Japan Trip Teil III Jul05

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Japan Trip Teil III

An diesem Tag reiste ich von Fukuoka nach Tokyo via ANA

23.Mai (Taichi und Chanko-Nabe)

IMG_3001-2Ich habe bereits seit über drei Jahren über Facebook Kontakt mit Taichi, einem Japaner, der in der Hauptstadt Tokyo lebt. Im letzten Jahr trafen wir uns zum ersten Mal und ich versprach ihm, dass ich wieder nach Tokyo kommen würde, um ihn zu besuchen. Dieses Versprechen wollte ich natürlich auch halten. Taichi holte mich nach meiner Ankunft in Tokyo Minato bei Hamamatsucho ab.

IMG_2994-2IMG_2999-2Wir fuhren einige Bahnstation weiter und er führte mich schließlich, wie es für Japan teilweise typisch ist, durch eine unheimliche, dunkle Gasse, in der dann plötzlich ein Aufzugschacht auftauchte, der uns in ein ordentliches Restaurant brachte.

IMG_2998-2Dieses Mal war das Restaurant auf Chanko-Nabe spezialisiert (Diese Chanko Variante bekommt man soweit nur in Tokyo). Auch hier musste man selbstverständlich wieder seine Schuhe ausziehen, da alles wie gehabt mit Tatami ausgelegt war.

Was Chanko-Nabe ist? Eine Art Eintopf, in dem zuerst Fischfleisch und Hühnerfleisch gekocht werden. Danach kommen dann Pilze, Cognac, Negi, Skitake Pilze, Bambussprossen und weitere, mir unbekannte Zutaten, dazu.

IMG_2997-2Während wir aßen unterhielt ich mich mit Taichi auch über das Thema Tuning und wie es sich damit in Japan verhält. Viele Deutsche reden ja gern darüber, dass man in Japan alles machen darf, die Straßen so wunderschön für tiefe Autos sind usw. Als ich ihm das erzählte, musste er zuerst einmal herzhaft darüber lachen. Wenn ich ihn richtig verstand, hat man es als Tuner in der homogenen, normierten Gesellschaft in Japan nicht leicht. Man kommt natürlich auch mit dem Gesetz in Konflikt, denn wirklich schnell fahren darf man in Japan nirgendwo (in der Stadt meist 40 km/h, außerorts maximal 60 km/h und auf den Highways zum Großteil 80 km/h bis höchstens 120 km/h), dazu ist der Unterhalt für solche Autos sehr hoch, in Tokyo muss der Besitzer einen Stellplatz vorweisen können, um das Auto überhaupt zulassen zu können (Ausnahme sind hier die Kei-Cars, das sind die kleinen Autos mit den gelben Nummernschildern. Diese besitzen einen 660ccm Turbomotor) und die Strafen für Vergehen sind äußert kostspielig, wenn man erwischt wird.

Zusammengefasst kann man sagen, dass Japaner zwar im Bereich des Tunings deutlich mehr Spielraum haben als wir, aber ein Auto-Paradies ist Japan sicher auch nicht.

IMG_3002-2Wir redeten aber nicht nur, wir tauschten auch Geschenke aus: Taichi hatte für mich DVDs über Rennen auf dem berühmten Wangan und auf japanischen Rennstrecken sowie japanische Integra- und Civic-Zeitschriften. Er bekam von mir einen Obstler aus der Heimat und natürlich für sein aktuelles Projekt und seine Freunde Used4.net- und ChargedUpPerformance-Sticker.

Nach dem lustigen und interessanten Abend begleitete er mich noch bis Hamamatsucho (da ich gut angeheitert war) wo wir uns dann auch verabschiedeten.

24.Mai (Super Autobacs)

IMG_3006-2IMG_3007-2IMG_3008-2 IMG_3009-2 IMG_3013-2 Der langerwartete Besuch bei Super Autobacs stand an. Super Autobacs ist eine Art ATU Japans. Allerdings, vorsichtig ausgedrückt, ein kleines bisschen besser ausgestattet. Alles was auf den Bildern hier zu sehen ist, war nur Teil der Performance Abteilung, die ca. 1/4 der Geschäftsfläche einnimmt.

IMG_3024-2 Es wurden aber auch Standardartikel wie Anhängerkupplungen, Sitzbezüge, Aschenbecher, Duftspender uvm. angeboten.

IMG_3045-2Zusätzlich befand sich außerhalb des Gebäudes noch eine riesige Werkstatt, in der man die gekauften Teile direkt einbauen lassen konnte oder sein Auto einfach nur zu Reparatur hinbrachte.

Zusätzlich gab es noch ein Showroom für gebrauchte Wagen. Eine weitere Kette, ganz ähnlich zu Super Autobacs, ist die UP-Garage, zu der ich es aber leider dieses Jahr nicht geschafft habe. Die UP-Garage beschränkt sich auf den Verkauf von gebrauchten Tuningteilen wie Felgen, Fahrwerke, Bodykits, Carbonhauben etc.

Wer hier etwas Größeres wie Felgen kaufen will, kann es zum Beispiel zu Mehmet von Autopoint Fukuoka schicken. Dieser verschifft das dann via Container nach Deutschland.

25.Mai (Der letzte Tag und eine Überraschung von Dai für mich)

IMG_3074-2IMG_3072-1Mein letzter Tag in Japan, Dai holte mich netterweise vom Hotel ab. Ich habe Dai letztes Jahr am Mobara Twin Circuit kennengelernt. Er besitzt eine eigene Werkstatt für Tuningautos und ist auch Driftlehrer. Leider konnte er mich nicht mit seinem Soarer abholen, da dieser zur der Zeit einen Motorschaden hatte (seine Aussage: zuviel gedriftet). Abgemacht war eigentlich, dass wir nur zusammen etwas Essen gehen. Zuerst fuhren wir ca. zwei Stunden nach Chiba, da er nochmal kurz in seine Werkstatt musste. Auf dem Weg dorthin kamen wir an Disney Land Tokyo vorbei, nach seiner Aussage ist dort der perfekte Platz, wenn man Nachts illegale Driftrennen beobachten oder selbst fahren will. Er erklärte mir auch, dass der AE86 in Japan erst so teuer geworden ist, nachdem der Kultanime Initial D erschienen war. Das löste einen unbeschreiblichen Hype um dieses Auto aus. Dai wollte wissen, was bei uns in Deutschland in der japanischen Autoszene beliebte Fahrzeuge sind. Über meine Antwort war er etwas schockiert, denn als ich ihm erzählte, dass Autos wie der RX7, AE86, Chaser, Crown oder auch Skyline GT-R’s (32,33,34) eher was selteneres darstellen und teilweise nie normal über einen Händler vertrieben wurden.

IMG_3077-2 IMG_3083-2Je weiter wir uns von Tokyo entfernten, umso mehr getunte Autos sah ich. Vom Civic Type-R, über einen R34 bis hin zu einem MR2. Keiner serienmäßig. Natürlich.

FullSizeRender-2 IMG_3087-2 IMG_3093-2An Dais Werkstatt angekommen, fiel mir zuerst sein Soarer ins Auge, den ich noch vom letzten Jahr her kannte. Auch ein Evo 6 Tommi Mäkinen und eine S15 waren dort zu finden.

Dai holte dort nur kurz einige Autoteile ab und als wir weiterfuhren, wartete direkt schon die nächste Überraschung auf mich. Die abgeholten Teile waren für einen seiner Kunden bestimmt. Einen Engländer, der im Auto Exportgeschäft tätig ist. Auf der Straße, die zu seinem Haus (oder besser gesagt der kleinenVilla) führte, war quasi kein Durchkommen mehr, da dort lauter Autos standen: Mercedes Evo1, Subaru Impreza, RX7 und viele andere. Ich wartete höflich im Auto, während Dai die Teile ablieferte. Als er dann wiederkam und sagte, ich solle aussteigen und mitkommen, war ich wirklich aufgeregt. Als ich durch das Eingangstor in den Garten ging, verschlug es mir kurz den Atem. Mit wurde klar, warum die Autos alle auf der Straße vor dem Haus standen. Im Garten war schlicht und einfach kein Platz mehr, dort standen bereits an die 20 Autos. Viele davon waren unter Planen abgedeckt und es war auch bereits recht dunkel, weshalb ich die meisten Modelle nur erahnen konnte. Dai stellte mir daraufhin seinen Kunden vor, damit er mir vielleicht einige seiner Autos zeigen würde. Und das geschah dann auch, spätestens als Dai ihm erklärte, dass es sich bei mir um einen Tuningfan handelte. Ein komplett originaler Golf2 GTI, R32 GT-R Skyline, Honda NSX, Peugeot 205 GTI in Top Zustand und vieles mehr (leider waren Fotos strengstens untersagt).

IMG_3097-2Nachdem wir uns verabschiedet hatten, ging es erstmal ab ins Restaurant zum Sashimi essen.

Jetzt dachte ich eigentlich, dass Dai mich wieder zurück in Hotel bringen würde, aber weit gefehlt.

Die erste Anlaufstelle war Umihotaru, ein sehr beliebter Tuningtreffpunkt. Leider war dort aber nichts los.

IMG_3110-2 IMG_3104-2Danach gings über den Highway nach Daikokufuto, hier gab es schon etwas mehr zu sehen. Aber laut Dai waren wir um 23 Uhr noch immer viel zu früh dran.

IMG_3122-2 IMG_3123-2 IMG_3118-2IMG_3125-2IMG_3121-2 IMG_3117-2 IMG_3116-2 IMG_3114-2 IMG_3108-2 IMG_3107-2 IMG_3106-2 IMG_3105-2 IMG_3102-2 IMG_3103-2 Er erzählte mir, das Daikokufuto zwar ein sehr beliebter Treffpunkt wäre, wegen der Polizei aber auch sehr gefährlich, da diese die Zufahrt in Sekundenschnelle sperren könne und dann kein Entrinnen mehr wäre Auch wo hier gedriftet wird, zeigte er mir.

Auch an diesem berühmten Ort konnten wir nicht lange bleiben, da ich ja früh raus musste; mein Flug nach Deutschland stand am nächsten Tag an.

Das hinderte Dai aber nicht daran, mit mir über noch über den legendären Wangan zu fahren.

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IMG_3134-2Egal an welchem Rastplatz/WC wir abfuhren, es standen grundsätzlich Tuner herum, wie zum Beispiel diese S14.

FullSizeRender 2-2Dai erklärte mir dann an einer Tafel, auf dem der Highway abgebildet war, wo auf dem Wangan der berühmt-berüchtigte “Rundkurs” sei und wo sich der Bereich befindet, in dem man sein Auto voll ausfahren kann, da es dort keine Geschwindigkeitssensoren gibt. Als krönender Abschluss fuhren wir dann noch selbst einmal über den Rundkurs (selbstverständlich nicht zu schnell) und dann ging es auch schon zurück ins Hotel.

26.Mai

Ach, die Welt ist doch grausam, warum nur muss ich wieder nach Hause zurück?

 

Christian Farkas – USED4.net

 

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