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Shakotan Oldschool…Celica TA35

Irgendwoher kennt man dieses Auto, oder?
Vermutlich ist Naga´s Celica TA35 aber auch einer der besten Umbauten dieses Modells überhaupt. Und nein, es ist auch nicht in Japan beheimatet, sondern macht die Straßen Malaysias unsicher. Genauer gesagt im Herzen Kuala Lumpurs ist dieser Wagen den Fingern von Ck Naga entsprungen. Der Zero Trip mit Format67 führte uns direkt auf die Spuren dieser für uns unwirklichen Scene.
Shakotan? Bozosoku? Von allem wohl ein bisschen, aber dies in Perfektion! Dass man sich über Design und Geschmack streiten kann sei hier mal dahingestellt, das aber JDM Oldschool und dies in einer derart bestechenden Form die Herzen erweicht, bleibt unbestritten. Die Toyota TA35, welche von 1970 bis 1977 gebaut wurde war nie wirklich ein Kraftpaket. Das Triebwerk, ein 2T-G 2,0 l-DOHC- 4 Zylindermotor mit zwei Doppel-Flachstromvergasern, mit 115PS bei 6400 Touren reichen aber auch aus, um dieses Fahrzeug adäquat zu bewegen. Wiegt es ohnehin lediglich ca. 940kg. Damals als Konkurrent gegen Ford Capri und Opel GT angesetzt, konnte er sich zahlen,äßig aber nie wirklich gegen seine Mibewerber durchsetzen und blieb in Europa ein Exot.
Ganz anders in Asien: Die Celica wurde zu einer Legende und das trotz des kleinen Motors. Das Design als Liftback war sportlich und die Technik unkompliziert. Das brachte vermutlich auch Naga, der auch der Chef der Backwheels Bitches ist (Mehr über diese verrückte Shakotan Bande in einem eigenen Bericht später und wie immer nur auf USED4.net) dazu, sich solch ein Fahrzeug zu kaufen. Originalität stand nicht wirklich im Vordergrund, generell zeigte Naga wenig Achtung vor der Legende, stattdessen bot er aber eine große Portion Liebe und noch mehr Verrücktheit. Bei uns ein Ding der Unmöglichkeit, solch ein Projekt umzusetzen, stellt dies in Malaysia weniger ein Problem dar. Ja es gibt da auch natürlich eine Prüfgesellschaft, die aber wohl mehr Gnade als ihre deutschen Pendants walten lässt.
Mit einer Restaurierung von Grund auf beginnend, wurde das Fahrzeug in einem Zeitraum von zwei Jahren aufgebaut. In Flourescent Orange lackiert mit unlackierten Kotflügeln sieht er ein wenig aus wie eine „Ratte“, doch steckt wesentlich mehr Präzision, Liebe zum Detail sowie asiatischer Perfektionismus dahinter. Es wäre also fatal, dies miteinander zu vergleichen! Die Celica ist ganz einfach Shakotan. Doch was bedeutet dies eigentlich genau? Die Bōsōzoku (jap. 暴走族) Scene entstand in den 50er Jahren in Japan. Auffallen um jeden Preis war die Devise, als Pendant zur US-amerikanischen und europäischen „Rocker“-Szene ging es ebenso um Custom und natürlich um das Auffallen! Ursprüunglich entstanden aus Motorradclubs wandelte sich die Scene nach und nach und übernahm ebenso die vierrädrigen JDM Youngtimer á la C211 Skyline, KPC10 Hakosuka und eben auch eine Toyota Celica TA35 in ihre Reihen. Natürlich sind unsere ersten Assoziationen mit diesen Stil 5m lange Endrohre mit Balsaholzverspoilerung und Motorhaubenverlängerungen, die einen Waffenschein benötigen. Dass dies auch stilsicherer, geht wurde 1986 in dem Manga „Shakotan Boogie (シャコタン★ブギ?)“ gezeigt. Es ging, wie sollte es auch anders sein, um Street-Racing, die Subkultur Bōsōzoku sowie super tiefe JDM Cars…Hakosukas, Soarer, Celsior und Co.
Genau diesem Shakotan-Stil wandte sich auch Naga zu. Anders als bei Bōsōzoku geht es hier weniger um auffällige, knallbunte Verspoilerung, sondern vielmehr um das stimmige Gesamtkonzept, eine Prise Originalität und Kulturbewahrung im JDM Stil, gemixt mit der Individualität des Bōsōzoku. Fertig ist der Shakotan Celica von Naga. Dies wird vor Allem unterstrichen durch den mehr als auffälligen Takeyari Exhaust im 75° Winkel, welcher in Deutschland kaum erlaubt wäre. Durch das Fahrwerk und dem individuell angepassten Unterbau einer Silvia S13 mit Hi-Lo Mod kniet die TA35 tief auf der Straße und lediglich die 185/60 Yokohamas in Verbindung mit den perfekt sitzenden Riverge Rims in 14x9J!!! trennen die Karosserie von der Straße. Der obligatorische, aber auch voll funktionstüchtige Ölkühler sitzt an prominenter Stelle an der Front. Das dafür eine Lampe weichen musste, stört anscheinend niemanden.

Das ebenfalls zum Pflichtprogramm gehörende Spoilerschwert mit USED4-Branding zeigt, wie international auch wir inzwischen geworden sind. Und ja, es macht uns ein wenig stolz. :) Die behandelten Kotflügel mit ihren Erweiterungen in die Breite sowie Fender Mirrors geben den letzten Oldschool Touch. Auch in Deutschland gab es die Wahl zwischen Fender und Door Mirrors. Optional war die Anbringungen dem Importeur vorbehalten und war eine Ermessensfrage. Anders als in Japan und dem übrigen asiatischen Raum, wurde der Stil nicht gewünscht und die Kunden entschieden sich mehrheitlich für die klassische und zugegebenermaßen auch sicherlich etwas praktische Tür-Variante.

Der Duck-Spoiler unterstreicht in Verbindung mit dem Tekeyari Exhaust wie provokant und zugleich geschmackvoll solch ein Shakotan-Stil wirken kann. Das Interior blieb original und wurde lediglich durch wenig Seitenhalt bietendes, aber dafür verdammt sexy aussehendes, abgestepptes Ledergestühl komplettiert. So muss auch Platz bleiben für Nagas Familie, die immer mit von der Partie ist, wenn er mit seinen BackWheelBitches ganz im Bōsōzoku-Style durch die Straßen von Kuala Lumpur zieht. Wie könnte man es ihm bei solch einem wundervollen, tropischen Ambiente auch verdenken? Gerade Nachts ein unglaubliches Bild, wie ihr später in einem weiteren Feature, das noch tiefer in die Szene blicken lässt, erfahren werdet.

Es berührte uns unglaublich, wie die ganze Familie mit in die Szene einbezogen wurde und sich ebenso ganz diesem Lebensgefühl hingab. Nagas dreijährige Tochter erwärmte unser aller Herz, wie sie aus dem Celica blickte und uns anstrahlte. Ja, wie der Vater so auch die Tochter. 😉

Für alle die jetzt denken, dies wäre ein fertiges Projekt und sich fragen, was es wohl noch zu verbessern gäbe, denen sei gesagt, dass Naga sich schon einem neuen Projekt gewidmet hat. Diesmal wird es ein Datsun 610 Pickup sein. Wie es umgesetzt wird und auf was wir uns freuen können, bleibt momentan noch geheim. Wir werden euch aber auf dem Laufenden halten.

Mit dem Auge und durch die Feder von

Philipp Berndt

-Used4.net-

 

 

 

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