Blaue Liebe: Datsun 510 Bluebird...

Wem ist es noch nie so ergangen? Stundenlang sitzt man vor dem Computer, klappert im Internet eine Autoplattform nach der anderen ab. Immer auf der Suche nach dem einen Auto. Vor nicht ganz sieben Jahren fand Jérôme genau auf diese Weise sein Traumauto. Es handelt sich um einen Datsun 510 Bluebird, Baujahr 1970. Der Zustand war original, abgesehen von ein wenig Rost, Staub und Dreck, der sich in den letzten 45 Jahren angesammelt hatte. Also die ideale Basis für einen gelernten KFZ-Mechaniker wie ihn, einen sportlichen Viertürer auf die Beine beziehungsweise Räder zu stellen. Nach drei Jahren Umbauzeit stand das Ergebnis zum ersten Mal legal auf der Straße. Der aufbereitete Lack und das tiefergelegte, sportlich abgestimmte Fahrwerk harmonierten hervorragend mit den ATS-Felgen und geben dem eigentlich als Familienlimousine erdachten Wagen das gewünschte sportliche Aussehen. Um die knapp 900Kg Kampfgewicht auch in einer respektablen Zeit den Berg hinauf zu jagen, durfte die Leistungssteigerung des 1,6l Vierzylinders natürlich nicht fehlen! Neben den wichtigsten Änderungen wie der Nachbearbeitung der Einlasskanäle, der Erhöhung der Verdichtung auf 10:1, dem Einbau einer spitzeren Nockenwelle und zwei Doppelweber-Vergasern mit passender Ansaugbrücke, wurden noch diverse kleinere Änderungen vorgenommen. Der L16 Motor leistet jetzt 97.5PS und 114Nm bei 6700U/min, was für genügend Vortrieb sorgt. Während des ganzen Um- und Aufbaus wurde darauf geachtet, dass „sofern es möglich war“ zeitgemäße Teile verbaut wurden, die auch in den 70er Jahren erhältlich waren. Was sich verständlicherweise auch auf die Bauzeit auswirkte. Schließlich findet man solche Teile nicht an jeder Ecke. Der Innenraum ist zum größten Teil original. Zwei OMP-Schalensitze im Retrolook mit passenden 3-Punkt-Gurten sorgen dafür, dass man bei Haarnadel-Kurven auch an Ort und Stelle sitzen und immer Herr der Lage bleibt. Also zumindest meinen Geschmack hat Jérôme genau getroffen: Einen elegant-sportlichen Japaner aus den späten...

Nismo Festival beim Sport1-Trackday...

Die Nachricht traf mich wie der sprichwörtliche Blitz: Es gibt ein offizielles deutsches Nismo-Festival. Auf dem Nürburgring. Mit einer Classic Car Austellung und dem neuen GT-R Nismo.   Sofort kamen mir die Bilder der legendären Nismo Festivals auf dem Fuji Speedway in den Sinn, wo hunderte Fans mit ihren Skylines, S-Chassis, Z-Cars und anderen Datsun- und Nissan-Modellen die Marke Nissan und ihre Motorsportabteilung Nismo zelebrieren. Dass die meines Wissens erste deutsche Auflage nicht ganz diese Dimensionen ereichen würde, war mir bereits klar, als ich mich spontan in meinen 200 SX schwang und auf den Weg zum Nürburgring machte. Dort angekommen, musste ich aufgrund fehlender Akkreditierung (Ups!) und trotz gültigem Presseausweis Eintritt bezahlen. Das an sich war überhaupt kein Problem, nur dass der Mitarbeiter am Eingang gar nicht wusste, was das Nismo-Festival wäre, als wir nach dem Weg fragten, machte mich dann doch stutzig. Auf dem Gelände angekommen, parkte ich meinen Wagen direkt gegenüber des wider Erwarten leicht zu findenden Nismo-Pavillons und wir begannen, die Gegend zu erkunden. Der Sport1-Trackday bot neben dem Nismo-Festival auch einen Achtelmeile-Dragstrip, die Renn-Veranstaltung Rolling50 mit ausgewählten extrastarken Modellen sowie einen Lauf des Gymkhana Grid-Cups. Man bekam also Einiges geboten für die 20 € Eintritt, nur der aufgrund der Kürze der Zeit einzige Grund für meinen Besuch, das Nismo Festival samt Classic Car-Ausstellung, war dann auf den ersten Blick doch überschaubarer als erwartet. Einige GT-R R35 des aktuellen Jahrgangs… der bereits erwähnte Über-GT-R Nismo (mit Nissan-Superstar Michael Krumm, der sich hier seine eigene Kreation betrachtet!)… …sowie 370 Z Nismo (noch in der alten Version) und Juke Nismo: Für den Neuwageninteressenten hatte Nissan demnach alles aufgefahren, was Nismo derzeit auf dem deutschen Markt zu bieten hat. Nur wo war die Ausstellung? Es stellte sich heraus, dass die Classic Car-Ausstellung im Ringwerk...

Garagen zum Träumen: Japan-Trip zu den Top-Tunern

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber Ferien und Urlaub zu haben, ohne dabei an Autos und Teile zu denken, das funktioniert bei mir einfach nicht. Ganz besonders dann nicht, wenn man sich im Land der aufgehenden Sonne aufhält! Also der Geburtsstätte von Nissan, Toyota, Honda, Nismo usw. Mitte 2013 hatte ich mich zusammen mit einem Kollegen für drei Wochen durch Japan gekämpft. Die Garagen, die wir währenddessen besucht haben, möchte ich euch auf keinen Fall vorenthalten. Angefangen hat das Sightseeing bei Kakimoto Racing in Osaka.   Handarbeit und Perfektion werden bei Kakimoto Racing sehr groß geschrieben. Auch die Auswahl der Komponenten wird mit dem Kunden besprochen und berücksichtigt. Auf der Hebebühne befand sich gerade ein Honda NSX, der noch mitten in der Aufbauphase steckte. Mittlerweile ist er fertig aufgebaut, und meines Wissens hat er auch schon die eine oder andere Rennerfahrung gesammelt. Ebenfalls in Osaka legten wir einen Boxenstopp bei Jenesis ein DER C10 Skyline Schmiede schlechthin und wir wurden nicht enttäuscht! Rechts im Bild ist einer von 197 produzierten C110 GT-R Skyline zu sehen. Diese Fahrzeuge befinden sich ausschließlich in Japan, da sie zum japanischen Kulturerbe gehören und nicht exportiert werden dürfen.   Weiter ging es nach Nagoya zu Rocky Auto. Eine Garage, die durch Datsun / Nissan Auf- und Umbauten bekannt wurde. Und das hat einen Grund: Perfektion und saubere Verarbeitung bis ins kleinste Detail. Allein schon der Fuhrpark vor der Garage ließ erahnen, was uns erwarten würde. Eine Schönheit neben der anderen, die sicher nicht nur mein JDM-Herz höher schlagen lässt. Gebaut mit einem einzigen Ziel: Luft und Benzin in Leistung umzuwandeln!   Obwohl Rocky nur japanisch spricht, war er sehr offen uns gegenüber und hatte sichtlich Freude daran, uns seine Lieblinge zu präsentieren.   In Tokyo waren die Heiligen Hallen der Omori Factory von NISMO Pflichtprogramm. Das neu gebaute und Anfang 2013 eröffnete Firmengelände lässt keine Wünsche offen. Vorausgesetzt man hat das nötige Kleingeld. Ein Ort zum Träumen und Verweilen…. Der Gendanke daran, was wohl hier schon alles entstand, beziehungsweise entstehen wird, ist einfach faszinierend… Sogar auf der Toilette bekam man die Faszination Motorsport zu spüren.     Ich hoffe, euch hat mein kurzer Einblick ein kleines bisschen gefallen. Was meine Wenigkeit angeht, war ich sicher nicht das letzte Mal in Japan. Und wenn ich so darüber nachdenke, wer will schon profane Badeferien, wenn man Autogeschichte anfassen, Benzindämpfe einatmen und Autoteile nach Hause tragen kann?   Manuel Frey – USED4.net...