Alfa GTA

Bei Autoenthusiasten ist aktuell die neue Alfa Giulia in aller Munde, weswegen wir uns dachten, mal einen Blick in die Zeit der alten Alfa Giulia Sprint GT und GTA Junior zu werfen. Oldtimer Fans mit Hemd und Pullunder, die gerne mit dem Sektglas in der Hand über makellose Fahrzeuge fachsimpeln, müssen jetzt ganz stark sein oder lieber gleich weg schauen. Denn dieser Alfa GTA versetzt seine H-Kennzeichen Zeitgenossen und dessen Besitzer praktisch in Schockstarre und räubert über jeden Straßenbelag, als hätte er den Rundkurs nie verlassen. Der Alfa GTA in seinem Renntrim, nicht allzu perfektem Interieur, Überrollkäfig und mattem Lack trägt seine kleinen Unfeinheiten und groben Fehler so dermaßen stolz zur Schau, dass man einfach nur mit einem Lächeln zustimmend nicken kann. Alfa Romeo hat hier Anfang der 60er ein Kunstwerk geschaffen, das schon serienmäßig – dank Karosserieteilen aus Aluminium – mit gerade mal 745kg und Motorisierungen angefangen bei einem 1,6l Vierzylinder mit 115 PS, Fahrwerte bot, die in den 90ern Fahrzeuge wie die Lotus Elise zeigten. Im Renntrimm namens “Alfa Junior 1300” drückte man im Übrigen 180 PS aus gerade mal 1,3 Litern bei Verdichtungen von 11:1. Und das in den 1960ern … Das schaffen einige moderne Motoren heute nicht mal per Aufladung. Das Ganze läuft in diesem Fall freilich ohne das Oldtimer-Klischee von älteren Herren und Damen mit großen Hüten ab. Stattdessen erhält man viel Kat-freien Lärm und pures Motorsport-Gefühl. Viel Luxus und Bling-Bling sollte man nicht erwarten. Zwar zeigen die Holzmaserung des Armaturenbretts und das Lenkrad mit ihrem Charme nochmal die genaue Epoche, dann erinnern aber wieder die Anzeigen zur Öltemperatur und Öldruck, dass es hier richtig zur Sache geht. Ein schöner Oldtimer muss nicht immer mit einem makellosen Blech in Museumsqualität glänzen. Arbeitsspuren und ein auf Einsatz getrimmtes Äußeres sowie...

Lancer Evolution V Time Attack

Wer in den 90ern groß geworden ist und seine Zeit mit Gran Turismo und Colin McRae-Rally totgeschlagen hat, kennt den Mitusbishi Lancer Evolution V – kurz EVO5 – als flotten Allradler aus Fernost und als natürlichen Feind des Subaru Impreza (WRX) STI. So wie Cowboys VS Indiander zählen die beiden Allrad-Turbo-Viertürer von Mitsubishi und Subaru zu den klassischen Duellanten im Motorsport, allem voran der World Rally Chamionship-Serie (WRC). Dass der EVO5 auf Asphalt ebenso schnell unterwegs ist, zeigt eindrucksvoll dieses Time Attack Monster, das sowohl auf normalen Straßen wie auch der Rennstrecke bewegt wird. Der gute alte 4G63T drückt seine Leistung übers AYC Allradsystem in den Asphalt und holt sich für gute Rundenzeiten Hilfe bei der umfangreichen Verspoilerung. Kleinere Flaps an der Frontschürze, ein massiver Heckflügel und die sonstige aerodynamische Verkleidung des EVO5 sind mehr Zweck als nur Show. Mit einem KW Clubsport Fahrwerk bleibt der ganze Spaß auch in der Spur. Der Arbeitsplatz fällt rennsporttypisch spartanisch aus. Ein Käfig zieht sich durchs Wageninnere, die Schalensitze drücken das Gewicht etwas nach unten und sorgen zusätzlich für mehr Seitenhalt. Passagiere haben einzig auf dem Beifahrersitz die Chance, einige Runden mitzufahren. Vertürig, aber zweisitzig sozusagen. Die großen Alcon 6 Kolben Sättel mit ganzen 365mm an der Vorderachse sorgen für die nötige “Stoppingpower”. Hinten gesellen sich nochmals zwei Alcon Sättel mit je 4 Kolben und Scheiben in 330mm dazu. Wer diesen flotten EVO 5 gerne in Action erleben will, sollte sich zu den vielen Time Attack Veranstaltungen und Trackdays im deutschsprachigen Raum begeben. Auch in Hockenheim ist die gelbe Gefahr ein immer wieder gern gesehener Gast. Das klassische Heck mit seinen prägnanten Rücklichtern und dem großen Flügel stellt direkt klar: Beim Lancer findet man definitiv mehr Krawall unter dem Blechkleid. Nach fünf weiteren Generationen wurde mit dem EVO 10 und einigen Exemplaren der “Final Edition” ein Schlusstrich unter die Erfolgsgeschichte gesetzt. Kenner sagen heute noch, dass die Reihe mit dem EVO 4, 5 und 6 auf ihrem Zenit war. Vielleicht waren diese Modelle nicht die stärksten und schnellsten, aber boten die größte ungefilterte Action bevor allerhand Gimmicks und Assistenzsysteme den Weg in die Automobilwelt fanden. Robert Kwiecien – USED4.net...

Ferrari Dino 308 GT4 Racer

In den 50er und frühen 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war die italienische Autowelt – zumindest aus der Sicht Ferraris – noch in Ordnung: Die Italiener waren im Rennsport eine feste Größe, die roten V12 Sportwagen aus Italien galten als Inbegriff von Luxus und Sportlichkeit, die Konkurrenz von Maserati und Alfa Romeo war nicht ganz auf Augenhöhe unterwegs und Lamborghini fuhren in der Regel noch auf irgendeinem Acker herum. Doch ehe man sich versah, klopfte Anfang der 70er Jahre die Ölkrise an die Tür, Maserati, DeTomaso und Lamborghini warfen mit dem Pantera, Bora und Uracco einen Satz konkurrierender V8 Sportler auf den Markt und Ferrari konterte mit einem V8 befeuerten 308 Dino GT4, was für die Fachwelt und wahre V12 Ferraristi ein absoluter Schock war. Was vor Jahren oft verschmäht wurde, hat sich heute als beliebte Rarität entpuppt und so freut man sich unsererseits dann auch mal einen Dino im Rennkleid anzufinden, der auch vom Besitzer auf zahlreichen Trackdays und Veranstaltungen über die Piste gescheucht wird. Wilde Pferde brauchen halt auch zuweilen Auslauf. Dass hier nichts nur reine Show ist demonstrieren schon auf den ersten Blick die breiten Slicks im Format 30/65-18. Die Vierkolben-Brembo-Anlage sorgt für die notwendige Stoppingpower. Die offenen Vergaser schlürfen im Heck die notwendige Luft für das 290ps starke V8 Aggregat durch die Einlässe, um den gerade mal 1100kg leichten Renner auf Geschwindigkeit zu bringen. Konsequenter Leichtbau bedeutet hier, dass rundherum Glasfaser verbaut wurde und das vormals luxuriöse Interieur sportlicher Spartanität weichen musste. Wie es sich für einen vernünftigen sportlichen Arbeitsplatz gehört, ist hier auch alles nur aufs nötigste reduziert. Mehr als Temperatur, Öldruck, Drehzahl und Laptimer braucht es ohnehin nicht. Den roten Drehzahlbereich markiert hierbei ein eleganter Klebestreifen. Der modifizierte 3.2l V8 sorgt mit seinen offenen Vergasern für die passende Hochdrehzahl Beschallung. Schließlich soll man auf den Zuschauerrängen ja auch was davon haben. Abschlepphaken muss sein. Schließlich drehte der Renner in seinem Leben viele Rennsport Runden und macht mit kleinen Details nochmals deutlich, dass es sich um einen Italiener handelt. Es macht immer wieder Freude zu sehen, dass italienische Sportwagen nicht nur vor der Nobeldisco Halt machen, sondern auf der Rennstrecke zu Hause sind. Traditionsbewusstsein heißt hierbei, dass der Besitzer sich auch tatsächlich der eigentlichen Wurzeln bewusst ist: Nämlich des Motorsports. Gerne sollten sich die ein oder anderen Fahrer von Nobelsportlern erneut auf selbiges zurückbesinnen. Auch wenn es nur für einen gemütlichen Trackday reicht. Aber das ist dann auch schon mal ein Anfang. Robert Kwiecien – USED4.net An dieser Stelle auch nochmal ein Dankeschön an das Team Schuttenbach für die tolle Möglichkeit diesen Renner vor die Linse zu...

Trackday: High Plains Raceway

Des Amateurrennfahrers Lieblingsbeschäftigung ist zweifelsohne der regelmäßige Trackday, an dem man sein großes Spielzeug über die Strecke schubsen, mit den Kumpels ein paar launige Kopf-an-Kopf-Rennen und eine Hand voll schneller Runden abspulen kann. Da es dazu freilich einer abgesperrten Strecke bedarf, ist dies oft teuer und mit langen Anreisen verbunden. Sehr praktisch wenn – wie in diesem Fall – die Jungs aus der Region um Denver Colorado herum, direkt eine Rennstrecke vor der Tür haben, die mit engen Kurven, hügeligen Passagen, schnellen Geraden und fiesen Korkenziehern alles bietet, was man sich als ambitionierter Herrenfahrer so wünscht. Dabei blickt dieses Stück Asphalt auf eine noch sehr frische Geschichte zurück. Nachdem man in 2005 kurzer Hand durch Schließungen einige sehr beliebte Kurse in der Region verloren hat, tat sich eine Hand voll Autoclubs zusammen, brachte 2 Mio. USD auf und asphaltierte nach etwas längerer Grundstückssuche und viel Papierkram innerhalb von gerade mal sieben(!) Wochen eine Rennstrecke in die Landschaft. Dort wo keine Nachbarn herumdemonstrieren, sich niemand beschwert und keine schutzbedürftigen Rotschwanzmolche leben, liegt der High Plains Raceway. In aller Frühe werden wir von den Organisatoren begrüßt, zum Drivers Briefing gebeten und stellen schnell fest, dass man an diesem Tag allerhand Autos auf der Strecke vorfinden wird, die man in dieser Mixtur selten sieht. In den USA wird einfach alles auf eine Rennstrecke gesetzt, was vier Räder hat. Von alten US Muscle Cars, über günstige MX5, andere schnelle Japaner, ebenso schnelle Bayern, Exoten wie etwa klassische Formel Autos bis hin zu einer werksfrischen S-Klasse und einem Maserati Ghibli, haben wir so ziemlich alles auf der Strecke gesehen, was irgendwie eine gute Runde abspulen kann. Mit meinem langjährigen Freund Dave kutschierten wir einen heftig getunten S2000 zur Rennstrecke, der mittlerweile nach einigen Umbaumaßnahmen gute 300 Sauger PS ausspuckt und jenseits der 12k rauf dreht, als gäbe es keinen Morgen. Schnelle Runden sind da garantiert, sofern man erstmal die pfeifenden Rennbeläge auf Temperatur gebracht hat. Doch da wären natürlich noch die anderen Exoten auf dem Track. Seien es Ariel Atom, flotte Subarus, waschechte Trackfahrzeuge oder teure Porsche Rennwagen. Jeder findet seinen Platz auf dem technisch anspruchsvollen Kurs und man kann sich nie festlegen, in welcher Kurve es gerade spannender zugeht. Zweikämpfe, kleine Duelle, freundliche Überholmanöver und viel Motorenlärm sorgen für einen tollen Trackday bei bestem Wetter. Abseits des Asphalts wird zwischen den einzelnen Sessions geschraubt, getankt, gequatscht und man erlebt eine herzliche und freundliche Stimmung. Wer hier mal Shotgun fahren will, der muss nur fragen. Ebenso stehen die Fahrer auch technischer Neugier Frage und Antwort und zeigen gerne ihre Schätzen her. Was mich bei diesem Trackday begeistert, ist die ausgelassene Stimmung und besonders die abgefahrene Mischung der unterschiedlichen Autos. Von der völlig fertigen Rennhure bis zum teuren McLaren fand sich so ziemlich alles auf der Strecke. Und das Kopf-an-Kopf und ohne Ärger. Da fährt dann auch mal die S-Klasse über den Track und die Fahrer zeigen, dass auch die teuersten Schlitten am Ende des Tages auch nur Autos sind. Und die wollen auch mal auf die Rennpiste. Fair enough. Text und Bilder Robert Kwiecien –...

300ZX – 80er Ikone aus Fernost

Die Z-Reihe aus dem Hause Datsun bzw. Nissan ist unangefochten die meistverkaufte Sportwagen-Reihe weltweit. Das muss man auch in Zuffenhausen, Maranello, Bowling Green oder Sant’Agata Bolognese neidlos anerkennen. Das war nicht nur ausgesprochenen Schönheiten wie dem Datsun 240Z oder seinen beiden Nachfolgern 260Z und 280Z zu verdanken, sondern auch Nissans Streben nach Innovation und dem Verbauen von Technologie, die die Japaner oftmals Jahre vor der deutschen und amerikanischen Konkurrenz zum Standardequipment machten. Der VG30ET Turbomotor führt z.B. schon 1983 eine elektronische L-Jetronic Einzelzündung ein und schob im ganzen Modellzeitraum den Z mit bis zu 208ps – ohne Kat sogar bis zu 228ps – über die Schnellstraßen. Während dessen presste man bei der deutschen Konkurrenz noch einen M20 Motor aus und war von Turbos noch nicht so überzeugt. Für den Komfort und sportliche Fahrwerte sorgte schon damals achtfach elektrisch verstellbare Sitze und ein in drei Stufen elektrisch verstellbares Fahrwerk. Über die Schalter  S, N und F (Soft, Normal, Firm) in der Mittelkonsole ließ sich das Fahrwerk von Schiffsschaukel bis hart wie Asphalt verstellen. Zur Erinnerung: 1983! Beim Design folgte man wiederum ganz den 80ern. Das bedeutet, dass aufklappbare Scheinwerfer ein schnelles Autos erst richtig schnell machten. Den verschlafenen Blick der sogenannten “Sleepy Eyes”-Mods der S13 bringt der Z31 von Haus aus mit. Dank T-Bar war halbes Cabrio Feeling angesagt und die Heckpartie macht den 300ZX erst recht zum wahren Klassiker. Für michpersönlich gehören die klassischen Z-Felgen einfach zum Besten was man kriegen kann. Nichts da mit 3-teilig-Tiefbett-Speichen Krims Krams. Gullideckel mit Turbineneffekt geben den Ton an. Hier sieht die Bereifung einfach erwachsen und zweckmässig aus. Kein Schnickschnack, sondern einfach Fahren. Für den Fahrer beitet der Z alle nötigen Infos.  Öltemperatur, Öldruck und Ladedruck finden sich zusätzlich zu den gewohnten Tachoanzeigen im Armaturenbrett. Hier passiert nichts unverhofft und überraschend, sofern man ein Auge drauf hat. Für die richtige Wohlfühlatmosphäre sorgten anno 1983 schon zahlreiche serienmäßige Extras. Dazu gehört neben der gut dimensionierten Heiz- und Kühleinstellungen auch die schon zuvor genannten achtfach elektrisch verstellbaren Sitze. Bei so viel Ausstattung, den Fahrleistungen und der technischen Innovation war der Erfolg des 300ZX im Nachhinein keine Überraschung. Auch wenn laut Zulassungsstatistik heute noch ca. 100 Fahrzeuge auf deutschen Straßen  unterwegs sein sollen, war der Z31 in seinem Produktionszeitraum ein Verkaufsschlager. Über 329.900 Exemplare liefen vom Band, was spätestens zum Produktionsende die USDM- und EDM-Konkurrenz aufgescheucht haben dürfte. Im Motorsport tat der Z31 dies bereits schon zuvor. Das ging so weit, dass man beim Nachfolger Z32 nach Siegen der 24 Stunden von Daytona und der GTS-1-Klasse bei den 24 Stunden von Le Mans seitens der amerikanischen IMSA kurzerhand den VG Twin Turbo nach 1994 für zukünftige Veranstaltungen verbot. Schlechte Verlierer halt. Kurioserweise gingen die Siege nach 1995 mit einem Nissan V8 aus der VH-Reihe einfach weiter, aber das ist eine andere Geschichte. Das Ende jener Geschichte ist das aber noch lange nicht. Nach dem Z32 und dem beliebten Z33 350Z, kann man heuzutage den Urenkel namens 370Z beim Händler finden. Sicher dürfte auch sein, dass Nissan diese erfolgreiche Reihe in Zukunft weiter führt. In der heutigen Zeit womöglich leider mit Hybrid und Elektro Firlefanz, aber dafür wie gehabt mit Innovation. Schließlich ist es das, was den Z immer ausgemacht hat. Stets das Neueste vom Neuen. Und das noch lange vor der Konkurrenz. Robert Kwiecien – USED4.net...

240Z – Fairlady statt Göttin...

Eine Sache, die ich in der Autowelt nie wirklich verstanden habe, ist die Citroen DS-Begeisterung der KFZ-Journalisten bei den üblichen Verdächtigen der hiesigen Autoblätter. Überall nur “Oh, die Göttin” hier, “DS, die Göttin” dort. Ich mag da vielleicht als Ignorant gelten, aber in meinen Augen ist die einzig wahre Schönheit, die den – Pardon – “die” Citroen DS von ihrem vermeintlichen Thron stößt, schlichtweg der Datsun 240Z. Dies gilt für den 260Z ebenso und auch den 280Z. Die klassische “Fairlady” ist eine atemberaubende Schönheit, egal wie man es dreht und wendet. Sorry, da kann auch kein Hydropneumatik-Franzose Parolie bieten. Wie es das Glück 2015 so wollte, hatte ich die Chance, ein absolut unangetastetes Original vor die Linse zu bekommen. Kein Widebody, kein Slammen, einfach nur H-Kennzeichen und Originalzustand, als wäre der Z erst vor einigen Wochen aus dem Werk gefahren. Und so gut wie neu läuft der alte Nissan OHC -Sechszylinder auch noch. 130 PS und knappe 200 Newtonmeter Drehmoment aus ganzen 2,4 Litern. Keine schlechte Nummer für ein Auto aus den 70ern. Damit stand man damals auf Augenhöhe mit Porsche, während die anderen deutschen Autohersteller nur so etwas wie den Karmann Ghia auf den Markt geworfen hatten, wo leider schon bei 50 PS das Ende der Fahnenstange erreicht war. Dennoch hat es der 240Z laut Zulassungsstatistik leider nur zu 303 verkauften Exemplaren auf deutschem Boden gebracht, was aber auch an der späten Markteinführung liegen mag. Der 240Z wurde erst ab 1973 in Deutschland angeboten, als bereits der Nachfolger 260Z auf dem Tokyo Auto Slaon präsentiert worden war. Zumindest ist dem 240Z so der Exotenstatus unter den Oldtimern gesichert. Wer sich nun diesen Exoten genauer anschaut, findet im 240Z viele kleine Details, die man sich sogar heute bei modernen Autos wünschen würde. Sei es...

Lotus Esprit – 80er mit Stil

“80s/90s-Kids will remember” heißt es im Internet immer. Egal ob alte TV-Serien, große Nokia-Knochen, Modemgeräusche etc., stets packen wir Dinge aus, die die heutigen Erwachsenen in ihrer Kindheit geprägt haben. Mich persönlich haben als Kind in Sachen Autos zwei Dinge geprägt. Da war einerseits der weiße Lotus Esprit aus James Bond, der auch als U-Boot abtauchen konnte sowie die Amiga Spielreihe “Lotus Esprit Turbo Challenge”. Mit letzterem habe ich mit meinem besten Freund etliche Stunden vor dem Amiga verbracht und wir drehten unzählige Runden mit dem Lotus in der unnachahmlichen Keilform. Schon damals stand für uns Kinder fest: Der Esprit ist ein Traumwagen. Gut, das war damals in den 90ern, aber nachdem ich kürzlich die Gelegenheit hatte, ein tolles Exemplar der X180 Baureihe vor die Kamera zu kriegen – eines von nur 252 Vergaser Turbo Modellen – war die frühere Begeisterung sofort wieder zurück, als wäre sie nie weg gewesen. Das von Peter Stevens gestaltete Modell setzt hier die ursprüngliche Linie von Giugiaro fort ohne zu stark von den Wurzeln abzuweichen. “Konsequente Weiterentwicklung” oder “Evolutionäres Facelift” würde man es neumodisch nennen. Sportwagen der 80er und 90er hatten ein einfaches Rezept: Kein Hybridantrieb und kein Laserlicht, sondern einfach nur einen starken Motor vorne oder im Heck und eine flache, schnittige Form. Die obligatorischen Klappscheinwerfer durften nicht fehlen, denn wie alle 80s/90s-Kids wissen, bedeutete Klappscheinwerfer = schnell. Kurz und simpel. Den Esprit schnell zu nennen, ist auch nicht übertrieben. Die Briten quetschen hier mit Vergasertechnik und Turbolader ganze 220 PS und 298 Nm aus dem 2,2L Vierzylinder. Für 1988 eine beachtliche Leistung, die dafür sorgt, dass das 1268kg Leichtgewicht den Spurt auf 100 in gerade mal 5,3 Sekunden schafft. Das kann sich immer noch mit heutigen Sportlern messen. Doch den Fan eines Lotus Esprit begeistert vor allem das geringe Gewicht. Ein Rahmen mit aufgesetzter Kunststoffkarosserie drückt die Kilos richtig weit herunter und ein Schwerpunkt eines Fahrzeugs kann kaum tiefer liegen als es beim Esprit der Fall ist. Wer hier über fehlende Sicherheit in Form von Airbags und ESP klagt, gehört ohnehin nicht hinter das Steuer eines solchen Sportwagens. Wer im Übrigen genauer hinschaut, findet die vielen kleinen Details, die den Briten etwas schrullig und gleichzeitig auch liebenswert machen: Seien es die vom AE86 geliehenen Rücklichter, die beiden Tanks mit komplexer Rohrführung, das einfache, aber starke Triebwerk und das laute Zischen des Blow-off-Ventils. An allen Ecken und Enden gibt es in dieser Ikone der 80er Jahre etwas Charmantes zu entdecken. Schade nur, dass es nie allzu viele Exemplare des Esprit auf die Straße geschafft haben. Der Lotus blieb stets ein Exot und war bis zur seinem Produktionsende im Jahre 2004 auch noch mit einem V8 unterwegs. Dieser katapultierte das Chassis noch vehementer nach vorn und machte den Sportwagen zu einer Art Lenkrakete. Flotte Passstraßen sind eher das Revier des Esprit und nicht die Autobahn. Man will Kurven schneiden, das Auto mit dem Heck anschieben lassen und mit der Pedalerie arbeiten wie es früher üblich war. Ganz ohne elektronische Helferlein. Lotus wäre gut beraten den Esprit wiederauflebenzulassen. Da aber heute eher Stückzahlen, die finanzielle Gesundheit des Konzern, das nächste Fiskaljahr und der Shareholder Value im Vordergrund stehen, werden die Fans der Marke zunächst wohl einen SUV verpasst bekommen, statt eines neuen Sportwagens. Damit bleibt der Esprit weiterhin ein legendärer Sportler, der keine moderne Fortsetzung oder neudeutsches “Revival” erhält. Vielleicht ist das aber auch gut so. Ikonen und schöne Erinnerungen sollten vielleicht auch nicht angerührt werden und uns so im Gedächtnis verbleiben wie sie am schönsten waren oder auch sind. Auch im hohen Alter. Zeitlos schön eben. 80s/90s-Kids will appreciate that. Robert Kwiecien – USED4.net...

TVR Tuscan

Eine ziemlich eigenartige Sache an den Briten ist unter anderem, dass eine solch kleine Insel ein derart unglaublich große Anzahl verschiedenster kleiner Autoschmieden besitzt. Dutzende von etwas mehr oder weniger bekannten Marken bauen hier flotte Sportler in geringen Stückzahlen zu denen Ferrari im Vergleich wie ein Volumenhersteller aussieht. Eine dieser Schmieden ist bzw. war bis zur Schließung im Jahre 2006 die kleine Automanufaktur TVR. Nachdem wir euch schon kürzlich den TVR Sagaris, ein Prunkstück unter den TVR Modellen, vorstellen konnten, haben wir uns diesmal den etwas populäreren Tuscan mit Targa-Dach vor die Linse geholt. Der Tuscan ist genauso wie der Sagaris vielen nur aus Videospielen bekannt und fiel schon bei den ersten Gran Turismo Spielen durch seine so genannten Flip-Flop-Lackierungen auf, die je nach Blickwinkel völlig unterschiedliche Farben zeigten. Dabei wirkt der Tuscan mit seiner Form auf den ersten Blick zwar etwas zierlich und handzahm, hat es TVR-typisch aber wie üblich faustdick hinter den Ohren. Ein einfacher Giterrohrrahmen als Basis und eine Fiberglaskarosserie ist alles, was das Fahrzeug mitschleppt. Somit stellen die insgesamt 1100kg für den 4.0 Liter Reihensechszylinder natürlich keine große Hürde dar, was sich in stürmischem Vortrieb bemerkbar macht. Ohne ESP und Tracktionskontrolle sollte hier natürlich ein geübter Fuß auf dem Pedal Platz nehmen und die insgesamt 360 Pferdestärken mobilisieren. Wie schon der Sagaris, unterliegt auch der Tuscan keinem elektronischen Helfer mit Kontrollzwang. Dem Nicht-Kenner fällt in erster Linie natürlich die runde Form mit ihren endlosen Kurven auf, die kaum bei anderen Fahrzeugen in dieser Opulenz zu finden ist. Konsequenterweise spart TVR hier auch an allem, was die klare Linie und die sauberen Flächen unruhig machen würde. Daher gibt es auch keine Türgriffe, Fake-Luftauslässe in den Seiten oder gar irgendwelchen Plastik-Schnickschnack, der bei modernen Autos Sport suggeriert aber nicht einhält. Ist hier...