung. Sei es im Kreisel die ersten Drift-Gehversuche zu absolvieren, den anspruchsvollen Parcours des Handlingkurses in einem Zug durchzudriften oder im Train mit vielen anderen keinen folgenschweren Fehler zu begehen. Das Fahrerfeld war wieder bunt gemischt. Routiniers gehörten ebenso wie Anfänger und Fortgeschrittene zum internationalen Fahrerfeld. Der jüngste von ihnen war gerade einmal 17 Jahre alt – begleitetes Fahren neu definiert und mit Bravour gemeistert. Am Samstag noch die ersten Gehversuche im Kreisel, am Sonntag den Ebisuähnlichen Hügel mit vollem Lenkeinschlag hinunter geprügelt. Wir sind stolz auf dich, Jan! Der Samstag schloß mit gemeinsamen Benzingesprächen und dem Verfolgen des zweiten Formula-D-Laufes im Hauptgebäude des Fahrenerlebenzentrums. Der Sonntag startete mit besten Wetteraussichten und munteren sowie gut eingeschossenen Fahrern – jedoch mit einem kleinen Ärgernis: Der Übungskreisel konnte aufgrund eines Buchungsfehlers meinerseits nicht genutzt werden, was überdies einen gewaltigen Stau im Fahrerlager zur Folge hatte. Um diesem zu begegnen, wurden Gruppen eingeteilt. Die Fahrer nummerierten wir gemäß ihrer Fähigkeiten, Absichten und Versicherung durch und man spürte schon im ersten 10-Minuten-Turn, dass unter Gleichen (Standard ist eine open pitlane beim SXOC e.V.) das Fahrlevel noch einmal anzog. Genau der richtige Zeitpunkt, für ein Mitglied der ersten Stunde seine Mutti auf den Beifahrersitz zu packen, die harte Linie auf der Strecke zu wählen und ein Lächeln ins immer grünlicher wirkende Gesicht zu zaubern. Ansonsten verlief die Veranstaltung wie gewohnt und ohne größere Zwischenfälle. Man bestellte, wie auch schon am Vortag, auf den Mittag wieder gemeinschaftlich Pizza, streichelte bei Bedarf den großen, flauschigen Hund und behandelte nachträglich und vergebens die eigentlich zu schützende Haut. Danach quälte man wieder gekonnt die eigenen Hinterräder, fremde Türen mit den Vorderrädern oder Motoren mit einem Begrenzerfeuerwerk – leise natürlich. Danke an alle Beteiligten und an das Fahrenerleben-Team! Bis Oktober.   Text: Gast-Kommentator Alexander Schock, Vorstand des SXOC e.V: Bilder: Diverse Fotografen, u.a. Alexander Prey, Jan Pawelczyk, Marius Erlenbruch sowie Raimund Rudolph   Und hier auch nochmal das Video unseres geschätzten Medienpartners Japvideography:...